Der gehobene auswärtige Dienst

Die konsularisch-administrative Laufbahn

Von den rund 1.180 Bediensteten des Außenministeriums gehören etwa 230 Bedienstete dem gehobenen auswärtigen Dienst (Verwendungsgruppe A2 bzw. v2) an.

Die Aufnahme in den Personalstand des Außenministeriums erfolgt als Vetragsbedienste/r der Entlohnungsgruppe v2 mit befristetem Vertrag. Die Bezahlung erfolgt gemäß den einschlägigen Bestimmungen des Vertragsbedienstetengesetzes 1948, wobei das Anfangsgehalt per März 2014 € 1.801,00 brutto beträgt.

Vordienstzeiten in der Privatwirtschaft können nur bis zu einem Ausmaß von drei Jahren zur Hälfte berücksichtigt werden. Vordienstzeiten im öffentlichen Dienst werden hingegen voll angerechnet.

In der Zentrale in Wien umfasst die Tätigkeit im gehobenen auswärtigen Dienst im Wesentlichen administrative Aufgaben, wie zum Beispiel

  • Rechnungsführung
  • Datenbankverwaltung
  • Gebarungsvollzug und -kontrolle
  • Angelegenheiten des Besoldungs- und Sozialversicherungsrechts
  • Abrechnung von Übersiedlungs- und Dienstreisen.

Darüber hinaus sind die MitarbeiterInnen des gehobenen Dienstes im konsularischen Bereich tätig. Dieser umfasst etwa

  • Auskünfte in Konsularfragen
  • Hilfeleistung für im Ausland in Not geratene ÖsterreicherInnen
  • Schutzmaßnahmen in Krisengebieten (vgl. Tsunami-Katastrophe)
  • Staatsbürgerschafts,- Visa- und Passangelegenheiten
  • Personenstands-, Ehe- und Familienrechtsangelegenheiten
  • Häftlingsbetreuung
  • Rechts -und Amtshilfeersuchen.

Die Mehrheit der Bediensteten des gehobenen auswärtigen Dienstes in der Zentrale ist deshalb den Sektionen IV (Konsular und Rechtssektion) und VI (Administrative Sektion) zugeteilt.

Im Ausland bezieht sich der grundsätzliche Tätigkeitsbereich als KanzlerIn und/oder KonsulIn auf Agenden der Verwaltung und Rechnungsführung, wie zum Beispiel

  • Haus- und Inventarverwaltung
  • Rechnungsführung und Budgetierung
  • Schriftverkehr mit lokalen Behörden
  • Personalverwaltung inkl. Urlaubs- und Krankenevidenz
  • Verwaltung der Amtsbibliothek
  • Kontrolle der Lohnverrechnung nach lokalem Recht

Hiezu kommen oft auch konsularische Aufgaben, wie etwa

  • Betreuung der AuslandsösterreicherInnen
  • Reisepassangelegenheiten
  • Staatsbürgerschaftsangelegenheiten
  • Hilfeleistung für in Not geratene ÖsterreicherInnen
  • Visaangelegenheiten
  • Beglaubigungen
  • Häftlingsbesuche
  • Auskünfte in Konsularfragen

Am Anfang ihrer Laufbahn werden die Bediensteten des gehobenen auswärtigen Dienstes als Zugeteilte/r des/der KanzlerIn eingesetzt. Nach mehreren Auslandsverwendungen als KanzlerIn und/oder KonsulIn an einer Vertretungsbehörde wird auch die selbständige Leitung eines Generalkonsulats oder der Konsularabteilung einer Botschaft möglich. An den kleineren Vertretungsbehörden wird der/die BotschafterIn bei Abwesenheit oftmals durch den/die KanzlerIn, der/die dann als GeschäftsträgerIn ad interim agiert, vertreten.

Im Inland kann maximal die Referatsleitung erreicht werden.

Nach Dienstantritt durchlaufen die Bediensteten eine Grundausbildung in der Zentrale in Wien, in deren Rahmen sie vorzugsweise in den Sektionen IV (Konsular- und Rechtssektion) und VI (Administrative Sektion) zum Einsatz kommen.

Schwerpunkte der Ausbildung sind Konsularwesen, Rechtsschutz sowie administrative Belange, einschließlich Haushaltsverrechnung.

Die Grundausbildung schließt mit einer kommissionellen Dienstprüfung ab, die zugleich Voraussetzung für die Auslandsverwendung ist.

Eine meist zweijährige praxisnahe Einschulung an einer Vertretungsbehörde im Ausland rundet die Grundausbildung ab.

