24. Oktober 2002 Aussendung

Ferrero-Waldner zur Geiselnahme in Moskau:,,Mit der Geiselnahme unschuldiger Zivilisten können politische Forderungen nicht untermauert werden"

24.10.2002

Wien, 24. Oktober 2002 - Zur aktuellen Situation in Moskau stellte Außenministerin Ferrero-Waldner heute fest, dass die österreichische Staatsbürgerin, die sich - wie Dutzende andere Ausländer - noch immer in einem Moskauer Theater in der Hand tschetschenischer Geiselnehmer befindet, heute Nacht ihren Mann via Mobiltelefon über ihre Lage informieren konnte. Die österreichische Botschaft in Moskau habe daraufhin sofort Kontakt mit den russischen Behörden aufgenommen. Der österreichische Botschafter, Dr. Franz Cede, und sein Stab sind seit den frühen Morgenstunden in unmittelbarer Nähe des beim Theater eingerichteten russischen Krisenzentrums anwesend.

Von österreichischer Seite besteht die Hoffnung, dass es in den kommenden Stunden zu der von den Geiselnehmern selbst angekündigten Freilassung aller ausländischer Geiseln kommen wird, entsprechende Andeutungen hat es bereits im Laufe der Nacht gegeben.

Außenministerin Ferrero-Waldner hat in diesem Zusammenhang jegliche terroristische Aktionen auf das schärfste verurteilt: ,,mit der Geiselnahme unschuldiger Zivilisten können politische Forderungen nicht untermauert werden!". Die österreichische Außenministerin hatte schon während ihres Vorsitzes in der OSZE im Jahre 2000 immer wieder auf die Brisanz dieses ungelösten Konfliktes im Kaukasus hingewiesen. Im Zuge einer fact-finding mission im März 2000 hat sie Gespräche zu diesem Thema sowohl in Moskau wie auch in Tschetschenien geführt.

Österreich und die anderen EU-Mitgliedstaaten vertreten die Auffassung, dass nur eine politische Lösung das seit mehr als einem Jahrzehnt vorhandene Tschetschenien-Problem auf Dauer aus der Welt schaffen kann. Auch Moskau hat dies in den letzten Jahren wiederholt bekundet und eine solche als Ziel seiner Bemühungen bezeichnet.