Wien, 10. November 2006 Aussendung

Plassnik: "Lehren für bestmöglichen Schutz für unsere Blauhelme ziehen"

10.11.2006

Außenministerin Plassnik zur Veröffentlichung des finnischen Expertenberichts zu Khiam

Wien, 10. November 2006 - Außenministerin Ursula Plassnik erklärte zum heute veröffentlichten nationalen finnischen Expertenbericht zum Beschuss des UN-Beobachtungspostens Khiam im Juli des Jahres: "Der Expertenbericht deckt sich im wesentlichen mit unseren Erkenntnissen aus der Prüfung des Berichts der UNO und der Darstellung der israelischen Armee. Niemand kann die tragischen Ereignisse in Khiam rückgängig machen. Es war mir und Bundesminister Günther Platter aber von Anfang an ein Anliegen, daraus die entsprechenden Lehren für die Zukunft zu ziehen. Wir schulden es dem Andenken des Majors Hans Peter Lang und den vielen tausenden UNO-Soldaten, die weltweit für den Frieden eintreten, dass ihre Sicherheit bestmöglich garantiert ist und sich Vorfälle dieser Art in Zukunft nicht wiederholen."

Österreich verlangt daher, dass die von der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen im ihrem Bericht zu Khiam ausgesprochen Empfehlungen konsequent umgesetzt werden. Das fordert auch Finnland in seinem Bericht. Dies betrifft insbesondere die Verbesserung der Kommunikation zwischen den UNO-Truppen und den Streitkräften des Gastlandes bzw. der Streitparteien, um in Notsituationen eine rasche und wirksame Verbindung sicherzustellen. Auch die Forderung, den Aufenthalt illegaler bewaffneter Gruppen in der unmittelbaren Nähe von UNO-Posten künftig in Mandaten des Sicherheitsrates für Friedensoperationen ausdrücklich zu verbieten, wird von Österreich nachdrücklich unterstützt. "Wir werden uns mit Nachdruck um die volle und umgehende Umsetzung dieser Vorschläge bemühen. Dabei werden wir auch künftig mit unseren Kollegen aus Finnland, Kanada und China, die ebenfalls Tote zu beklagen hatten, eng zusammenarbeiten", so Plassnik.

"Aber unsere Anstrengungen gelten nicht nur dem bestmöglichen Schutz für unsere Blauhelme bei ihrer anspruchsvollen und auch gefährlichen Tätigkeit. Wir kümmern uns jetzt auch um die Familie von Major Hans-Peter Lang, der so tragisch ums Leben kam", unterstrich Plassnik. Zunächst sei dafür Sorge zu tragen, dass die Familie von Major Hans-Peter Lang möglichst rasch eine angemessene Entschädigung erhält. Diesbezüglich unterstütze Österreich auch alle Bemühungen der Familie Lang gegenüber der UNO. "Ich habe darüber hinaus in meinen Kontakten mit Israel nahe gelegt, eine Geste des guten Willens zu setzen. Dafür käme etwa ein Beitrag zur Ausbildung des minderjährigen Sohns von Major Lang in Betracht. Die israelische Seite hat sich bereit erklärt, diesen Vorschlag ernsthaft zu prüfen. Niemand kann den Tod von Hans Peter Lang ungeschehen machen, aber wir können Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit setzen", erklärte Plassnik. Die Außenministerin erinnerte daran, dass Israel die volle Verantwortung für die Bombardierung des UN-Beobachterpostens in Khiam übernommen und sich für diesen folgenschweren Vorfall formell bei ihr entschuldigt hat.

Rückfragehinweis:
Außenministerium
Presseabteilung
Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
Fax: ++43 (0) 50 1159-213
abti3(at)bmaa.gv.at