Wissenschaft und Bildung
Im Bereich der Wissenschaft besteht seit 1984 ein Abkommen zwischen Österreich und der VR China über die Wissenschaftlich-Technische Zusammenarbeit, das bislang über 2000 österreichischen und chinesischen Forschern die Durchführung wissenschaftlicher Projektvorhaben im jeweils anderen Land ermöglichte. Pro Jahr fördert das WTZ-Abkommen die Mobilität von rund 70 Wissenschaftern, wodurch ein wesentlicher Beitrag zur erfolgreichen Vernetzung der Forschungseinrichtungen beider Seiten geleistet wird. Betreut wird dieses Mobilitätsprogramm vom Österreichischen Austauschdienst (ÖAD). Die Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf Medizin, Land- und Forstwirtschaft, Sozialwissenschaften und Biotechnologie und Umweltforschung.
Die Kooperation zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften sowie der Tibetischen Akademie für Sozialwissenschaften gründen auf bilateralen Abkommen über wissenschaftliche Zusammenarbeit, welche am 29. September 1980, am 29. Juni 1984 bzw. am 22.Juni 1995 abgeschlossen wurden. Alle drei Abkommen erfreuen sich einer regen Beteiligung chinesischer und österreichischer Wissenschafter.
Im Bereich der Bildung kommt der Kooperation der Universitäten besondere Bedeutung zu. Mittlerweile bestehen zahlreiche Partnerschaften und Kooperationsabkommen, die eine solide Basis für die universitäre Zusammenarbeit bilden. In den letzten Jahren haben besonders die Universitäten Wien und Salzburg ihre Kooperationsaktivitäten mit chinesischen Partnern verstärkt. Die Österreichische Rektorenkonferenz veröffentlicht jährlich eine Übersicht der Auslandskooperationen der österreichischen Universitäten. So wurde auf Betreiben der Universität Wien, die über einen eigenen China-Beauftragten verfügt und 1997 mit der renommierten Peking-Universität ein gesamtuniversitäres Partnerschaftsabkommen abgeschlossen hat, an der genannten Universität erstmals ein österreichisch besetztes "Lektorat für Deutsche Sprache und Österreichische Kultur" eingerichtet, durch welches der Aufbau einer Österreich-Bibliothek vorangetrieben werden soll. Zurzeit sind in der VR China vier von der Österreich-Kooperation (ÖK) betreute Lektoratsstellen eingerichtet.
2006 ist ein bilaterales Abkommen über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich in Kraft getreten. China ist der erste außereuropäische Staat, mit dem Österreich eine derartige Vereinbarung getroffen hat. Durch das Abkommen soll der Zugang zum Weiterstudium im jeweils anderen Land vereinfacht, und somit die Mobilität von Studenten und Hochschulabsolventen erhöht werden. Neben den im Rahmen des Eurasia-Pacific-Uninets (siehe unten) vergebenen Stipendien werden durch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit jährlich chinesische BewerberInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in fachorientierten Aus- und Weiterbildungsprogrammen gefördert.
Waren im Studienjahr 2006/07 laut Angaben des chinesischen Bildungsministeriums rund 484 Studenten aus Österreich an chinesischen Hochschulen inskribiert, so studierten an österreichischen Universitäten im Studienjahr 2007/08 insgesamt 1340 chinesische Studierende als ordentliche und außerordentliche Studenten, wobei sich vor allem die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften und die künstlerischen Studienrichtungen großen Interesses erfreuen.
Für das akademische Studienjahr 2007/08 standen österreichischen Studierenden insgesamt 30 Stipendienplätze zur Verfügung, darüber hinaus besteht erstmals auch die Möglichkeit im Rahmen des "Chinese Government Scholarship Programme (EU Window)" für Studenten aus der Europäischen Union sich um einen Stipendienplatz zur Sprachausbildung in China zu bewerben.
Interessenten an einem Studium an einer österreichischen Universität oder Fachhochschule stehen die Informationen des Österreichischen Austauschdienstes (ÖAD) zur Verfügung, die über das Portal des ÖAD in Deutsch und Englisch abgerufen werden können. Darüber hinaus bietet die Österreichische Datenbank für Stipendien und Forschungsförderung einen bequemen Überblick über die angebotenen Programme, alle Anleitungen zur Bewerbung sowie die entsprechenden Formulare als Downloads.
