Tripolis, 29. November 2010 Aussendung

APA: EU-Afrika-Gipfel: Spindelegger plädiert für mehr Energiepartnerschaft

Afrikanische Staaten "heute nicht mehr nur Exporteure von Rohstoffen"

 Tripolis/Brüssel (APA) - Außenminister Michael Spindelegger (V) hat beim EU-Afrika-Gipfel in Tripols für eine Vertiefung der Energiepartnerschaft zwischen Europa und den afrikanischen Staaten plädiert. Nachhaltige Energielösungen seien das Kernstück für erfolgreiche Armutsbekämpfung und "grünes Wirtschaften", sagte Spindelegger am Montag laut Aussendung des Außenamts. Gerade österreichische Unternehmen gehörten zu den Marktführern im Bereich der "green energy". "Wir werden die Kontakte, die wir mit der afrikanischen Energie-Szene knüpften, weiterführen und bei der Umsetzung konkreter Projekte vertiefen."

Spindelegger hob hervor, dass die afrikanischen Staaten "heute nicht mehr nur Exporteure von Rohstoffen oder einfache Exportmärkte" seien. Sie seien "vielmehr Partner Europas in wichtigen Zukunftsfragen". Spindelegger: "Wir dürfen nicht in Denkweisen verharren, die in eine vergangene Zeit gehören. Ich trete dafür ein, in Zukunft noch enger zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen, wie etwa die Umsetzung von Infrastrukturprojekten oder die Entwicklung eines Energie-Marktes, der den Bedürfnissen beider Kontinente entspricht", betonte der Außenminister. Spindelegger verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Schlüsselrolle Afrikas bei der Lösung der Herausforderungen rund um die Frage der Migration.

In seiner Rede beim Gipfel verwies der Außenminister auf die beim Lissabonner Gipfel 2007 beschlossene EU-Energie-Partnerschaft mit Afrika. Dazu fand im September eine hochrangige Energieminister-Konferenz in Wien statt. Dabei wurden als Ziele beschlossen, bis 2010 den Energiezugang für weitere 100 Millionen Afrikaner zu erleichtern, 10.000 Megawatt an Wasserkraft, 5.000 Megawatt an Windkraft und mindestens 500 Megawatt an Solarkraftanlagen in den Regionen Afrikas zu errichten.

"Keines der Millenniums-Entwicklungsziele kann ohne Zugang zu den Energiedienstleistungen erreicht werden", betonte Spindelegger laut Redetext. Um die Wachstumsaussichten des afrikanischen Kontinents zu verbessen, müsse Energiearmut, Mangel an Elektrizität und fehlender Energiezugang für die Industrie beseitigt werden.

Nach Angaben von Spindelegger geht es in einer ersten Phase um 64 Projekte in 34 afrikanischen Ländern. Von diesen Projekten würden mehr als sechs Millionen Menschen profitieren. In einer zweiten Phase, die heuer eingeleitet worden sei, sollen weiter 60 Energieprojekte dazukommen.
(Schluss) ths/glw

APA0237    2010-11-29/12:08