Eröffnung der Dr. Regner-Ausstellung in Dezful

- Botschafter Dr. Buchsbaum bei der Austellungseröffnung in DezfulBild: Österreichische Botschaft Teheran

- Ansprache von Hrn. Asimifar Zarshenas beim KongressBild: Mohsen ZARSHENAS

- Ansprache Botschafter Dr. BuchsbaumBild: IRNA

- KongresspublikumBild: Mohsen ZARSHENAS
Am 3. November 2012 eröffnete der österreichische Botschafter in Iran, Dr. Thomas M. Buchsbaum, in Dezful, Provinz Khuzestan (am Persischen Golf und der Grenze zum Irak gelegen), eine Gedächtnisausstellung über den österreichischen Augenarzt Dr. Anton Regner. Regner war zwischen 1949 und 1953 als Leiter der Augenstation in Dezful mit der Bekämpfung und Ausrottung der Trachome beauftragt, einer gefährlichen Augenkrankheit, welche zur Erblindung führen kann. In Dezful war damals das Trachom nicht nur endemisch, sondern traten auch durch die Winterwanderung der Nomaden regemäßig Trachom-Epidemien auf. Regner behandelte in Dezful und den umliegenden Dörfern zehntausende Personen – von jung bis alt.
In Dezful werden Dr. Regner auch heute noch Zuneigung, Verehrung und Dankbarkeit ausgedrückt. Er ist dort als uneigennütziger, ununterbrochen arbeitender, zu Mensch und Tier stets freundlicher Helfer in sehr schwierigen Zeiten in Erinnerung. Regners Klinik wurde 1952 vom Schah und seiner Frau Soraya besucht, Regner traf auch mit der Präsidentin der kaiserlichen ‘Organisation für soziale Dienste‘, Prinzessin Ashraf Pahlavi, zusammen. Seine Tätigkeit fand auch im Buch der deutschen Journalistin Kyra Stromberg ‘Der große Durst. Reise durch Iran‘ sowie in iranischen Zeitungen Erwähnung. Er selbst publizierte über seine Dezful-Tätigkeit und hielt darüber auch internationale Vorträge. Bis zu seinem Lebensende war ihm die Bekämpfung des Trachoms ein Anliegen gewesen.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung veranstaltete die Stadt Dezful eine Kongressveranstaltung, auf der Regners Leben und Wirken aus unterschiedlichen Perspektiven vom Bürgermeister der Stadt, Mohammad Ali Davaeifar, dem Vorsitzenden des Stadtparlaments, Sayyed Mustafa Asimifar, dem österreichischen Botschafter sowie Forschern und Zeitzeugen beleuchtet wurde. An den Veranstaltungen nahmen auch der Gouverneur (Bezirkshauptmann), der Vertreter des Obersten Führers, der Vertreter des Ministeriums für Kultur und islamische Führung, ein Vertreter der iranischen Kulturerbe- und Tourismusorganisation (ICHHTO), ein früherer Parlamentsabgeordneter und der Leiter des lokalen UNESCO-Büros teil.
Anton Regner wurde 1899 in Salmannsdorf (Wien) geboren, ging in der Celtesgasse und der Krottenbachstraße zur Schule, wurde 1923 an der Universität Wien zum ‘Doktor der gesamten Heilkunde‘ promoviert, erhielt seine Facharztausbildung an der I. Universitätsklinik Wien und praktizierte am Allgemeinen Krankenhaus in Wiener Neustadt. Nach fünf-jähriger Augenarzttätigkeit in Brasilien kehrte Regner nach Europa zurück und wirkte als (Augen-)Arzt in Deutschland. Im 2. Weltkrieg war er als (Augen-)Arzt in SS-Lazaretten ua in Frankreich, der Ukraine und Slowenien eingesetzt.
Nach seiner Tätigkeit im Iran wirkte er als Augenarzt in Wien, Riyadh (Saudi-Arabien) und Siguiri (Guinea). Seine Pension verbrachte er in Neustift am Walde (Wien) und Deutschland, wo er im Jahre 2000 100-jährig starb. Seine Urne wurde in der Familiengruft in Neustift am Walde beigesetzt. Seine (geschiedene) Frau, die auch aus Wienerwaldgegend stammt, war 1979 verstoben und in Kierling (bei Wien) beigesetzt worden.
Es ist in Aussicht genommen, die Ausstellung noch an anderen Orten des Irans und Österreichs zu präsentieren und die Forschung zu Dr. Regner auszuweiten.
