Wien, 11. November 2004 Aussendung

Außenministerin Plassnik zum Ableben von Präsident Arafat

11.11.2004

Wien, 11. November 2004 - "Mit Präsident Arafat verlieren die PLO und das palästinensische Volk die zentrale Persönlichkeit ihres Ringens um Selbstbestimmung. Unter größten außen- und innenpolitischen Spannungen blieb er bis zum Schluss die wichtigste Integrationsfigur seines Volkes", so Außenministerin Ursula Plassnik nach Bekanntwerden des Todes des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Jassir Arafat.

"Er konnte das große Ziel seiner politischen Anstrengungen, die Gründung eines unabhängigen Staates Palästina nicht mehr selbst erleben. Sein Beitrag dazu war und ist prägend; seine Hinwendung zum Bemühen um eine Verhandlungslösung eröffnete neue Perspektiven. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn und seine israelischen Gegenüber Rabin und Peres nach Unterzeichnung des Osloer Abkommens und die Wahl zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde stellen die wichtigsten Zeugnisse für seine politischen Erfolge dar", sagte die Außenministerin weiter.

Es sei zu hoffen, dass seine Nachfolger die richtigen Lehren aus seinen Stärken, aber auch aus seinen Fehlern während der Jahre nach Einsetzung der Autonomiebehörde ziehen. Es werde daher auch besonders darauf ankommen, dass sie den Mut und die politische Weitsicht haben werden, jede Chance auf eine Friedenslösung aufzugreifen.

Plassnik erinnerte abschließend daran, dass Österreich als einer der ersten EU-Mitgliedstaaten seit 1974 mit Jassir Arafat zusammengearbeitet habe. Diese vom damaligen Bundeskanzler Kreisky begründete Zusammenarbeit habe seither in der österreichischen Außenpolitik Tradition.