Welche Arten von österreichischen Vertretungen gibt es?

Der Botschaft kommt in allen Bereichen der auswärtigen Beziehungen eine zentrale Rolle zu. Eine Botschaft vertritt Österreich im Ausland und bietet Service und Unterstützung für österreichische Bürgerinnen und Bürger im jeweiligen Gastland.

Für die Österreicherinnen und Österreicher:

  • Konsularische Serviceleistungen für österreichische Touristen sowie im Ausland lebende ÖsterreicherInnen (Personenstandsangelegenheiten, Urkunden, Pässe etc.)
  • Hilfe für österreichische Bürgerinnen und Bürgern in Notsituationen (zB Autounfall, Krankheit, Rechtsbeistand etc.)
  • Kriseneinsätze zum Schutz von ÖsterreicherInnen im Ausland (zB bei Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten)


Für Österreichs Wirtschaft und Politik:

  • Informationsbeschaffung und Entscheidungsvorbereitung für österreichische Behörden, Unternehmen und politische Entscheidungsträger (Regierung, Parlament)
  • Unterstützung österreichischer Unternehmen im Gastland (zB Interventionen bei Behörden, Vorsprache bei Regierungsstellen, Vermittlung von Geschäftskontakten)
  • Förderung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas für österreichische und europäische Unternehmen (zB Abschluss von Investitionsschutzabkommen, Lobbying für Marktöffnung)
  • Vorbereitung und Betreuung hochrangiger Besuche aus Österreich


Für Österreichs Wissenschaft und Kultur:

  • Förderung des kulturellen und wissenschaftlichen Austausches (zB Professoren- Lektoren- und Schüleraustausch, interkultureller und interreligiöser Dialog, Vermittlung österreichischer Künstler)
  • Ansprechpartner für Studierende aus Österreich und aus dem Ausland (zB Bildungsmessen, Visa/Aufenthaltstitel)


Für Österreich als Gastland:

  • Förderung des Österreichtourismus und des Österreichbildes im Ausland (zB Visa, Informationsveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Außenstellen für Asyl- und Migrationsfragen
  • Förderung qualifizierter Zuwanderung, vorbereitende Integrationsarbeit
  • Werbung für Österreich als Sitz internationaler Organisationen

Die Botschafterin oder der Botschafter vertritt die Republik Österreich im jeweiligen Gastland. Botschafter werden vom Bundespräsidenten ernannt und beim Staatspräsidenten des Empfangsstaates mit einem Beglaubigungsschreiben des Bundespräsidenten eingeführt. Botschafter können in mehreren Staaten akkreditiert werden. Österreich unterhält etwa diplomatische Beziehungen zu derzeit 196 Staaten, Botschaften bestehen jedoch nur in 80 Ländern, weil Botschafterinnen und Botschafter auch in Staaten akkreditiert sind, ohne dass es dort eine österreichische Botschaft gibt. Die Zahl der Mitarbeiter einer Botschaft richtet sich nach Bedeutung und Größe des jeweiligen Staates sowie der Dichte der bilateralen Beziehungen. Für spezielle Aufgaben werden für einen befristeten Zeitraum auch Fachattachés aus anderen Bundesministerien an Botschaften entsendet, etwa Militärattachés vom Verteidigungsressort.

Im Gegensatz zu Botschaften sind Generalkonsulate nur für eine Region innerhalb eines Landes zuständig. Ein Generalkonsulat ist erste Informations- und Anlaufstelle für Anliegen von ÖsterreicherInnen im Ausland. Generalkonsulate bieten österreichischen Bürgerinnen und Bürgern Rat und Unterstützung in Notsituationen sowie Auskünfte und konsularische Serviceleistungen (Personenstandsangelegenheiten, Urkunden, Pässe etc.). Der Aufgabenbereich der Generalkonsulate umfasst neben dem Rechts- und Konsularwesen auch die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen sowie kulturelle Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Generalkonsulin oder der Generalkonsul wird vom Bundespräsidenten ernannt und vertritt die Interessen Österreichs in einer bestimmten Region des Gastlandes. Es gibt acht österreichische Generalkonsulate im Ausland, die sich in Städten und Regionen befinden, wo eine hohe Anzahl von AuslandsösterreicherInnen lebt bzw. ein sehr reger wirtschaftlicher und kultureller Austausch mit Österreich besteht.

Die rund 300 Honorarkonsulate in über 120 Ländern stellen eine wertvolle Ergänzung zu den österreichischen Berufsvertretungen im Ausland (Botschaften, Generalkonsulate und Kulturforen) dar. HonorarkonsulInnen sind Personen, die sich ehrenamtlich im Interesse Österreichs engagieren. Sie stellen das erforderliche Hilfspersonal sowie die für ihre Tätigkeit notwendigen Räumlichkeiten und Betriebsmittel unentgeltlich zur Verfügung.

Sie bieten österreichischen Reisenden und AuslandsösterreicherInnen eine erste Anlaufstelle an Orten, wo keine österreichische Berufsvertretung eingerichtet ist.

HonorarkonsulInnen sind nicht immer österreichische StaatsbürgerInnen sondern häufig Angehörige des Empfangsstaates mit starkem Österreichbezug. Sie unterhalten gute Beziehungen zu den lokalen Behörden und pflegen Kontakte zu Wirtschafts- und Kulturtreibenden in der Region. Ihr Netzwerk dient außerdem dazu, ÖsterreicherInnen in Krisenfällen rasch und unbürokratisch Hilfestellung zu geben. HonorarkonsulInnen leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Präsenz Österreichs in der Welt.

