Bilaterale Besuche
Offizieller Besuch von Bundesratspräsidentin Neuwirth in Chile

- Überreichung der Verdienstmedaille des Senats an Bundesrats-Präsidentin NeuwirthBild: chilenischer Senat
Im November 2011 besuchte das Präsidium des Bundesrates, der Länderkammer des österreichischen Parlaments, unter der Leitung von Präsidentin Susanne Neuwirth Chile in offizieller Mission. Die Gespräche mit dem chilenischen Senat gewährten Einblick in die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, denen sich Österreich und Chile stellen müssen. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand ein Austausch über Bildungsfragen, wobei die Präsidenten der Kammern ähnliche grundsätzliche Fragestellungen für beide Länder identifizierten.
Im Gespräch mit Frauenministerin Carolina Schmidt konnte die Delegation feststellen, dass vor allem im Arbeitsrecht und in dem Bestreben, mehr Frauen in Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben zu verankern, analoge Lösungsansätze verfolgt werden; insbesondere geht es darum, die Vereinbarkeit von Berufskarriere und Familie zu ermöglichen. In ebenso betont offener Atmosphäre fand ein Gespräch mit Vertretern von Frauenorganisationen statt, bei dem aktuelle Gleichstellungsfragen, Arbeitsmarktzugang und die Ausweitung der Karenzierungsmöglichkieten im Zentrum standen.
In einem weiteren Treffen im Nationalen Menschrechtsinstitut Chiles (Instituto Nacional de Derechos Humanos - INDH) mit Repräsentanten von Nicht-Regierungsorganisationen, die sich im Bereich der Nicht-Diskriminierung und der sexuellen Vielfalt engagieren, wurde ein intensiver Informationsaustausch gepflegt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei das seit 2010 im österreichischen Familienrecht verankerte Institut der Eingetragenen Partnerschaft.
Arbeitsbesuch des Dritten Nationalratspräsidenten

- Präsident Graf (rechts) bei Präsident Melero (Mitte) zu Gast im ehemaligen Sitzungssaal des alten Kongressgebäudes in SantiagoBild: Kongress Chile
Begleitet von einer Delegation absolvierte der Dritte Präsident des Nationalrats, Dr. Martin Graf, ein intensives Besuchsprogramm in Chile. Er traf zu Gesprächen mit dem Präsidenten des chilenischen Abgeordnetenhauses, Patricio Melero, sowie weiteren Mitgliedern dieser Kammer zusammen. Weiters erfolgte ein Arbeitsgespräch mit Justizminister Ribera und der Besuch eines von der EU und dem chilenischen Justizministerium gemeinsam entwickelten Projekts zur Mediation und Beilegung von Konflikten im Familien- und Nachbarschaftsbereich.
Nach einem Zusammentreffen mit dem Präsidenten des Dachverbandes der chilenischen Handelskammern, Carlos Eugenio Jorquiera, beleuchteten Besuche der des Freizeit- und Vergnügungskomplexes Monticello Grand Casino & Entertainment World und des in Bau befindlichen Costanera Centers das Engagement österreichischer Firmen in Chile: Monticello ist eine Direktinvestition, an der die österreichischen Novomatic AG zur Hälfte Partner ist, und an der Errichtung des Costanera Centers, höchsten Bauwerks Lateinamerikas, wirkt das auf Schalungstechnik spezialisierte österreichische Unternehmen DOKA mit.
In Valparaíso nahm Präsident Graf an der Feier zum Nationalfeiertag teil, bei welcher im österreichischen Honorarkonsulat die Ausstellung „Reconstructing Wittgenstein“ eröffnet wurde. Musikalisch wurde der Akt von der Zillertaler Bürgermeisterkapelle umrahmt, die gleichzeitig ein umfangreiches Gastspiel in Chile absolviert.
Bundeskanzler Werner Faymann traf Staatspräsident Piñera

