Wien, 6. Juli 2009 Aussendung

Spindelegger, Leitl und Sorger eröffnen gemeinsam Schwarzmeer-Konferenz

Schwarzmeerregion gemeinsamer Schwerpunkt von Außenministerium, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung

Wien, 6. Juli 2009 - "Die Schwarzmeerregion bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Wir wollen mit den Mitteln der Diplomatie den Boden bereiten und diesen Zukunftsraum verstärkt für österreichische Unternehmer öffnen. Die klare Botschaft der heutigen Konferenz ist: Wirtschaft und Außenpolitik arbeiten Hand in Hand, um Zukunftschancen zu erschließen", erklärte Außenminister Michael Spindelegger bei der heutigen Regionalkonferenz "Donauraum und Schwarzes Meer", die vom Außenminister gemeinsam mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, und dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, eröffnet wurde.

"Mit der heutigen Konferenz betreten wir Neuland", erklärte Spindelegger zur Konferenz, die Handelsdelegierte, Diplomaten und Unternehmer um einen Tisch versammelt. "Diese Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Außenministerium ist eine Partnerschaft der besonderen Art. Jetzt geht es darum, auszuloten, wo sich österreichische Unternehmen engagieren wollen. Wir müssen unsere Interessen bündeln und gemeinsame Strategien ausarbeiten. Ich erwarte, dass diese Konferenz Richtlinien für die Arbeit der kommenden Jahre formuliert. Die Außenpolitik kann dabei Wegbereiter für die Wirtschaft sein. Gerade im Schwarzmeerraum ist immer wieder auch ein politischer Ansatzpunkt wichtig, um Unternehmen die Türen zu öffnen".

Der Außenminister stellte klar, dass der verstärkte Fokus auf den Schwarzmeerraum eine Ergänzung von Österreichs Engagement im Westbalkan sei: "Wir werden unsere Ermutigungs- und Unterstützungspolitik für unsere Partner am Balkan konsequent fortsetzen. Es handelt sich nicht um eine Abkehr von unserer bisherigen Politik, sondern vielmehr um einen logischen nächsten Schritt. Ich bin überzeugt, dass die Schwarzmeerregion für Österreich das werden kann, was der Balkan heute ist. Österreich hat es in den vergangenen Jahren verstanden, das Entwicklungspotential in Ost- und Südosteuropa zu unterstützen und zu nützen. Diese Erfahrungen wollen wir nun auf einen neuen Raum übertragen. Die Entwicklung der letzten Monate im Kaukasus macht deutlich, dass wir auch einen klaren außen- und sicherheitspolitischen Fokus auf diese Region legen müssen".

"Die Wirtschaftskammer Österreich setzt mit ihrer Außenwirtschaftsorganisation (AWO) einen Fokus auf die Schwarzmeer-Region, in der sich die heimischen Exporte seit 1995 von 1,1 Mrd. Euro auf 5,6 Mrd. Euro 2008 mehr als verfünffacht haben", bedankte sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei Außenminister Michael Spindelegger für die Entwicklung der "exzellenten Schwarzmeer-Initiative, die nachhaltig und `just in time´ ist". Denn gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, so Leitl, sei es wichtig, Kontakte zu knüpfen, Geschäfte anzubahnen und trotz Krise in den Märkten zu bleiben, um dann beim Konjunktur-Aufschwung vorbereitet zu sein. Leitl: "Gerade wer in turbulenten Zeiten in einem Land bleibt und dort weiter investiert, wird in besseren Wirtschaftszeiten mit besonderer Aufmerksamkeit rechnen dürfen. Österreich und seine Wirtschaft ist und bleibt für diese Länder des Donauraums und der Schwarzmeer-Region ein verlässlicher Partner." Auch IV-Präsident Veit Sorger betonte die Bedeutung eines konsequenten Engagement Österreichs - politisch wie wirtschaftlich - in seiner Nachbarschaft: "Wer beim Abschwung nicht dabei ist, wird auch beim kommenden Aufschwung nicht dabei sein."

"Bis 2008 haben österreichische Unternehmen in den mittel- und osteuropäischen Ländern des Donauraums und der Schwarzmeer-Region 62 Mrd. Euro direkt investiert. In fast allen Ländern sind wir unter den Top-Investoren. Diese Region wird durch den Aufholbedarf auch in Zukunft ein größeres Wirtschaftswachstum haben als andere Staaten - und Österreich wird davon überproportional profitieren", unterstrich Leitl die enorme Bedeutung der gesamten Region. Besondere Chancen für österreichische Exporteure gäbe es, so Leitl, in den Branchen Energie/ Umwelttechnologie, Infrastruktur/ Bau sowie Nahrungsmittel. Alleine in den EU-Erweiterungsstaaten beträgt das Investitionsvolumen im Umwelt- und Energiebereich, etwa durch Anpassung an europäische Standards, 200 Mrd. Euro. Auch die Vernetzung mit den EU-Fördertöpfen für die heimischen Unternehmen sieht Leitl neben dem Aufbau von Geschäftskontakten als wichtige Aufgabe der AWO in der Region.

Als größte ökonomische Impulse in der Region Schwarzmeer / Donauraum nannte Leitl die Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014, die EURO 2012 in der Ukraine und Polen sowie das geplante "Nabucco-Pipeline-Projekt", alles Milliarden-Projekte, die für die heimischen Betriebe sehr interessant sind.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische
und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550, 3739
Fax: ++43 (0) 50 1159-213
abti3(at)bmeia.gv.at