Shanghai nimmt eine besondere Stellung ein, da die Stadt im Laufe des Zweiten Weltkriegs Zufluchtsort für über 30.000 Juden aus ganz Europa, darunter viele aus Österreich, wurde. 2006 wurde am Zentrum für jüdische Studien an der Shanghai Akademie ein Zivilersatzdienst in Form des Gedenkdienstes eingerichtet. Die Initiative ging vom Österreichischen Gedenkdienst in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Botschaft Peking aus und wird durch Mittel der österreichischen Bundesregierung unterstützt.
Links:
Eurasia Pacific-Uninet

- Eurasia Pacific Uninet
Das Eurasia-Pacific Uninet ist ein Netzwerk, das österreichische Universitäten, Fachhochschulen und andere Bildungseinrichtungen mit Partnerinstitutionen in Ost-, Zentral-, und Südasien sowie im pazifischen Raum verbindet und deren wissenschaftliche Kooperationen fördert. Die Arbeit des im Jahr 2000 von Prof. Dr. Brigitte Winklehner gegründeten Netzwerkes wird vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der Österreichischen Austauschdienst-GmbH unterstützt. Eurasia-Pacific Uninet ist derzeit mit 133 Mitgliedsinstitutionen das größte Netzwerk eines einzelnen Mitgliedstaates der Europäischen Union für Zusammenarbeit mit China im Bildungsbereich.
Das primäre Ziel des Netzwerks ist die Initiierung und nachhaltige Etablierung von multilateraler wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen in der Volksrepublik China. Im Bildungs- und Forschungsbereich besteht seit dem Jahr 2000 eine enge Zusammenarbeit zwischen chinesischen und österreichischen Akademien, Universitäten und Fachhochschulen. Im Eurasia-Pacific Uninet arbeiten derzeit alle österreichischen Universitäten mit 52 Universitäten und Forschungseinrichtungen in China zusammen. Das Netzwerk fördert multilaterale wissenschaftliche Zusammenarbeit, gemeinsame Forschungsprojekte, Konferenzen, Kurzzeit-Gastprofessuren, fachspezifische Summer Schools und den Austausch von Studierenden. Es unterstützt und initiiert des Weiteren auch die Vermittlung interkultureller Expertise für Studierende und Firmenmitarbeiter durch spezielle Programme und Kurse, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von multinationalen Firmen sowie Kontakte zwischen Regierungsstellen, Bildungsinstitutionen und Unternehmen. Auf Basis dieser zahlreichen wissenschaftlichen Aktivitäten wurden seit dem Jahr 2000 bereits sieben gemeinsame Österreichisch-Chinesische Forschungszentren eingerichtet:
- Sino-Austrian Center for Media and Communication Management Shanghai, Fudan University (seit 2004)
- Sino-Austrian Biomarker Research Center, Peking University, Health Science Center (seit 2006)
- Austria-China Research Center for Environmental Protection, Yangling, Northwest A&F University (seit 2007)
- Sino-Austrian Collaborating Centre for Chinese Medical Sciences (seit 2007)
- Austria-China Research Center on Tunnel and Underground Engineering, Shanghai, Tongji University (seit 2007)
- China-Austria Research and Innovation Center in Logistics, Information Flow, Supply Chain Management and Material Flow, Beijing Jiaotong University (seit 2009)
- Sino-Austrian Diagnosis-Treatment and Research Centre of Cardio-Vascular Diseases, Nanjing Medical University, Nanjing (seit 2010)
Diese Forschungszentren verstehen sich als eine offene Plattform für Interaktion und gemeinsame Forschung von österreichischen und chinesischen Wissenschaftlern von jeweils mehreren Universitäten beider Länder. An allen chinesisch-österreichischen Forschungszentren befinden sich Netzwerkbüros, die den österreichischen Wissenschaftlern während ihrer Forschungsaufenthalte in China zur Verfügung stehen.
Weitere gemeinsame Einrichtungen sind:
- Austrian-Chinese Music University, China Conservatory, Beijing
- Austrian Center, Austrian Library, Fudan University, Shanghai
Auf Wunsch der Stadt Peking wird im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit und der Musikausbildung seit 2007 am Aufbau einer österreichisch-chinesischen Musikuniversität mit dem China Conservatory in Peking gearbeitet.
