Wien, 19. Dezember 2006 Aussendung

Plassnik: "Österreich schafft konkrete Zukunftsperspektiven für Menschen in Serbien"

19.12.2006

Österreich unterstützt gemeinsam mit UNO Beschäftigungsprogramm für Serbien mit rund zwei Millionen Euro

Wien, 19. Dezember 2006 - "Serbien durchläuft derzeit einen zum Teil schmerzhaften Transformationsprozess. Mit diesem bisher größten Projekt der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit in Serbien wollen wir den Menschen in dieser auch wirtschaftlich schwierigen Zeit eine konkrete Zukunftsperspektive geben", betonte Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich der heutigen Präsentation eines umfassenden Arbeitsmarktprojektes, das von der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) mit zwei Millionen Euro unterstützt wird. "Dieser aktive Beitrag Österreichs zur positiven Entwicklung des serbischen Arbeitsmarktes stärkt auch die gesellschaftliche und politischen Stabilität des Landes."

In Serbien ist trotz überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums Armut und Arbeitslosigkeit nach wie vor verbreitet. Das monatliche Einkommen der Bevölkerung liegt bei rund 200 Euro, ein Viertel der Menschen ist arbeitslos.

Um die sozialen Folgen abzufedern, haben das serbische Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und Soziales, das serbische Arbeitsmarktservice, die OEZA und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gemeinsam das Programm "Severance to Jobs" erarbeitet. Werden in Zusammenhang mit der Privatisierung eines Staatsbetriebs Beschäftigte zur Kündigung angemeldet, soll in Zukunft das serbische Arbeitsmarktservice mit einem umfassenden Maßnahmenpaket in der Lage sein, Betroffene möglichst nahtlos zu einem neuen Arbeitsplatz zu führen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Schaffung von Anreizen, damit die Arbeitnehmer ihre Abfertigungszahlungen in die Schaffung neuer Arbeitsplätze reinvestieren. 10.000 neue Stellen werden dadurch in den nächsten Jahren erwartet.

Mittels Know-how-Transfer unterstützt Österreich das serbische Arbeitsmarktservice beim Aufbau entsprechender Kapazitäten, um solche innovativen Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik auch umsetzen zu können. Dabei konzentriert sich das Engagement vor allem auf Regionen wie die Vojvodina und Südserbien, in denen sich die ohnehin angespannte Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren durch geplante Restrukturierungsprozesse weiter verschärfen dürfte. "Diese österreichische Hilfe ist ein weiterer Beitrag, um die europäische Perspektive des Landes für die Menschen greifbar und glaubhaft zu machen", so Außenministerin Plassnik.

Die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit engagiert sich bereits seit vielen Jahren in Serbien. Schwerpunkte dabei sind Kooperationen im Bereich wirtschaftliche Entwicklung und Bildung. Von 1998 bis 2004 investierte Österreich rund 6,6 Millionen Euro in Bildungs- und Beschäftigungsprojekte. Ein ganz wesentlicher Faktor neben der Armutsbekämpfung und der Schaffung von Arbeitsplätzen ist die Überwindung der gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Isolation des Landes.

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