Auf Grund langjähriger Erfahrungen hat sich ein Tätigkeitsbild entwickelt, nach welchem die Angehörigen des gehobenen auswärtigen Dienstes etwa ein Viertel der Dienstzeit im Inland und drei Viertel der Dienstzeit im Ausland verbringen. Die durchschnittliche Dauer der Verwendung an einem bestimmten Dienstort beträgt jeweils etwa vier Jahre. Um sicherzustellen, dass der Heimatbezug und das familiäre Kontaktnetzwerk nicht verloren gehen, folgt in der Regel nach drei aufeinanderfolgenden Auslandsposten ein vier- bis fünfjähriger Einsatz in der Zentrale in Wien.

Der auswärtige Dienst wird durch das Mobilitätsprinzip und das Rotationsprinzip bestimmt. Dies bedeutet, dass Angehörige des auswärtigen Dienstes nicht dem Versetzungsschutz unterliegen.

Obwohl die Bediensteten hinsichtlich der Auswahl des Dienstortes Wünsche äußern können, sind sie grundsätzlich verpflichtet, jeder Versetzung ins Ausland, aber auch der Einberufung in die Zentrale, Folge zu leisten.

Eine Aufnahme nur für einen bestimmten Dienstort oder nur für einen bestimmten Fachbereich (z.B. Kultur) ist nicht möglich.

Aufnahmevoraussetzungen

  • Bereitschaft, alle 3 bis 4 Jahre den Dienstort zu wechseln und auch in Ländern mit schwierigen Lebensbedingungen zu arbeiten
  • eigene Bereitschaft und Bereitschaft des Partners/der Partnerin längere Zeit in einem Land zu leben, wo der Partner/die Partnerin ev. keine Möglichkeit hat, einen Beruf auszuüben
  • Bereitschaft der Kinder, alle 3 bis 4 Jahre den Freundeskreis aufzugeben und die Schule zu wechseln
  • Freude an der Begegnung mit anderen Kulturen und Lebenskreisen
  • Redlichkeit, Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit, Disziplin, Organisationstalent, Flexibilität, Ideenreichtum, Urteilsvermögen, Entscheidungsfreude, gute Beobachtungsgabe, Geduld, gutes Benehmen und Konzilianz
  • Teamfähigkeit, Fähigkeit zur Menschenführung
  • gute EDV- und Computerkenntnisse
  • sehr gute Englischkenntnisse, Kenntnisse weiterer Fremdsprachen vorteilhaft
  • für männliche Bewerber: Nachweis über den abgeleisteten Präsenz-/Zivildienst bzw. Untauglichkeitsnachweis

(gemäß dem Bundesgesetz über Aufgaben und Organisation des auswärtigen Dienstes - Statut, dem Beamten-Dienstrechtsgesetz, sowie dem Vertragsbedienstetengesetz)

  • österreichische Staatsbürgerschaft
  • Unbescholtenheit
  • erfolgreich abgelegte Reifeprüfung- und Diplomprüfung (Matura), Reifeprüfung bzw. Berufsreifeprüfung

Auskünfte

Frau Gabriele Bicserdy, Referat VI.1e
1010 Wien, Minoritenplatz 8,
Tel.: 050 11 50 - 4561
Fax: 050 11 59 - 4561 oder -261
E-Mail

Auswahlverfahren (B-Préalable)

Die Aufnahme in den gehobenen auswärtigen Dienst erfolgt auf Grund eines in unregelmäßigen Abständen - je nach Personalbedarf - stattfindenden Auswahlverfahrens, das sich in einen schriftlichen und mündlichen Teil gliedert.

Zur Zeit gibt es noch keinen neuen Termin für das v2-Auswahlverfahren!

  • Multiple-Choice-Test aus vier Wissensgebieten 
    • Staatsbürgerkunde
    • Wirtschaft und Geografie
    • Geschichte 
    • Kultur/Allgemeinbildung
  • Multiple-Choice-Test Englisch
  • Klausurarbeit über ein relevantes außenpolitisches/zeithistorisches Thema
  • Übersetzung eines englischen Textes ins Deutsche
    (Kenntnisse weiterer Fremdsprachen werden in mündlicher Form überprüft)
  • Kommissionelle Prüfung zur Bewertung der fachlichen Eignung: Verständnis für politische und wirtschaftliche Zusammenhänge; Österreichische Geschichte 20. Jahrhundert und Geografie (Allgemeinwissen); Politische Bildung (Allgemeinwissen bezogen auf Österreich und die EU-Institutionen); Kulturelles Allgemeinwissen;
  • Bewertung der mündlichen Fremdsprachenkenntnisse
  • Bewertung der allgemeinen geistigen, körperlichen und charakterlichen Eignung für eine Dienstleistung im In- und Ausland (einschließlich Absolvierung eines Assessment-Centers

Die Anstellung im auswärtigen Dienst erfolgt nach Maßgabe verfügbarer Planstellen.

Es wird darauf hingewiesen, dass das BMEIA im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren eventuell entstehende Aufenthalts- und Reisekosten nicht ersetzen kann. 

Wir halten Ihre Bewerbung ab Eintreffen ein Jahr lang in Evidenz.