Wien, 17. Oktober 2008 Aussendung

Österreichische Task Force zum EU-Tag gegen Menschenhandel: "Der umfassende Schutz der Opfer ist oberste Priorität"

Wien, 17. Oktober 2008 – "Menschenhandel stellt eine schwere Verletzung der  Menschenwürde und der Menschenrechte dar. Frauen und Kinder sind von dieser Form der Ausbeutung und Misshandlung am meisten betroffen" stellt der Vorsitzende der "Task Force Menschenhandel", Gesandter Dr. Johann Brieger, anlässlich des EU-Tages gegen den Menschenhandel, der am 18. Oktober zum zweiten Mal stattfindet, fest. Jährlich werden 2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel. Menschenhandel entwickelt sich verstärkt zu einer der gewinnbringendsten Formen des organisierten Verbrechens. Kriminelle Netzwerke machen mit der "Ware Mensch" einen Gewinn von 32 Milliarden Dollar pro Jahr.

"Kein Land ist von Menschenhandel verschont. Österreich ist durch seine Lage im Zentrum Europas als Transit- und Zielland betroffen", betont Brieger. Österreich beteiligt sich daher intensiv am Kampf gegen dieses Verbrechen. Der österreichische Ansatz bei der Bekämpfung des Menschenhandels beinhaltet nationale Koordination, Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und internationale Zusammenarbeit. Neben der Ratifizierung aller relevanten internationalen Verträge wurde 2004 die "Task Force Menschenhandel" unter dem Vorsitz des Außenministeriums eingerichtet. Die "Taskforce Menschenhandel" befasst sich mit der Koordinierung der österreichischen Aktivitäten, der Information über diesbezügliche Projekte, der frühzeitigen Erkennung von Trends sowie der Stärkung der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Um die Bekämpfung des Menschenhandels auf nationaler Ebene zu verbessern, wurde im März 2007 im Ministerrat ein "Nationaler Aktionsplan gegen den Menschenhandel" beschlossen.

"Es geht aber auch darum, präventiv in über 100 Risikoländern tätig zu werden. Alle österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland wurden aufgefordert, aktiv Maßnahmen gegen den Menschenhandel zu setzen" so Vorsitzender Brieger. Auch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um den Menschenhandel bereits im Ursprungsland zu bekämpfen. So widmen sich zahlreiche Projekte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit der Förderung der Rechte von Opfern von Menschenhandel.

Die "Task Force Menschenhandel" konzentriert sich in ihrer Tätigkeit auch speziell auf den Schutz von Kindern. Anlässlich der Nationalen Konferenz "Kinder sind keine Ware - Gemeinsam gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern", die Anfang Oktober in der Diplomatischen Akademie Wien stattgefunden hat, wurden Maßnahmen und Lösungsmodelle diskutiert, um den Schutz von Kindern sicherzustellen. Lt. Brieger koordiniert das Außenministerium auch die inner-österreichischen Vorbereitungsarbeiten für den dritten Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung, der im November 2008 in Rio de Janeiro stattfinden wird.

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