3. Konferenz europäischer Imame und Seelsorger in Wien eröffnet
Spindelegger: "Imame Europas sollten sich als Dialog- und Integrationslotsen verstehen"
„Europäerinnen und Europäer, gleich welcher Religionsangehörigkeit, stehen vor ähnlichen Herausforderungen – Ausbildung, Arbeitsplätze, Familiengründung, Zukunftsperspektiven. Unsere Chance, gemeinsam Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, liegt im Dialog", sagte der österreichische Außenminister Michael Spindelegger bei der Eröffnung der Dritten Konferenz europäischer Imame und SeelsorgerInnen am 14. Mai 2010 in Wien. Die Konferenz versammelt in Wien muslimische Geistliche aus 40 Ländern Europas. „Österreich blickt auf eine lange Tradition des Dialogs, insbesondere mit dem Islam in unserem Land und den MuslimInnen in Europa zurück", so der Außenminister mit Verweis auf die 2012 bevorstehende 100 jährige Anerkennung des Islams in Österreich.
Der im Vertrag von Lissabon verankerte Grundsatzdialog zwischen der Europäischen Union und den Kirchen und Religionsgemeinschaften sei auch ein Auftrag an diese, eine aktive Rolle in der Entwicklung eines europäischen Gemeinwesens einzunehmen: "Das Europa der Vielfalt basiert auf den universalen Menschenrechten, auf dem Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit und zur Demokratie – gleich welcher Religionsgemeinschaft wir angehören. Das bedeutet auch eine Aufforderung an die Kirchen und Religionsgemeinschaften, den Dialog in der eigenen Glaubensgemeinschaft zu suchen und die eigenen Mitglieder für ein gemeinsames Europa, eine europäische Identität basierend auf ihren Werten und Grundlagen zu gewinnen", so der Außenminister.
Darüber hinaus gelte es, den Dialog zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften untereinander zu stärken. Daher unterstützt das Außenministerium seit 2003 die Konferenzen der europäischen Imame und SeelsogerInnen: "Wichtig ist, dass diese Treffen nicht nur einzelne islamische Interessensvertretungen, sondern möglichst viele Stimmen, Initiativen und Organisationen des Islams in Europa mit einbeziehen", so Spindelegger.
Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen unterstrich der Außenminister, dass die auch in Europa hart erkämpfte Religionsfreiheit, insbesondere religiöser Minderheiten, in vielen Ländern noch nicht gewährt werde. Im Einsatz für Religionsfreiheit gehe es nicht nur um Rechte, Privilegien und Pflichten: „Wir müssen die Religionsfreiheit in Europa als eine Aufforderung sehen, die Ziele und Werte der Europäischen Union aktiv mit zu gestalten. Religionsfreiheit in Europa bedeutet die Chance, das europäische Gemeinwohl weiterzuentwickeln", so Spindelegger, der fortfuhr: "Die Imame und Seelsorger Europas sollen sich daher als Dialog- und Integrationslotsen verstehen, und ihre Verantwortung für eine gemeinsame europäische Zukunft wahrnehmen".
In diesem Zusammenhang organisiert das österreichische Außenministerium seit 2008 gemeinsam mit Partnerorganisationen und der Unterstützung des Europäischen Integrationsfonds Schulungen in Landeskunde für türkische Religionsbeauftragte.
