17. Dezember 2001 Aussendung

Ferrero-Waldner empfängt neuen US-Botschafter in Wien

17.12.2001

Österreich mittels nachhaltiger Politik solidarisch im Kampf gegen den Terrorismus

Wien, 17. Dezember 2001 - ,,Österreich sieht die verabscheuungswürdigen Anschläge vom 11. September als eine Bedrohung für die gesamte zivilisierte Welt an. Die Maßnahmen der Regierung in Washington in Reaktion auf die Anschläge bezeichnete die Ministerin als gerechtfertigt und notwendig. Wir sind sehr darum bemüht, Solidarität und Engagement im Kampf gegen Terrorismus zu zeigen", so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner nach ihrem heutigen, ersten Gespräch mit dem neuen US-Botschafter Lyons Brown Jr. in Wien. ,,Die österreichischen Mittel mögen auf bilateralem Niveau beschränkt sein. Eine aktiv und nachhaltig verfolgte Politik kann jedoch sehr effektvoll sein: ich denke hier beispielsweise an eine Unterstützung mittels Überflugsgenehmigungen, Übernahme einer Vermittlerrolle, oder mittels Unterzeichnung und rascher Ratifizierung internationaler Verträge."

Ein weiteres Thema der Unterredung Ferrero-Waldners mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika waren die Übereinkommen auf den Gebieten Zwangsarbeiterausgleich und Restitution. Die Außenministerin unterstrich hier die unschätzbar wichtige Rolle der US-Regierung und drückte ihren aufrichtigen Dank für deren Unterstützung bei der Herbeiführung dieses historischen Ausgleichs aus. ,,Österreich anerkennt die moralische Verantwortung, bisher erfolgte Anstrengungen auf diesem Gebiet zu vervollständigen. Innerhalb von weniger als einem Jahr hat die österreichische Regierung ihr Versprechen aus dem Regierungsprogramm wahr gemacht, den Kurs der Sensibilität und der kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit fortzusetzen,", so Ferrero-Waldner. Die Außenministerin wies jedoch auch darauf hin, dass Auszahlungen durch den Allgemeinen Entschädigungsfonds erst nach Abweisung aller vor US-Gerichten anhängigen Sammelklagen erfolgen können.

Im Zuge des Gesprächs informierte die Außenministerin auch zum Thema Österreich und die EU-Erweiterung. ,,Österreich ist das einzige EU-Land, das mit vier Beitrittskandidatenländern gemeinsame Grenzen hat, und zwar insgesamt mehr als 1200 Kilometer. Die Handelsbeziehungen mit mittel- und osteuropäischen Ländern haben seit 1991 wesentlich von der Entwicklung in der Region profitiert. Österreichische Firmen haben in den letzten zehn Jahren mehr als 5 Milliarden US-Dollar in mittel- und osteuropäischen Ländern investiert. Die österreichische Wirtschaft profitiert schon jetzt von unserer geographischen Lage: Mehr als 1000 transnationale Firmen haben eine Niederlassung in Österreich gegründet, um von hier aus ihre Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa zu koordinieren. Mehr als 70 multinationale Firmen haben ihren Hauptsitz in Wien", so die Außenministerin.