Wien, 28. Dezember 2006 Aussendung

Außenministerin zu Entführung eines Österreichers im Irak

28.12.2006

Alle Anstrengungen, um Verbleib des Mannes zu klären

Wien, 28. Dezember 2006 - "Obwohl gerüchteweise ein Video aufgetaucht ist, gibt es noch keine gesicherte Nachricht über das Schicksal des im Irak entführten Bert Nussbaumer", erklärte Außenministerin Ursula Plassnik zu den gestern bekannt gewordenen Informationen über eine Videoaufzeichnung, die den österreichischen Staatsbürger gemeinsam mit vier gleichzeitig entführten Amerikanern zeigen soll. Das Video selbst liegt den österreichischen Behörden nicht vor. Plassnik bestätigte aber, dass von der Crescent Security Group eine Tonaufnahme zur Verfügung gestellt wurde, die angeblich von diesem Video stammt. "Die Tonaufnahme wird derzeit von Experten eingehend untersucht. Noch gibt es keine gesicherten Informationen darüber, ob sie authentisch ist und von wann die Aufzeichnung stammt", so Plassnik.

"Das Auftauchen der Aufnahme ist für uns jedenfalls ein weiterer Ansporn, unsere intensiven Bemühungen um die Freilassung des Österreichers konsequent fortzusetzen. Gemeinsam mit dem Innen- und dem Verteidigungsministerium unternehmen wir alles, um den Aufenthaltsort des Entführten Österreichers zu klären" betonte Plassnik. Der Krisenstab des Außenministeriums, dem auch Vertreter des Innen und Verteidigungsministeriums angehören, tagt regelmäßig.

Vor dem Hintergrund der besonders herausfordernden Situation im Irak und der schwierigen Sicherheitslage ist die Informationslage verworren und erschwert die Arbeit. Deshalb sind die zuständigen Ministerien derzeit daran, im vielschichtigen gesellschaftlichen Netz des Iraks gute Kontakte aufrechtzuerhalten, um möglichst gesicherte Informationen gewinnen zu können. Nach wie vor wurden österreichische Stellen weder von den Geiselnehmern kontaktiert noch sind irgendwelche Forderungen der Geiselnehmer bekannt.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entführung wurden alle Ansprechpartner im Irak mobilisiert, um rasch Klarheit über das Schicksal des österreichischen Staatsbürgers zu erhalten. Die zuständigen österreichischen Behörden arbeiten dabei eng mit den irakischen Behörden und den in Bagdad und Basra vertretenen Partnern, unter anderem aus der Europäischen Union, zusammen. Auch die Österreichischen Botschaften in Amman und in Kuwait sind eingeschaltet. Die notwendigen personellen Verstärkungen der Botschaften wurden vorgenommen.

Darüber hinaus wurde das Netz der Kontakte gezielt erweitert, sodass die österreichischen Behörden nunmehr in einem intensiven Informationsaustausch unter anderem auch mit Nicht-Regierungsorganisationen, dem Roten Kreuz, dem Roten Halbmond, kirchlichen Einrichtungen, Spitälern und Ärzten stehen.

Außenministerin Ursula Plassnik hat auf politischer Ebene die irakische Seite mit dem dringenden Ersuchen befasst, jeden Einfluss für die rasche Freilassung und sichere Heimkehr des entführten Österreichers einzusetzen. Die Außenministerin ersuchte ihren irakischen Amtskollegen Hoshyar Zebari sowie den Präsidenten Dschalal Talabani und den Premierminister Nouri Al-Maliki, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit diese Geiselnahme so bald wie möglich ein gutes Ende nimmt.

Das Außenministerium warnt seit langem vor Reisen in den Irak und rät u. a. auf seiner Homepage www.aussenministerium.at allen ÖsterreicherInnen dringend von Reisen in den Irak ab.

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