Kultur und Wissenschaft
Zeitgenössisches und Klassik

- Ausstellung Kurt Herdan, österreichische ResidenzFoto: ÖB Santiago
Österreich ist auch in Chile als Land der klassischen Musik geschätzt. Zu den Darbietungen österreichischer Künstler der jüngsten Zeit zählen Klavierrezitals des Duos Antionette van Zabner und Waltraud Wulz, Konzerte des Pianisten Gottlieb Wallisch, Liederabende des Baritons Rupert Bergmann und eine Neuinszenierung der Fledermaus von Johann Strauss im Teatro Municipal von Santiago unter der Regie von Kammersänger Christian Bösch.
Ausstellungen waren zuletzt dem international erfolgreichen Maler Fritz Ruprechter und dem aus Wien stammenden Maler Kurt Herdan gewidmet. Viel Publikumsresonanz erhielt die Schau "Sigmund Freud - on the Couch", die Karikaturen über die Psychoanalyse zeigte. Im Architektur-Zentrum DUC in Valparaiso finden regelmäßig Präsentationen des Schaffens österreichischer Architekten statt, zuletzt eine über das Werk von Josef Hoffmann sowie eine über den österreichischen Stararchitekten Boris Podrecca.

- Gundi Dietz, BildhauerinFoto: G. Dietz

- Fritz Ruprechter, Maler und BogenschützeFoto: Didi Sattmann

- Der Pianist Gottlieb WallischFoto: Oliver Wia
Forschung, Lehre, Innovation

- Fregatte Novara, Titelblatt des Berichts der Weltumseglung 1857-1859Foto: Universitätsbilbliothek Graz

- P. Martin Gusinde, Steyler Missionar, Anthropologe (1886-1969)Foto: unbekannter Künstler
Die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Chile werden im wesentlichen von Universitätspartnerschaften getragen, von denen derzeit zwölf in Kraft sind. Forscher und Universitätslehrer aus Österreich reisen regelmäßig nach Chile, um Gastvorträge und Voresungen an Universitäten zu halten; der studentische Austausch ist ebenfalls aktiv.Auch alle derzeitigen österreichischen Honorarkonsuln in Chile sind als Lehrende an Universitäten tätig.
2008 ist Österreich der Europäischen Südsternwarte-Organisation (ESO) beigetreten. Die ESO hat ihren Sitz in Deutschland, ihre Observatorien, die zu den modernsten der Welt zählen, befinden sich aufgrund der günstigen atmosphärischen Bedingungen in der Atacama-Wüste im nördlichen Chile. Begünstigt durch die Vollmitgliedschaft ist in nächster Zeit ein stärkerer Zustrom österreichischer Astronomen und anderer Grundlagenforscher nach Chile zu erwarten.
Erste wissenschaftiche Kontakte zu Chile gehen auf die Weltumseglung der Fregatte Novara zurück. Dieses Schiff der k.k. Marine warf 1859 auf ihrer wissenschaftlichen Mission in Valparaiso und Arica ihre Anker. Im 20. Jahrhundert war die Forschertätigkeit des Anthropologen Pater Martin Gusinde bedeutsam, der eine Zeit lang unter den indigenen Völker Feuerlands lebte und deren Dasein und Brauchtum fotografisch festhielt. Seine dreibändige Monografie "Die Feuerland-Indianer" gilt bis heute als wissenschaftliches Standardwerk. Maßgebend war auch das völkerkundliche Wirken von Grete Mostny, die von 1963 bis 1982 dem Museo Nacional de Historia Natural in Santiago vorstand.
Im Auftrag der chilenischen Regierung erstellte der Architekt und Stadtplaner Karl Heinrich Brunner von Lehenfeld 1929 den Plan General Regulador für Santiago, der in weiterer Folge von seinen chilenischen Schülern städtebaulich verwirklicht wurde. Brunner wirkte richtungweisend nicht nur in Chile sondern auch in anderen Ländern Südamerikas und gilt als Vater der Urbanistik im hispanischen Raum.
Neue Grundlage für bilaterale Zusammenarbeit

