26. Juli 2002 Aussendung

Ferrero-Waldner würdigt Verdienste des katalonischen Regierungschefs Pujol

26.07.2002

Festrede der Außenministerin zur Verleihung des Batliner ,,Kleinstaatenpreises" an Pujol

Wien, 26.Juli 2002 - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hielt heute anlässlich der feierlichen Verleihung des Herbert-Batliner-Preises für "Verdienste kleiner Länder" an den Präsidenten der autonomen spanischen Region Katalonien, Jordi Pujol eine Festrede. Im Beisein vieler namhafter Politiker würdigte die Außenministerin die Leistungen Pujols, der als ,,Brückenbauer viel für Katalonien, für Regionalbewusstsein in Europa und für die Rechte der Regionen getan hat".

Heute nehme Regionalbewusstsein und der Wunsch nach Geborgenheit im unmittelbaren Lebensbereich in Europa - gerade vor dem Hintergrund eines zunehmend globalen Beziehungsgeflechtes der modernen Welt - immer mehr zu. Neben der starken regionalen Heimatbezogenheit und dem nationalen Wir-Gefühl wachse zudem auch die europäische Identität. Ferrero -Waldner betonte in diesem Zusammenhang, dass sich ,,diese drei Loyalitäten keinesfalls widersprechen, sondern sich in Wirklichkeit geradezu bedingen". Ferrrero-Waldner: ,,Für ein starkes Europa, das in der sich verändernden Welt eine stabilisierende Rolle spielen soll, brauchen wir gesunde und starke Regionen".

Gesunde und starke Regionen könnten mit kluger Regionalpolitik Krisen vorbeugen und eine solide Basis für gedeihliche wirtschaftliche und soziale Entwicklungen schaffen. Zudem komme den Regionen bei grenzüberschreitenden Regionalprojekten eine zentrale Rolle zu. Somit stelle es auch eine wichtige Aufgabe für den Konvent über die Zukunft Europas dar, Fragen zur weiteren Einbindung der Regionen zu besprechen. Die Außenministerin setze sich dabei seit langem für eine Aufwertung des Ausschusses der Regionen ein und könne sie sich auch ,,ein Klagsrecht der Regionen vor dem Europäischen Gerichtshof vorstellen".