- Bundeskanzler Werner Faymann mit Staatspräsident Sebastián Piñera in New YorkBild: Andy Wenzel
Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann traf im Rahmen seiner Reise zur UN-Generalversammlung am 21. September 2011 in New York Chiles Staatspräsidenten Sebastian Piñera zu einem Gespräch. Dabei standen die wirtschaftlichen Entwicklungen in Lateinamerika und Europa sowie Kooperationen bei Energie- und Umwelttechnologien im Mittelpunkt.
"Präsident Pinera war sehr interessiert an den jüngsten Entwicklungen in Europa, besonders an den Maßnahmen zur Stabilisierung der Eurozone", sagte Bundeskanzler Faymann nach dem Gespräch. Im Gegenzug Verwies der chilenische Staatspräsident auf die zuletzt sehr dynamische wirtschaftliche Entwicklung in Lateinamerika: nach seiner Einschätzung erwarte beispielsweise Chile für die kommenden drei Jahre ein BIP-Wachstum von sechs Prozent pro Jahr. Präsident Piñera unterstrich, dass er die zusätzlichen Staatseinnahmen vor allem für die Bekämpfung der Armut verwenden wolle.
Mit Blick auf erneuerbare Energien und den Ressourcenreichtum seines Landes betonte Präsident Piñera, dass in Chile die österreichischen Technologien aus diesem Bereich sehr geschätzt werden und weitere Kooperationen im beiderseitigen Interesse liegen.
Ein Thema von gemeinsamem Interesse bilden die internationalen Friedenseinsätze der UNO, die von beiden Ländern intensiv beschickt werden. Präsident Piñera lud den österreichischen Bundeskanzler zum nächsten EU-Lateinamerika-Gipfel ein, der im Juni 2012 in Chile stattfinden wird.
Lange bilaterale Besuchstradition

- Präsidentin Bachelet in Wien, Mai 2006; Empfang mit militärischen Ehren im Inneren BurghofBild: ÖPK

- Bundeskanzler Gusenbauer in Chile. Empfang mit militärischen EhrenBild: ÖPK
Nach Wiederherstellung der Demokratie in Chile erfuhren die bilateralen Kontakte auf politischer Ebene eine deutliche Intensivierung: Sowohl der parlamentarische Besuchsaustausch wie auch jener von Außenministern und Fachministern wurde in beide Richtungen geführt. 1993 besuchte erstmals ein österreichischer Regierungschef, Bundeskanzler Franz Vranitzky, Chile.
Mit den offiziellen Besuchen von Staatspräsidentin Bachelet in Wien im Mai 2006 und von Bundeskanzler Gusenbauer im Mai 2008 in Santiago, erreichte der bilaterale Besuchsaustausch einen Höhepunkt. Präsidentin Bachelet war 2006 auch Gast beim IV. Gipfel der Europäischen Union mit Lateinamerika und der Karibik in Wien.
Zu außenpolitischen Themen erfolgt seit 2007 ein regelmäßiger Dialog auf Ebene des stellvertretenden Außenministers bzw. des Generalsekretärs für auswärtige Angelegenheiten. Ebenso erfolgt ein kontinuierlicher Austausch auf Ebene hoher Beamter und Militärs.

- Bundesheer Delegation unter Generalleutnant Apfalter in SantiagoBild: ÖB Santiago de Chile

- Präsidentin Michelle Bachelet in Wien, 13. Mai 2006Bild: HOPI Media/Bernhard J. Holzner
Wissenschaftsgespräche von Generalsekretär Faulhammer

- Friedrich Faulhammer - Generalsekretär des BMWFBild: BMWF
Anlässlich seines Besuchs in Santiago Anfang November 2010 absolviert der Generalsekretär im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Friedrich Faulhammer, ein intensives Besuchsprogramm mit Regierungsstellen, Universitäten und weiteren chilenischen Forschungseinrichtungen. Thema der Gespräche ist eine Vertiefung der Wissenschaftskontakte zwischen beiden Ländern, die sich bereits auf einen zufriedenstellenden universitären Austausch stützen können.
Generalsekretär Faulhammer trifft unter anderem mit dem Staatssekretär im chilenischen Bildungsministerium Fernando Rojas, dem Präsidenten von CONICYT, José Miguel Aguilera und dem Rektor der Universität von Chile und gleichzeitigem Vorsitzenden der Rektorenkonferenz Víctor Perez Vera zusammen. Weitere Besuche gelten dem Sitz der Europäischen Südsternwarte-Organisation (ESO) in Santiago, dem Instituto de Chile, das ist die Dachorganisation der sechs chilenischen Akademien der Wissenschaften, und dem Heidelberg-Center für Lateinamerika.
Chile bemüht sich derzeit um eine Reform seines Bildungssystems und vergleicht sich nach seinem OECD-Beitritt verstärkt mit den Partnerstaaten in dieser Organsation. Österreich ist in seiner wissenschaftlichen Ausrichtung europäisch und international bestens vernetzt. Seine wirtschaftlichen und Exporterfolge gehen nicht zuletzt auf die Leistungsfähigkeit der österreichischen Wissenschaft und Forschung zurück, die sich in innovativen Produkten und Dienstleistungen niederschlagen. Aus dieser komplementären Situation ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine noch intensivere Zusammenarbeit beider Länder im Bereich von Wissenschaft, Forschung und Technologie.
Gespräch der Außenminister in Madrid

