10. Oktober 2002 Aussendung

Ferrero-Waldner stellte heute ihr neues Buch "Kurs setzen in einer veränderten Welt" auf der Frankfurter Buchmesse vor

10.10.2002

Frankfurt, 10. Oktober 2002 - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner stellte heute bei der Frankfurter Buchmesse ihr neues Buch "Kurs setzen in einer veränderten Welt" vor. Bei dieser Gelegenheit traf die Außenministerin auch mit den bei der Frankfurter Buchmesse vertretenen österreichischen Verlegern und Herausgebern zusammen. Der Präsident des österreichischen Buchhandels und der europäischen Verlegerunion, Anton Hilscher, führte Ferrero-Waldner durch die Buchmesse. Die Außenministerin wird ihren Besuch in Frankfurt heute Abend, nach einem Zusammentreffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Koch, beenden.

Die Welt ordnet sich ständig neu. Zwar ist der Schauplatz der Außenpolitik der gesamte Globus, aber die Auswirkungen spüren wir auch lokal. Daher heißt es "Kurs setzen in einer veränderten Welt", so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner anlässlich der heutigen Präsentation ihres Buches bei der Frankfurter Buchmesse. "Jedes Land muss auswählen, wie es am besten auf die weltpolitischen Herausforderungen reagiert und seine Chancen nützen kann. Auch kleinere und mittlere Staaten wie Österreich sind aufgerufen, in Zeiten der großen weltpolitischen Veränderungen ihren Beitrag zu leisten. Die Menschen werden ihre Regierungen daran messen, wie viel Sicherheit sie ihnen geben können", so die Außenministerin.

In ihrem Buch möchte Ferrero-Waldner die neue Weltlage durchaus als Chance begreifen. Als solche Chance sieht sie beispielsweise die Westausrichtung Russlands unter Präsident Putin, die es zu unterstützen gilt. "Denn selbst die mächtigsten Länder kommen heute in der Welt nicht ohne Verbündete und ohne Zusammenarbeit aus. Auch Europa kann sich hier einbringen, wenn es seine Hausaufgaben macht und endlich daran geht, mit einer Stimme zu sprechen", meint die Außenministerin. Dabei läge es an uns Europäern, ob die EU zu den Großen der Welt hinzustoßen und den strategischen Einfluss erlangen kann, welcher der Wirtschaftskraft der EU entspräche.

"Österreich hat seit dem zweiten Weltkrieg immer wieder bewiesen, dass es historische Augenblicke zu erkennen und auch zu ergreifen weiß. Österreichs Beitritt zur EU war ein solcher Augenblick; die EU-Erweiterung ist es ebenfalls." Auf neue Herausforderungen antworten will Ferrero-Waldner mit pragmatischer Anpassung an neue Gegebenheiten, mit umfassenden Modellen der Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen, mit Hilfe für die Menschen, damit sie mit den Auswirkungen der Globalisierung fertig werden und vor allem mit Bildung und einem Mehr an Menschlichkeit.

Als Staatssekretärin für auswärtige Angelegenheiten war Ferrero-Waldner mit der Vorbereitung der ersten österreichischen EU-Präsidentschaft 1998 betraut. Ein prominentes Kapitel ihres Buches widmet die Ministerin der "Wirklichkeit werdenden Vision eines geeinten und integrierten Europas mit Österreich als Herzland". Sie beschreibt darin auch die Zeit der EU-Sanktionen sowie ihre persönlichen Anstrengungen, um ein "Loch in die Mauer des Schweigens der EU-14 zu reißen".

Unter anderem gibt die Ministerin in ihrem Buch auch Antworten auf Fragen der Entwicklungshilfe - ein Thema, für das sich Ferrero-Waldner seit ihrer Zeit als Mitglied des Diplomatischen Corps in Senegal mit Nachdruck einsetzt. Besonderes Augenmerk widmet das Buch humanitären und Menschenrechtsfragen, v.a. in Bezug auf Kinder und Frauen. "Grosny war für mich das Schlimmste. Dieser Besuch hat mir vor Augen geführt, wie sehr gerade Frauen im Krieg leiden."

Die Ministerin kommt zum Schluss, dass Außenpolitik im 21. Jahrhundert mehr denn je an der Schnittstelle zwischen innenpolitischer Entscheidungsfindung und dem weltpolitischen Geschehen steht. "Ich versuche, unbeirrt von Querschüssen der Innenpolitik, meine Überzeugungen in der Außenpolitik umzusetzen, um aktiv die Politik im Interesse der Österreicher und Österreicherinnen zu gestalten, wenn es gilt, in einer veränderten Welt Kurs zu setzen."