Wien, 20. November 2007 Aussendung

Plassnik: "Heimat finden - Heimat geben"

20.11.2007

Präsentation des Berichts zur Salzburger Islamkonferenz "Muslimische Frauen und Jugendliche" im Außenministerium

Wien, 20. November 2007. "Muslimische Jugendliche und Frauen im Westen - ¬Grund für Besorgnis oder Quelle der Hoffnung?" Im Mai 2007 war diese Fragestellung Thema einer internationalen Konferenz in Salzburg, die vom New York University Center for Dialogues mit maßgeblicher Unterstützung des Außenministeriums organisiert wurde. Der Bericht zur Salzburger Konferenz wurde heute im Außenministerium präsentiert.

Außenministerin Dr. Ursula Plassnik: "Sprechen wir von Sorgekindern und Hoffnungsträgern. Gerade muslimische Jugendliche und Frauen stehen oft im Scheinwerferlicht der Diskussion um Integration und das Verhältnis des Islams zum Westen. Für mich ist dieses Thema in meiner Arbeit sehr relevant. Es besteht eine direkte Verbindung in die Außen- und Europapolitik."

Gleichzeitig hob die Ministerin die Wichtigkeit der Gemeindeebene hervor, um "Heimat zu geben". Plassnik: "Es wird eng im Weltdorf. Wir rücken näher aneinander. Das heißt nicht notwendigerweise, dass es wärmer wird. Es gibt eine neue Kälte. Aber wir dürfen und müssen das Miteinander aktiv gestalten. Im Inneren unserer Gesellschaften und auch international."

Die Außenministerin sprach vom "Bild der beiden ausgestreckten Hände - eine nach innen zu unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern anderer Religionen und Traditionen und eine, die auf die internationale Ebene gerichtet ist." Plassnik: "Es sind zwei Seiten derselben Aufgabe, die wir wahrnehmen müssen. Es gibt kein Auslagern von Integrationsarbeit. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe für uns alle und ein gesellschaftlicher Anspruch, den wir gemeinsam haben."

Die Außenministerin bezeichnete es als "wesentlich", von einem Nebeneinander zu einem Miteinander zu kommen. Plassnik: "Frauen und Jugendliche stehen in diesen Überlegungen im Mittelpunkt. Warum? Für manche Diskussionen gelten Frauen und Jugendliche als Gradmesser gelungener Integration. Sie sind aber auch Motoren der Veränderung."

Plassnik forderte einen "differenzierenden Blick: Wir sollten wahrnehmen, dass es gerade bei Frauen und Jugendlichen sehr viel ungenütztes Potential für erfolgreiche Integration gibt, das sollte man ganz gezielt ansprechen." Plassnik betonte zugleich die Universalität der Menschenrechte. Insbesondere in Bezug auf Frauen dürfe es hier keine Relativierung oder Trennlinien aufgrund von Traditionen, Geographie oder Sitten geben.

Plassnik charakterisierte Integration als langfristige Aufgabe. "Es geht mir auch in meiner Arbeit nicht um ein einmaliges Ereignis, sondern darum, hier einen dauerhaften Faden zu spinnen. "Die Ergebnisse der Salzburger Konferenz werden in die weitere in Zusammenarbeit mit unseren slowenischen Freuden und Partnern einfließen, die im Jänner den Vorsitz in der EU übernehmen." Plassnik bezeichnete das kommende Jahr des interkulturellen Dialogs in Europa als "sehr gute Chance, die wirksame Arbeit fortzusetzen.

Grundanliegen sei das Heimat-Finden, "die Möglichkeit vom Gast zum Gastgeber zu werden, gleichzeitig aber auch der Auftrag, Heimat zu geben". Die Außenministerin forderte "Offenheit und Behutsamkeit im Dialog". Plassnik:"Wir müssen offen darüber reden, was uns aneinander irritiert, wir müssen aber auch bewusster machen, was uns miteinander verbindet."

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