Wien, 20. Dezember 2005 Aussendung

Plassnik: "Solidarität, Menschlichkeit und Professionalität im Umgang mit der Tsunami-Katastrophe"

20.12.2005

Wien, 20. Dezember 2005 - Die österreichische Bundesregierung hat im heutigen Ministerrat Bilanz über die Maßnahmen und Hilfsleistungen seit der Tsunami-Katastrophe gezogen und einen Ausblick auf die nächste Phase der Wiederaufbauhilfe vorgestellt.

"Am 26. Dezember ist der erste Jahrestag der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean. Mehr als 230.000 Menschenleben wurden ausgelöscht, unter ihnen waren auch 86 Österreicherinnen und Österreicher. Unsere Gedanken sind gerade in den kommenden Tagen bei den Familien und Freunden, die vor einem Jahr so unerwartet und abrupt auseinander gerissen wurden", sagte Außenministerin Ursula Plassnik.

In den Folgemonaten nach der Tsunami-Katastrophe haben die zuständigen Ministerien ihre technischen und personellen Kapazitäten verstärkt und ausgebaut. Das Call-Center im Außenministerium wurde von sieben auf dreißig Anschlüsse ausgebaut, Mitarbeiter wurden technisch und psychologisch besser geschult, eine weltweit erreichbare Datenbank für die Vermisstensuche wurde eingerichtet.

"Österreich setzt sich auch während der EU-Präsidentschaft mit Nachdruck dafür ein, dass die europäische Zusammenarbeit in Krisenfällen weiterentwickelt wird. In diesem Bereich brauchen wir eindeutig mehr Europa", so die Außenministerin.

Im Bereich der Sofort- und Wiederaufbauhilfe wurden von der Bundesregierung insgesamt 34 Mio. Euro bereitgestellt. Bisher wurden rund 12,7 Mio. Euro in konkreten Projekten gebunden. Damit konnten dringend benötigte Hilfsgüter geliefert werden, aber auch ein nachhaltiger Beitrag zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbau geleistet werden.

"Wir haben die erste Phase, nämlich das erste Jahr der auf drei Jahre angelegten Wiederaufbauhilfe, auf einen guten Weg gebracht. Die Menschen in den betroffenen Regionen, vor allem in Sri Lanka, erhalten konkrete Hilfe. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte auf Basis des konkreten Bedarfs und im Sinne der Nachhaltigkeit zu setzen. Dabei orientiert sich die Bundesregierung an einer vom Außenministerium in Auftrag gegebenen unabhängigen Studie und wird sich 2006 in erster Linie in den Bürgerkriegsregionen in Sri Lanka und Indonesien in den Bereichen Nationale Versöhnung, Bildung, Gesundheit und Stärkung der Zivilgesellschaft engagieren", sagte die Außenministerin.

"Dr. Ernst Strasser hat die vielseitigen Aktivitäten der Regierung, der Länder, der Städte und Gemeinden sowie der Hilfsorganisationen umsichtig und professionell koordiniert. Für diesen wertvollen und ehrenamtlich geleisteten Einsatz, der mit 26. Dezember 2005 zu Ende geht, hat die Bundesregierung Dr. Ernst Strasser Dank und Anerkennung ausgesprochen", so Plassnik.

Das Innenministerium hat humanitäre Soforthilfe geleistet und mit zwei Expertenteams zur Identifizierung der Opfer beigetragen; das Verteidigungsministerium hat der Region Galle zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung gestellt; das Sozialministerium unterstützt frauenspezifische Projekte in Indien; das Verkehrsministerium baut die Eisenbahnlinie von Colombo nach Matara in Sri Lanka wieder auf; das Wirtschaftsministerium beteiligt sich am Projekt "Wir bauen Leben" und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau von Dörfern in Thailand, Sri Lanka und Indonesien.

"Die Tsunami-Katastrophe hat uns als schmerzhafte gemeinsame Erfahrung einander näher gebracht. Menschen aus unterschiedlichen Erdteilen waren füreinander da und haben Menschlichkeit, Mitgefühl und Solidarität unter Beweis gestellt. Das globale Dorf hat sich von seiner stärksten Seite gezeigt: ferne Länder wurden zu nahen Nachbarn und jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten geholfen. Für die beeindruckende Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher danke ich aufrichtig", sagte die Außenministerin.

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