5. Dezember 2001 Aussendung

Ferrero-Waldner traf heute bosnischen Amtskollegen Lagumdzija in Wien

05.12.2001

Österreich unterstützt Bosnien und Herzegowina weiterhin bei Annäherung an europäische Strukturen

Wien, 5. Dezember 2001 - ,,Auch wenn Österreich mit Bosnien und Herzegowina keine gemeinsame Grenze teilt, so sind die ca. 120.000 in Österreich lebenden Bosnier ein wesentlicher integrativer Faktor und ein starkes Bindeglied zwischen unseren beiden Ländern. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die bosnische Grenze nur 200 km von der österreichischen Grenze entfernt ist. Aus diesen Gründen sind die Entwicklungen in Bosnien und Herzegowina von besonderem Interesse für Österreich", so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute im Anschluss an das Arbeitsgespräch mit dem bosnischen Außenminister und derzeitigen Vorsitzenden des Ministerrates, Zlatko Lagumdzija.

,,Österreich wird Bosnien und Herzegowina weiterhin auf seinem Weg zu einem gefestigten, modernen, europäischen Staat mit einer klaren Zukunft innerhalb der europäischen Strukturen unterstützen", so die Außenministerin weiter. Diesem Engagement liege die Überzeugung zugrunde, dass die Einbeziehung der Staaten Südosteuropas in die Strukturen der Europäischen Integration die Stabilität und den Friedens-prozess in der Region nachhaltig fördern wird. Österreich werde auch alles daran setzen, eine möglichst baldige Aufnahme Bosnien und Herzegowina''s in den Europarat sicherzustellen, da dies die Europäische Berufung des Landes eindeutig unterstreichen würde.

Ein wesentliches Thema des Arbeitsgespräches war auch die politische Situation in Bosnien und Herzegowina. ,,Für den Friedensprozess im Land entscheidend ist, dass die Politiker aller ethnischen Gruppen zusammenarbeiten und versuchen, gemeinsam konstruktive Lösungen für die Menschen in Bosnien und Herzegowina zu finden", unterstrich Ferrero-Waldner. Als erfreulich bezeichnete sie in diesem Zusammenhang, dass vergangene Woche Politiker der bosnischen Partei HDZ ihre Boykott-Politik aufgegeben haben und wieder in das Parlament der bosnisch-kroatischen Föderation zurückgekehrt sind. ,,Österreich unterstützt die Politik des Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina Botschafter Wolfgang Petritsch, gemäßigte Kräfte zu unterstützen und Extremisten zu isolieren."

Die internationale Terrorismusbekämpfung war ein weiteres Diskussionsthema der beiden Außenminister. Außenministerin Ferrero-Waldner begrüßte die Maßnahmen, die von bosnischen Regierung gegen den Terrorismus gesetzt wurden. Gleichzeitig betonte sie, dass die derzeitige Konzentration auf die globale Terrorismusbekämpfung nicht zu einer Vernachlässigung des Stabilisierungsprozesses am Balkan führen dürfe. Politische Extremisten am Balkan würden nur darauf warten, dass die IG/EU ihre Aufmerksamkeit vom Balkan abwendet. ,,Der Balkan liegt uns geographisch sehr nahe, daher sind die Auswirkungen von Instabilität dort für Österreich unmittelbar spürbar."

Die bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen konnten laut Ferrero-Waldner von Jahr zu Jahr intensiviert werden. ,,Österreichische Exporte nach Bosnien und Herzegowina sind im Laufe der Jahre kontinuierlich angestiegen und haben die zwei-Milliarden-Grenze überschritten. Österreich gehört schon jetzt zu den größten Investoren in Bosnien und Herzegowina. Ich bin aber selbstverständlich überzeugt, dass sich die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen noch weiter vertiefen werden und müssen."

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