Nairobi, 2. Dezember 2009 Aussendung

Hochrangige VN-Konferenz über Süd-Süd-Kooperation

Entwicklungszusammenarbeit beschränkt sich nicht mehr auf Nord–Süd

Nairobi, 2. Dezember 2009 - "Dass nun auch Länder des Südens, wie Brasilien, China, Indien oder Südafrika in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) aktiv geworden sind, ist aus Sicht der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sehr wichtig und erfreulich", so die Leiterin der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, Botschafterin Irene Freudenschuss-Reichl, die von 1. bis 3. Dezember 2009 an der hochrangigen Konferenz über Süd-Süd-Zusammenarbeit der Vereinten Nationen in Kenia teilnahm.

"Süd-Süd-Kooperation kann aber kein Ersatz für die Nord-Süd-Zusammenarbeit sein, vielmehr geht es darum, dass wir unsere Kräfte bündeln, um so die ärmsten Länder auf ihrem Weg zu nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Die Konferenz war ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen "neuen" und "alten" Entwicklungshilfe-Gebern", so Freudenschuss-Reichl weiter.

Süd-Süd-Kooperation ist in den letzen Jahren immer wichtiger geworden. Beispielsweise ist Brasilien zu einem wichtigen Wirtschafts- und Kooperationspartner in Lateinamerika geworden, das gleiche gilt für China in Afrika. Die Süd-Süd-Zusammenarbeit kann beim Austausch konkreter Entwicklungserfahrungen oder im Bildungsbereich die traditionelle EZA sehr wirkungsvoll ergänzen. Insofern ist auch die Unterstützung von sogenannter triangulärer Zusammenarbeit von zunehmender Bedeutung. Dabei geht es um die Zusammenarbeit zwischen Ländern des Nordens und mindestens zwei Ländern des Südens. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt schon seit vielen Jahren Süd-Süd- Stipendienprogramme, die es zum Beispiel nikaraguanischen StudentInnen ermöglichen, in Mexiko oder anderen südamerikanischen Ländern zu studieren. Das hat mehrere Vorteile: Die Entfernung zur Familie ist geringer, es gibt keine Sprachbarriere und es ist effizienter - mit dem gleichen Geldbetrag können mehr StudentInnen unterstützt werden.

Die stärkere Süd-Süd-Kooperation stellt uns aber auch vor Herausforderungen: Je mehr Involvierte, desto wichtiger wird eine gute Koordination. In den letzten Jahren haben die traditionellen Entwicklungshilfe-Geber viel  unternommen, um die Wirksamkeit der Hilfe durch effizientere Koordination und Arbeitsteilung zu verbessern.

"Nun geht es darum, dass wir uns auch mit den neuen Akteuren in der Entwicklungszusammenarbeit besser koordinieren, denn gemeinsam können wir viel mehr erreichen und effektiver zur Armutsreduktion in den am wenigsten entwickelten Ländern beitragen", so Botschafterin Freudenschuss-Reichl.

Das von den Vereinten Nationen gemeinsam mit Österreich organisierte hochrangige Symposium des Forums für Entwicklungszusammenarbeit, das am 12. und 13. November 2009 in Wien stattfand, war ein wichtiger Beitrag zur Vorbereitung dieser VN-Konferenz in Nairobi.

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