Die Dichte des honorarkonsularischen Vertretungsnetzes hängt insbesondere mit der Zahl der im Amtsbereich wohnhaften AuslandsösterreicherInnen, dem Umfang der zu erwartenden konsularischen Amtshandlungen (z.B. touristisches Aufkommen), wirtschaftlichen Interessen sowie mit kultur- und wissenschaftspolitischen Fragen zusammen. Dadurch kommt es in einzelnen Ländern zu einer höheren Anzahl von honorarkonsularischen Vertretungen.

Die Eröffnung einer honorarkonsularischen Vertretung und die Bestellung von HonorarfunktionärInnen werden in einem einheitlichen Prozess, dem Bestallungsverfahren, durchgeführt: Die Bestellung neuer HonorarkonsulInnen bedarf der Genehmigung durch die österreichische Bundesregierung und der Ernennung durch den Herrn Bundespräsidenten. Die endgültige Zulassung der Leiterin/des Leiters eines Honorarkonsulats erfolgt durch den Empfangsstaat gem. Art. 12 des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen. HonorarkonsulInnen unterfertigen vor Amtsantritt einen Bestallungsvertrag, der auf eine Laufzeit von fünf Jahren – Verlängerungen sind möglich – abgeschlossen wird.

Die österreichischen Ständigen Vertretungen sind die Vertretungen Österreichs bei internationalen Organisationen und werden auch als "multilaterale Vertretungsbehörden" bezeichnet, im Gegensatz zu den "bilateralen Vertretungsbehörden", den Botschaften und Konsulaten. Die größten Ständigen Vertretungen Österreichs sind jene bei der Europäischen Union in Brüssel, den Vereinten Nationen in New York und Genf, den internationalen Organisationen in Wien und dem Europarat in Straßburg. Darüber hinaus unterhält Österreich Ständige Vertretungen u.a. bei der Liga der Arabischen Staaten in Kairo, der Afrikanischen Union in Addis Abeba, der UNESCO in Paris, bei der OSZE in Wien, sowie der OPCW in Den Haag. An manchen Standorten werden die Aufgaben des Leiters/der Leiterin der Ständigen Vertretung vom/von der LeiterIn der jeweiligen Botschaft vor Ort wahrgenommen.

Die österreichischen Ständigen Vertretungen halten die Verbindung zwischen Österreich und der jeweiligen internationalen Organisation aufrecht und verhandeln mit und innerhalb der Organisation. Sie nehmen an der Tätigkeit der Organisation teil, z.B. an den Sitzungen von Arbeitsgruppen und der Ausarbeitung und Annahme von Resolutionen und Entscheidungen, und berichten darüber an das BMEIA und andere österreichische Dienststellen. Dabei vertreten sie die Interessen Österreichs gegenüber der Organisation und den anderen Mitgliedstaaten. Als Mitglied der internationalen Organisationen kann Österreich so deren Politik und Tätigkeiten mitgestalten.

Kulturforen

Die Agenden der "Auslandskultur" werden  konzeptuell und organisatorisch vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres gestaltet und betreut. Bei ihrer praktischen Umsetzung spielt das Netzwerk der derzeit 29 Österreichischen Kulturforen in insgesamt 27 Ländern eine wichtige Rolle.

Die Kulturforen organisieren und betreuen jedes Jahr einen großen Teil der insgesamt ca. 6.000 kulturellen und wissenschaftlichen Projekte, die im Netzwerk der "Auslandskultur" an sehr vielen Orten der Welt präsentiert werden. Es geht dabei um den Aufbau und den Erhalt von bedeutungsvollen kulturellen Brücken in die Welt. Im Zentrum der Arbeit steht das zeitgenössische und kreative Schaffen aus Österreich in Kultur und Wissenschaft.

Es gibt Kulturforen, die räumlich mit der jeweiligen Österreichischen Botschaft oder dem Generalkonsulat verbunden sind, andere (z.B. Rom, London, New York oder Teheran) sind in eigenen Gebäuden mit eigenen Veranstaltungsräumlichkeiten untergebracht. Viele Veranstaltungen und Projekte werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partner-Institutionen durchgeführt.

Österreichische Kulturforen sind somit dezentral organisierte Schwerpunktzentren österreichischer Kulturarbeit im Ausland ("Botschaften für Kultur"). Sie entwickeln lokal abgestimmte Programme und Projekte mit Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen aus den Bereichen Kultur und Wissenschaft in ihrem jeweiligen Gastland.

Die Österreichischen Kulturforen agieren schließlich auch als Servicestellen für die österreichischen Kulturschaffenden und WissenschaftlerInnen und unterstützen diese bei ihren Bemühungen zum Aufbau von Kontakten und Netzwerken im und ins Ausland.

 

 

Armut mindern, Frieden fördern und Umwelt schützen. Das sind die Hauptaufgaben der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Damit das in Abstimmung mit den Partnerländern geschieht, führt die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, in 11 Schwerpunktländern eigene Auslandsbüros.

Die MitarbeiterInnen der Büros im Kosovo, in Albanien, Moldau, Georgien, Armenien, Bhutan, Burkina Faso, Äthiopien, Uganda, Mosambik und den Palästinensischen Gebieten arbeiten eng mit den Regierungen der Länder, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und anderen Partnern vor Ort zusammen.

Durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit haben weltweit bereits unzählige Menschen profitiert: Sie haben nun Zugang zu frischem Trinkwasser, können in ihrer Muttersprache unterrichtet werden, haben durch einen Mikrokredit einen kleinen Betrieb aufgebaut oder sich eine landwirtschaftliche Grundlage geschaffen. Von 2004 bis 2014 hat die ADA rund 3.000 Projekte und Programme mit knapp 900 Millionen Euro umgesetzt.