Wien, 22. Dezember 2005 Aussendung

Außenministerium zur Entführung zweier österreichischer Staatsbürger im Jemen

22.12.2005

Wien, 22. Dezember 2005 - Das Außenministerium bestätigte heute die Entführung zweier österreichischer Staatsbürger in der Provinz Marib im Nordosten des Jemen. Es handelt sich um einen 52-jährigen Mann, der in Wien und in der Steiermark wohnhaft ist, sowie um eine 31-jährige Frau aus der Steiermark.

Der Mann hat sich in den frühen Morgenstunden bei einer Bekannten in Österreich telefonisch gemeldet und berichtet, dass er und seine Reisebegleiterin entführt worden seien. Die Frau hatte im Laufe des heutigen Tages mehrfach telefonischen Kontakt mit der deutschen Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Nach ihren Angaben fordern die Entführer die Freilassung von drei inhaftierten Männern im Austausch mit den österreichischen Geiseln. Die jemenitischen Sicherheitsbehörden haben bereits gestern Vertreter zur Aufnahme von Verhandlungen mit den Entführern entsandt.

Die zuständigen österreichischen Behörden unter der Koordination des Außenministeriums haben seit Bekanntwerden der Entführung unverzüglich sämtliche Maßnahmen gesetzt, die zur Freilassung der Geiseln führen sollen. Im Außenministerium tagt seit gestern ein Krisenstab unter der Leitung von Generalsekretär Johannes Kyrle und unter Mitwirkung des Innenministeriums und des Verteidigungsministeriums. Der für den Jemen zuständige österreichische Botschafter im Oman, der Leiter des Krisenreaktionszentrums im Außenministerium sowie ein Experte des Innenministeriums haben sich heute nach Sanaa begeben, wo sie direkten Kontakt mit der jemenitischen Regierung sowie mit der deutschen Botschaft aufgenommen haben.

Das Außenministerium steht in laufendem Kontakt mit dem Krisenzentrum des deutschen Auswärtigen Amtes in Berlin, da Deutschland in Sanaa über eine Botschaft verfügt, die als Koordinationszentrum fungiert, sowie mit anderen europäischen Partnern. Auch die britische EU-Präsidentschaft wurde informiert.

Seit gestern steht das Außenministerium darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem jemenitischen Botschafter und mit der jemenitischen Regierung, die für die Lösung des Falls verantwortlich ist. Staatssekretär Hans Winkler hat in Telefongesprächen mit dem jemenitischen Außenminister appelliert, dass die jemenitische Regierung alles tun möge, um die Sicherheit der beiden Österreicher zu gewährleisten, keine Gewalt anzuwenden und eine rasche Freilassung zu erreichen.

Rückfragehinweis:
Außenministerium
Presseabteilung
Aus Österreich: 050 1150-3262, 4549, 4550
Aus dem Ausland: ++43 50 1150-3262, 4549, 4550
Fax: 050 1159 213 bzw ++43 50 1159 213
abti3(at)bmaa.gv.at