Stellung in der Welt
Mit dem Ende des Kalten Krieges ist Österreich von seiner Randlage an der Grenze zwischen "Ost" und "West" verstärkt in das Zentrum eines größeren Europas gerückt. An Stelle des Ost- West-Konflikts, der bis zum Zerfall der Sowjetunion und dem Zusammenbruch des Kommunismus bestimmender Faktor war, entwickeln sich in Europa neue Formen partnerschaftlicher Zusammenarbeit.
Vor diesem Hintergrund hat Österreich 1995 bedeutende Weichenstellungen vollzogen: Seit 1. Jänner ist es Mitglied der Europäischen Union (EU) sowie Beobachter bei der Westeuropäischen Union (WEU). Im Februar 1995 nahm Österreich die Einladung zu einer Teilnahme an der NATO - Partnerschaft für den Frieden an. Diese Schritte schließen an die langjährige aktive Mitgliedschaft Österreichs in den Vereinten Nationen, im Europarat und in der OSZE, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (früher: KSZE), an.
Die Bundeshauptstadt Wien beherbergt als einer der Amtssitze der Vereinten Nationen die IAEO, die UNIDO und mehrere UNO - Abteilungen. Wien ist auch Sitz des Sekretariats und des Ständigen Rats der OSZE, der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sowie des Exportkontrollregimes Wassenaar Arrangement. Wien war auch wiederholt der Ort für weichenstellende Gipfeltreffen der Großmächte sowie für andere wichtige internationale Verhandlungen. Im Rahmen der Vereinten Nationen wirkt Österreich seit vielen Jahren aktiv an friedenserhaltenden Operationen mit.
Österreich hat neue und weit reichende Möglichkeiten gewonnen, seine Stellung in der Welt zu festigen. Dies trifft auf Maßnahmen in den Bereichen Stabilitätspolitik, Prävention und Krisenmanagement zu. Dazu zählen auch internationale Anstrengungen auf dem Gebiet der Umweltpolitik, der Österreich prioritäre Bedeutung beimisst. Die nuklearen Anlagen in den Nachbarländern sind hierbei von besonderer Aktualität. Österreich bekennt sich zu einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und tritt für die Schaffung einer europäischen Friedens- und Verteidigungsgemeinschaft ein. Die Teilnehme an internationalen Hilfs- und Solidaritätsaktionen ist für Österreich selbstverständlich.
