7. Oktober 2002 Aussendung

Ferrero-Waldner: Erklärung zu Referendum zur Umbenennung des Friedensplatzes in Bozen

07.10.2002

In einer Reaktion auf das Referendum zur Umbenennung des Friedensplatzes in Bozen stellte Außenministerin Ferrero-Waldner heute folgendes fest:

"Das überzeugte österreichische Engagement für die Autonomie Südtirols mit ihrem Schutzzweck, die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung des Landes in ihrem ethnischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bestand dauerhaft zu sichern, besteht auf der Rechtsgrundlage des Pariser Abkommens unverändert weiter. Darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen.

Gleichzeitig ist für Österreich naturgemäß das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Sprachgruppen in Südtirol ein zentrales Anliegen: vor diesem Hintergrund habe ich die Vorgänge um die Umbenennung des Friedensplatzes in Bozen mit großer Sorge verfolgt. Der dabei deutlich gewordene Appell an die Sprache der Vergangenheit macht umso mehr betroffen, als sich doch unser ganzes Streben zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf ein friedliches Zusammenleben der Völker im gemeinsamen Europa richtet! Ich würde es zutiefst bedauern, wenn durch diesen Schritt Barrieren zwischen der deutschsprachigen und der italienischsprachigen Bevölkerung Südtirols aufgerichtet würden, die wir längst überwunden glaubten.

Österreich wird jedenfalls auch in Zukunft in engem Kontakt mit seinen Südtiroler Freunden darum bemüht sein, die Zielsetzungen der Autonomie, nämlich den Schutz der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerungsgruppen in Südtirol sowie das friedliche Zusammenleben aller Sprachgruppen, nach Kräften zu fördern. Österreich wird auch weiterhin zu Südtirol halten!", schloss die Außenministerin.