Die Österreich-Woche im Teheraner Künstlerhaus

- Klimt-PerformanceBild: Österreichisches Kulturforum Teheran

- OEsterreich WocheBild: Österreichisches Kulturforum Teheran
Die Österreich-Woche im Teheraner Künstlerhaus vom 9. bis 14. Juni 2012 / 20. bis 25. Khordad 1391 fand im Iran breite Beachtung. Die Eröffnung erfolgte iranischerseits durch den Vizebürgermeister Teheran, Mohammad Hadi Ayyazi, den Vizepräsidenten des Aufsichtsrates des Künstlerhauses, Mohammad Sarir Naeeb, und den Präsidenten des Künstlerhauses und Kulturberater des Teheraner Bürgermeisters, Majid Sarsangi, sowie österreichischerseits durch den früheren 3. Nationalratspräsidenten Dr. Werner Fasslabend, Präsident der Österreich-Iranischen Gesellschaft (ÖIG), und den österreichischen Botschafter im Iran, Dr. Thomas M. Buchsbaum.
Sowohl der Botschafter als auch der Vizebürgermeister betonten den Charakter Teherans als moderne und kultur-offene Stadt unter dessen Bürgermeister Mohammad Bagher Ghalibaf sowie die Bedeutung des der Stadtverwaltung unterstehendes Künstlerhauses für die Darstellung und Förderung zeitgenössischer Kunst insbesondere auf den Gebieten bildende Kunst, Theater und Film. Alle Eröffnungsredner bezogen sich auf die jahrhundertelangen ununterbrochen Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern zum Nutzen beider Seiten und betonten die Wichtigkeit des Kulturaustausches zum gegenseitigen Kennen- und Verstehenlernen sowie zur positiven, fruchtbaren Konfrontation der eigenen Kunst und Kultur mit der jeweils anderen.
Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Streichquartett des ÖKFT-ausgebildeten Austro-Iranian Symphony Orchestra / AISO mit Bundeshymne, dem Persischen Marsch von Johann Strauss II und dem Radetzkymarsch von Johann Strauss (Vater), wo alle BesucherInnen – an den richtigen Stellen – mitklatschten.
Interkulturelle Höhepunkte der Österreich-Woche stellten Veranstaltungen und Werke der sieben zur Österreich-Woche nach Teheran gekommenen österreichischer KünstlerInnen dar, welche aufgrund ihrer Iran-Aufenthalte und Eindrücke in diesem Land zustande kamen: der Film Rose und Jasmine von Michael Pilz, die im Iran gemachten Aufnahmen der Serie Free Portraits von Leo Kandl, und die aufgrund ihres aktuellen Teheran-Aufenthaltes entstandene Performance ‘staTdT_kunst TEHRAN‘ von Kurt Hörbst (Visuelles) und Hannes Raffaseder (Musik). Die Ergebnisse des Iran-Teils von Leo Kandls neuem internationalen Projekt Minimale [städtische] Trivialarchitekturen / minimal trivial city architecture sollen sowohl in Österreich als auch im Iran gezeigt werden. Eine spezielle interkulturelle Interaktion waren die Stoffbuchstaben-Installationen von Gudrun Kampl, die nicht nur eine Galerie des Teheraner Künstlerhauses, sondern auch die Österreichische Residenz “dekorierte“, eine Khadscharen-Villa aus dem Anfang des XX. Jahrhunderts.
Aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums des Verabschiedung des österreichischen Islam-Gesetzes wurde im Künstlerhaus auch die Foto-Dokumentationsausstellung 180 east degrees west – Muslims in Austria, und anlässlich der 150. Wiederkehr des Geburtstages von Gustav Klimt eine Dokumentationsausstellung über sein Leben und Werk gezeigt. Im Rahmen der österreichischen Kulturwoche führte ein Theater-Ensemble des Österreichischen Kulturforums Teheran (ÖKFT) unter der Regie von Ali Jalaly am ÖKFT ein von diesem zusammengestelltes Performance-Stück mit Musik zu Leben und Werk von Gustav Klimt in persischer Sprache auf: Gustav Klimt, die Freiheit der Kunst und andere Skandale basierend auf Klimts Bildern Der Kuss, Die Hoffnung, Adele Bloch Bauer und anderen.
Den Literaturteil der Österreich-Woche gestaltete die Schriftstellerin Andrea Winkler. Sie las aus ihrem Werk Drei, vier Töne, nicht mehr (Wien, 2010). Für die Lesung waren die Texte ins Persische übersetzt worden. Am Germanistik-Institut der Azad Universität sprach sie weiters über österreichische SchriftstellerInnen und deren Einfluss auf ihren eigenen Schreibstil sowie über LiteraturkritikerInnen und deren Bedeutung für SchriftstellerInnen.