Eine für die Kooperation mit China im Bildungs- und Kulturbereich sehr wichtige Einrichtung ist das Austrian Center an der Fudan Universität in Shanghai, an dem auch eine Österreich Bibliothek eingerichtet wurde. Dieses Zentrum dient als eine Kontaktstelle für die Forschungsarbeit mit den Mitgliedsinstitutionen des Eurasia-Pacific Uninet im Raum Shanghai.
Weitere Informationen auf der Webseite des Eurasia Pacific Uninet.
Konfuzius Institut an der Universtität Wien

- Konfuzius Institut Logo
Seit September 2006 ist die Universität Wien Sitz des einzigen "Konfuzius Instituts" in Österreich, das neben Sprachkursen auch Veranstaltungen mit Chinabezug organisiert.
Direktor: ao. Univ.-Prof. Dr. Richard Trappl
Weitere Informationen auf der Webseite des Konfuzius Instituts.
Akademische Prüfungsstelle
Für Studienwerber aus der Volksrepublik China an österreichischen postsekundären Bildungseinrichtungen gelten folgende Regelungen: Für Interessenten an einem Studium in Österreich wird die Echtheitsüberprüfung von in der Volksrepublik China ausgestellten Zeugnissen sowie gegebenenfalls Plausibilitätsinterviews durch die APS durchgeführt.
Die 2001 gegründete Akademische Prüfstelle (APS) ist eine Einrichtung des Kulturreferats der Deutschen Botschaft Peking in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Hochschulzugangsberechtigung und die akademischen Leistungsnachweise chinesischer Studienwerber, die ein Studium in Österreich, Deutschland oder in der flämischen Region Belgiens anstreben, überprüft.
Das Verfahren bewirkt eine Objektivierung und eine Beschleunigung des Verfahrens für Studienwerber an österreichischen postsekundären Bildungseinrichtungen. Die Verfahren und Zugangsvoraussetzungen an der APS sind für alle Antragsteller gleich, unabhängig davon, ob sich diese später in Österreich, Deutschland oder in der flämischen Region Belgiens bewerben.
Zusätzlich zu den an der Akademischen Prüfstelle geforderten Unterlagen sieht § 65 des österreichischen Universitätsgesetzes von 2002 die Verpflichtung zum Nachweis der „Besonderen Universitätsreife“ vor. Falls diese nicht bereits als erwiesen angenommen wird, verlangt die betreffende österreichische Universität eine gesonderte Bestätigung darüber. Entsprechende Dokumente können zum Zeitpunkt der Antragsstellung an der APS mitgeschickt werden oder, wenn nötig, an der APS zur Nachzertifizierung eingereicht werden. Die Nachzertifizierung der Weiterstudienbestätigung ist kostenlos. Über die genauen Zugangsvoraussetzungen der Universitäten informieren die jeweiligen Webseiten der österreichischen Universitäten. Das gemeinsame akademische Portal lautet: http://www.portal.ac.at
Studienbewerber, die im China-Verfahren das Interview der APS erfolgreich durchlaufen haben, bekommen Zertifikate, die für beide Länder Österreich und Deutschland gelten. Der Antrag auf eine Aufenthaltsbewilligung für Österreich MUSS bei der österreichischen Botschaft Peking eingereicht werden. Die Aufenthaltsbewilligung kann NICHT bei der APS beantragt werden. Die APS wird den Studienbewerbern, die ihre Aufenthaltsbewilligung bei der österreichischen Botschaft eingereicht haben, die im Entgelt der APS enthaltene Visumgebühr für ein deutsches Visum erstatten, wenn eine Bestätigung für die Beantragung einer Aufenthaltsbewilligung für Österreich vorgelegt wird. (Eine Bestätigung über die erfolgte Antragsstellung einer Aufenthaltsbewilligung in Österreich kann auf Wunsch in der Visaabteilung der Österreichischen Botschaft in Peking ausgestellt werden)
Auskünfte zum Prüfverfahren erteilt die APS unter der Telefonnummer: 0086-10-6590 7138, Fax: 0086-10-6590 7140 und E-Mail: info(at)aps.org.cn
Bewerber für das Studienzielland Österreich werden in Zukunft an zwei Prüfblöcken im Jahr eingeladen.
Prüftage für Studienbewerber für Österreich für das Wintersemester 2010/2011: 12. bis 16. Juli 2010
Ort: Akademische Prüfstelle Peking
Merkblätter zur APS und den einzelnen Verfahren finden Sie nachstehend:
