Wien, 25. November 2006 Aussendung

Plassnik: "Null Toleranz für Gewalt gegen Frauen"

25.11.2006

Außenministerin Ursula Plassnik zum internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November

Wien, 25. November 2006 - "Gewalt gegen Frauen gibt es in allen Kulturkreisen und in allen sozialen Schichten, auch in Österreich. Dieses Thema darf nicht Spielball einer inszenierten Auseinandersetzung zwischen Norden und Süden oder Arm und Reich werden. Null-Toleranz für Gewalt gegen Frauen gilt überall. Wir alle sind aufgefordert, mit aller Entschiedenheit diese Gewalt in all ihren Ausformungen zu bekämpfen", unterstrich Bundesministerin Ursula Plassnik anlässlich des internationalen Tags für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen.

Anfang Oktober wurde in New York vor der UNO-Generalversammlung eine umfassende UN-Studie zu Gewalt gegen Frauen vorgestellt, die auch wichtige Empfehlungen an die UNO-Mitgliedsstaaten enthält. "Diese Studie wird dazu beitragen, die internationale Debatte auf eine sachliche fundierte Basis zu stellen und Menschenrechtsverteidigerinnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Gewalt gegen Frauen hindert sie an der Ausübung ihrer fundamentalen Menschenrechte und Grundfreiheiten. Österreich hat deshalb diese UN-Studie unterstützt und mitfinanziert", so Plassnik.

Die Außenministerin erinnerte an die weltweite Kampagne zum Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen, die vom österreichischen EU-Vorsitz initiiert wurde. Sie begrüßte, dass diese Initiative von Finnland fortgesetzt wird. "Gerade Frauen, die sich aktiv im Kampf für mehr Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen, laufen Gefahr Opfer von Repressalien oder Gewalt zu werden. Sie brauchen unsere Unterstützung und unseren besonderen Schutz. Schon die erhöhte internationale Aufmerksamkeit gibt ihnen oft größere Sicherheit. Ich werde daher weiterhin mit Nachdruck alle einschlägigen Aktivitäten, wie etwa die Netzwerk-Konferenz Ende des Monats in Jakarta, unterstützen", so Plassnik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich Frauen, Frieden, Sicherheit und damit die Umsetzung der Resolution 1325 des UNO-Sicherheitsrats. "In bewaffneten Konflikten sind oft Frauen die ersten Leidtragenden. Sie sind aber auch meist die ersten Brückenbauer über Konflikt- und ethnische Grenzen hinweg, wie zum Beispiel am Kaukasus. Diese Initiativen müssen wahrgenommen und unterstützt werden. Frauen müssen daher einen Platz am Verhandlungstisch haben. Und sie müssen auch in internationalen Friedensoperationen stärker vertreten sein, auch in Führungspositionen. Dafür setze ich mich im Rahmen der EU, der OSZE und der UNO beharrlich ein", unterstrich Plassnik.

Im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit haben Frauenanliegen ebenfalls eine besondere Bedeutung. Die OEZA hat im Herbst ein großes Programm gegen Handel von Frauen und Mädchen in Südosteuropa gestartet, das unter anderem auch die Finanzierung von Frauenhäusern in Serbien und im Kosovo umfasst. Auch in Afrika werden entsprechende Schwerpunkte gesetzt. So laufen etwa in Äthiopien Projekte zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung und in Uganda für kriegstraumatisierte Frauen und Kindersoldatinnen.

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