- Chilenisch-österreichisches Außenministertreffen in Madrid: Bundesminister Spindelegger und Außenminister MorenoBild: Hopi-Media
Am Rande des VI. Gipfels der EU mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik (EU-LAC) traf Bundesminister Spindelegger am 18. Mai 2010 mit seinem chilenischen Amtskollegen Alfredo Moreno Charme zusammen. Inhalt des Gesprächs bildeten neben den den bilateralen Beziehungen ein Meinungsaustausch über die biregionale Zusammenarbeit sowie globale Themen. Außenminister Moreno lud Bundesminister Spindelegger zu einem Besuch nach Chile ein.
Außenpolitischer Dialog in Wien

- 2. Runde der außenpolitischen Konsultationen Österreich-Chile, Wien, 8.Mai 2009Bild: chilenisches Außenministerium
Auf Einladung des Generalsekretärs für auswärtige Angelegenheiten, Botschafter Johannes Kyrle, fand am 8. Mai 2009 in Wien die zweite Runde der chilenisch – österreichischen außenpolitischen Konsultationen statt. In den Gesprächen mit Staatssekretär Alberto van Klaveren wurde ein breites Spektrum bilateraler und internationaler Themen behandelt, darunter die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise, die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen (beide Länder sind gegenwärtig im UN-Menschensrechtsrat vertreten, Österreich ist derzeit nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen), eine Einschätzung regionaler Entwicklungen in Lateinamerika und Europa sowie Energie- und Umweltfragen.
In den bilateralen Beziehungen konnte auf den regen Besuchsaustausch auf politischer Ebene sowie auf die – trotz Wirtschaftskrise – ermutigende Entwicklung des Handelsaustauschs hingewiesen werden. Aus Anlass der Bicentenario-Feiern in Chile sind mehrere österreichische Projekte im Kultur- und Wissenschaftsbereich in Vorbereitung.
Der strukturierte bilaterale Meinungsaustausch in außenpolitischen Fragen zwischen Österreich und Chile ist ein Zeichen für das vertrauensvolle Verhältnis, das zwischen beiden Staaten besteht, und geht auf ein diesbezügliches Übereinkommen zwischen den Staatssekretären Mariano Fernández und Benita Ferrero-Waldner zurück.
Parlamentspräsident Francisco Encina zu offiziellem Besuch in Österreich

- Präsident Encina in Wien; Sitzung im ParlamentBild: Francisco Encina Moriamez
Der Präsident des Abgeordnetenhauses des chilenischen Kongresses, Francisco Encina Moriamez, stattete am 25. und 26. Februar 2009 auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer Wien einen offiziellen Besuch ab. Präsident Encina wurde darüber hinaus von Bundesratspräsident Harald Reisenberger und von Bundespräsident Heinz Fischer empfangen.
Im Gespräch mit Mitgliedern des außenpolitischen Ausschusses des Nationalrats betonte Präsident Encina die guten Beziehungen zwischen Österreich und Chile und die Bedeutung des Dialogs zwischen Parlamentariern. Er unterstrich die rasante wirtschaftliche und soziale Entwicklung Chiles in den letzten Jahren und sprach sch für eine noch weitere Intensivierung des bilateralen Kultur- und Wissenschaftsaustausches aus. Insbesondere sollten chilenische Studenten noch mehr als bisher von den Ausbildungsmöglichkeiten an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen Gebrauch machen, wofür das neue Stipendienprogramm der chilenischen Regierung „Sistema Bicentenario – Becas Chile“ gute Voraussetzungen schaffe.
Bundeskanzler Gusenbauer zu Besuch in Santiago

- Bundeskanzler Gusenbauer bei Staatspräsidentin Bachelet, offz. Besuch in Chile, 14.5.2008Bild: Johannes Zinner
Im Mai 2008 absolvierte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer einen offiziellen Besuch in Chile. Der österreichische Regierungschef wurde von Präsidentin Michelle Bachelet im Präsidentenpalast La Moneda mit militärischen Ehren empfangen. Themen des Gipfelgesprächs bildeten u.a. die Entwicklung der Rohstoffpreise verbunden mit Fragen der Versorgungssicherheit und Energieeffizienz sowie der Ausgestaltung des Bildungssystems.
In Valparaíso besuchte Bundeskanzler Gusenbauer den chilenischen Nationalkongress und hielt vor dem Plenum der Abgeordnetenkammer eine Rede; im Anschluß wurde er vom Präsidenten Juan Bustos mit der Ehrenmedaille der Abgeordnetenkammer ausgezeichnet.
In der Cámara Nacional de Comercio traf Bundeskanzler Gusenbauer mit Vertretern des chilenischen Wirtschaftslebens zusammen.
Ein Runder Tisch im Consejo Chileno de las Relaciones Internacionales ermöglichte einen Meinungsaustausch mit Analysten und politischen Beobachtern zu einem breiten Spektrum internationaler Fragen.
