Wien, 11. April 2008 Aussendung

Plassnik: "Südafrika - ein Schlüsselpartner in Afrika"

Außenministerin traf Amtskollegin aus Südafrika

Wien, 11. April – "Südafrika hat eine wichtige Position in Afrika und hat sich oft als Vermittler in Konflikten bewährt. Auch jetzt in der angespannten Situation in Simbabwe gilt es, die Stimme der Vernunft und des Ausgleichs Südafrikas hörbarer zu machen. Eine drohende Eskalation und weitere Destabilisierung muss verhindert werden", so Außenministerin Ursula Plassnik nach ihrem Gespräch mit ihrer südafrikanischen Amtskollegin Nkosazana Dlamini-Zuma mit Hinweis auf den morgigen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs des südlichen Afrika in Sambia.

"Wir arbeiten an einer zunehmend engen Partnerschaft zwischen Europa und Afrika", betonte die Außenministerin, die auf zahlreiche österreichische Initiativen wie die Konferenz zu "Frieden und Sicherheit in Westafrika" im November letzten Jahres in Ouagadougou, die aktive Mitarbeit Österreichs bei der Ausarbeitung der EU-Afrika Strategie oder ihre Treffen mit afrikanischen Frauen des wirtschaftlichen, politischen und zivilen Lebens in Ouagadougou und am Rande des EU-Afrika-Gipfels in Lissabon verwies. Österreich unterstütze auch die Einrichtung eines Büros der Afrikanischen Union in Wien. "Wir werden unser Engagement für eine noch stärkere europäisch-afrikanische Vernetzung konsequent fortsetzen", so Plassnik. Unter dem Titel "Achieving sustainable peace in Africa" veranstaltet Österreich Anfang Mai ein Seminar an der Princeton University in den USA; im Juni folgt in der Nähe von Johannesburg ein Seminar mit allen Mitgliedstaaten der Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaftzum Thema Frieden und Entwicklung im Südlichen Afrika.

"Afrika und Europa sind einander die nächsten Nachbarn, die viel voneinander lernen können. Die gemeinsame EU-Afrika Strategie ist dafür eine maßgeschneiderte Basis", so Plassnik. Die Außenministerin versicherte auch, ihren Einsatz für eine stärkere Beteiligung der Frauen Afrikas an der Wirtschaft sowie für eine Erhöhung des Frauenanteil im politischen Leben, weiterhin fortzusetzen: "Ein großer Teil der Vielfalt und Energie Afrikas liegt in den Frauen. Es ist wichtig, ihre Beiträge stärker bewusst zu machen".

"Unsere freundschaftlichen und herzlichen Beziehungen kommen auf allen Ebenen zum Ausdruck", so Plassnik, die auf die Städtepartnerschaft zwischen Wien und Johannesburg oder die regionale Zusammenarbeit der westlichen und östlichen Kapprovinzen mit Nieder- und Oberösterreich verwies. Südafrika ist Österreichs wichtigster Handelspartner auf dem afrikanischen Kontinent. Beeindruckend sei der steigende wirtschaftliche Austausch zwischen Österreich und Südafrika in Schlüsselbereichen wie Autoindustrie, Infrastruktur, erneuerbare Energien und Tourismus.

"Südafrika ist ein wichtiger Verbündeter in Abrüstungsfragen etwa im Kampf gegen Antipersonenminen oder bei der internationalen Ächtung von Streumunition. Besonders im Bereich der nuklearen Abrüstung hat es mit der Vernichtung seines Arsenals ein Beispiel für die ganze Welt gesetzt", so die Außenministerin.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Südafrika besonders beim Aufbau dezentraler Strukturen. So werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Gemeindeverwaltungen geschult, um notwendige Schritte für die Entwicklung am Land eigenständig planen und umsetzen zu können. "Gerade in ländlichen Regionen ist es wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Damit ist eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung garantiert", so Plassnik. In Zusammenarbeit mit UNODC finanziert die OEZA auch ein Krisenzentrum für Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind.

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