- MoU über wiss. Zusammenarbeit; Unterzeichnung durch GS Faulhammer und StS RojasFoto: Mineduc.cl
Anlässlich eines Besuches in Chile im Mai 2011, unterzeichnete der Generalsekretär im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Friedrich Faulhammer, mit dem chilenischen Bildungsministeriumein Memorandum of Understanding, welches ein wichtiger Baustein für zukünftige Kooperationen in Wissenschaft, Forschung und im Hochschulwesen sein wird. Eine Delegation österreichischer Wissenschaftler und Rektoren begleiteten den Generalsekretär und nützte den Besuch zur Vertiefung bestehender, wie auch Schaffung neuer Kontakte. Die Universität Innsbruck schloss mit der Universidad Diego Portales und der Universidad de Chile Kooperationsabkommen, womit die Gesamtzahl der Partnerschaften zwischen österreichischen und chilenischen Universitäten 26 erreicht.
Ein erstes konkretes Projekt verspricht die Zusammenarbeit zwischen dem chilenischen Antarktis Institut (INACH) mit dem Institut für Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Diese renommierten Forschungseinrichtungen entwickelten ein gemeinsames Projekt zur Analyse der Prozesse und Wirkungen des Klimawandels in chilenischen Bergökosystemen des äußersten Südens. Die Expertise aus den Beobachtungen aus den Alpen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Rückgang der Gletscher soll hier zur Anwendung gelangen.
Universitätspartnerschaften
| Universität Wien | Universidad de Chile Santiago | seit 1995 |
| Technische Universität Wien | Pontífica Universidad Católica, Santiago | seit 2002 |
| Technische Universität Wien | Universidad de Chile, Santiago | |
| Technische Universität Wien | Universidad Técnica Federico Santa Maria, Valparaiso | seit 2007 |
| Technische Universität Wien | Universidad de Concepción | seit 2007 |
| Technische Universität Wien | Universidad de Magallanes, Punta Arenas | seit 2007 |
| Wirtschaftsuniversität Wien | Universidad de Los Andes | seit 2010 |
| Wirtschaftsuniversität Wien | Universidad Gabriela Mistral | seit 2003 |
| Wirtschaftsuniversität Wien | Pontificia Universidad Católica, Santiago | |
| Veterinärmedizinische Universität Wien | Universidad de Concepción | seit 1987 |
| Akademie der bildenden Künste Wien | Pontífica Universidad Católica, Santiago | seit 2001 |
| Karl-Franzens-Universität Graz | Pontífica Universidad Católioca, Valparaiso | seit 1998 |
| Universität Klagenfurt | Universidad Técnica Federico Santa Maria | seit 2002 |
| Universität Innsbruck | Universidad de Chile, Santiago | seit 2011 |
| Universität Innsbruck | Universidad Diego Portales | seit 2011 |
| Universität Innsbruck | Pontífica Universidad Católica, Santiago | |
| Montanuniversität Leoben | Universidad La Frontera, Temuco | seit 2003 |
| Donau-Universität Krems | Pontíficia Universidad Católica del Norte, Antofagasta | seit 2000 |
| Donau-Universität Krems | Universidad de Talca | seit 2001 |
| Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz | Universidad de Chile, Santiago | seit 2001 |
| Diplomatische Akademie Wien | Academia Diplomática de Chile "Andrés Bello" | |
| Fachhochschule Wien | Universidad de Los Andes | seit 2006 |
| Fachhochschule Krems | Universidad Autónoma de Chile | seit 2009 |
| Fachhochschule Kufstein Tirol | Pontíficia Universidad Católica de Valparaíso | |
| Fachhochschule Kärnten | Universidad de Talca | |
| Fachhochschule Joanneum | Universidad de Santiago de Chile, Santiago |
