Wien, 19. November 2007 Aussendung

Plassnik: "Die Welt von morgen gestalten für die Kinder von heute"

19.11.2007

Außenministerin zum morgigen Weltkindertag

Wien, 19. November - "Für die Kinder von heute gestalten wir die Welt von morgen. Der Schutz von Kindern, die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und die Förderung ihrer Rechte sind daher ein besonderes Anliegen der österreichischen Außenpolitik", so Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich des Weltkindertages.

Am 20. November 1989 haben die Vereinten Nationen die internationale Kinderrechtskonvention beschlossen. Der Geburtstag der Konvention sei ein besonderer Anlass, die Maßnahmen zur Einhaltung der Kinderrechte zu überprüfen und zu verstärken. Österreich unterstütze die Schaffung eines UNO-Sonderbeauftragten zur Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder. Plassnik: "Wir brauchen einen weltweit im Auftrag der UNO tätigen Anwalt für Kinder, der in Fällen von Gewalt gegen Kinder, Kinderpornographie oder Mädchenhandel einschreitet. Gegen diese Verbrechen muss kompromisslos vorgegangen werden."

Plassnik wies darauf hin, dass der Schutz von Kinderrechten in der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ausdrücklich verankert ist. Zahlreiche Projekte widmen sich dem Schutz und der Förderung von Kinderrechten, oder binden Kinder als Akteure ein. Konkrete Projekte befassen sich z.B. mit dem Kampf gegen den Mädchenhandel in Albanien, mit dem Schutz von Straßenkindern in Moldawien und mit Ausbildungsprogrammen für Jugendliche aus Serbien. "Wir müssen Kindern und Jugendlichen die Chance geben, in einer friedlichen Gesellschaft aufzuwachsen. Darum ist es mir ein großes Anliegen, Kindern aus den Westbalkanstaaten die Möglichkeit zu bieten, am Projekt Europa teilzuhaben und sie die Werte erfahren zu lassen, die den Kontinent vereint haben. Schließlich gestalten auch sie das Europa von morgen", so Plassnik.

Die Außenministerin bekräftigte: "Kinderrechte sind universell und müssen eingehalten werden. Dies gilt auch für das Verbot der Hinrichtung von jugendlichen Straftätern. Die hohe Zahl von Jugendlichen, die im Iran zum Tod verurteilt werden, ist Ausdruck einer traurigen Realität. Sie ist unvereinbar mit unserem Menschenrechtsverständnis. Ich fordere den Iran zu einem sofortigen Stopp dieser verabscheuungswürdigen Praxis auf."

Plassnik wies darauf hin, dass Österreich mit zahlreichen Staaten Teil einer globalen Allianz gegen den Einsatz von Kindersoldaten ist. "In den meisten Konflikten sind auch Kinder brutaler Gewalt ausgesetzt. Sie werden entführt und gezwungen, an Kampfhandlungen und Gewalttaten teilzunehmen. Sie selbst sind Opfer von Mord, Vergewaltigung und Verstümmelung. Die Lage von Mädchen ist dabei besonders schlimm." Dabei verwies sie auf die prekäre Situation in Afghanistan und Pakistan, wo viele Mädchen ihres Rechts auf Bildung beraubt werden. So wurden in der pakistanischen Provinz Swat mehrere Mädchenschulen von Extremisten attackiert und mussten daher aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Die Außenministerin nannte die Situation von Kindern in Nord-Uganda "eines der schrecklichsten Beispiele für Verbrechen gegen Kinder". Österreich ist deshalb dort mit konkreten Projekten aktiv. Plassnik: "Wir unterstützen die Rückführung von Kindern in ihre Familien und Gemeinschaften, um so Voraussetzungen für eine bessere Zukunft dieser Kinder zu schaffen." Ein weiterer Aspekt der österreichischen Außenpolitik ist die Schulung österreichischer Teilnehmer an internationalen Missionen für den speziellen Umgang mit Kindern. So werde auch das österreichische Kontingent für den Tschad durch das Außenministerium auf die besondere Situation und Bedürfnisse der Kinder in der Region vorbereitet.

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