Wirtschaftsbeziehungen Österreich-China
Schon frühzeitig verstand es die österreichische Wirtschaft, die Chancen des chinesischen Marktes zu nutzen. Bereits 1956 bereiste eine Delegation der Industriellenvereinigung die VR China. Die Wirtschaftsbeziehungen sind den diplomatischen Beziehungen vorausgegangen und haben ihnen auch immer wieder wichtige Impulse gegeben. Sie spielen auch nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahre 1971 traditionell eine wichtige Rolle.
China ist heute Österreichs wichtigster Handelspartner in Asien, viertwichtigster Lieferant und einer der wichtigsten Absatzmärkte. Wichtige österreichische Exportprodukte sind traditionell Maschinen/-teile, Industrieanlagen und Kraftfahrzeuge. Importiert werden vor allem Elektro-, Textil-, Leder- und Spielwaren. Waren-, Technologieaustausch, Direktinvestitionen, Joint Ventures, aber auch der Tourismus sind kontinuierlich im Aufwärtstrend.
Laut Statistik Austria betrugen die Importe aus China im Jahr 2011 6,4 Mrd. € (+ 18 %) und die Exporte nach China 2,9 Mrd. € (+4 %), was einem Gesamthandelsvolumen von insgesamt 9,3 Mrd. € und einem Handelsbilanzdefizit von 3,5 Mrd. € entspricht. Im Jahr 2010 stiegen die Exporte Österreichs nach China noch um 40 %.
Aktuelle Wirtschaftsmeldungen aus China sowie Informationen zu Veranstaltungen im Handelsbereich finden Sie auf der Website des Außenhandelscenters Peking http://portal.wko.at/wk/startseite_th.wk?sbid=334&dstid=0
Highlights
2011 – ein Jahr der Jubiläen: 10 Jahre WTO-Beitritt, 40 Jahre diplomatische Beziehungen, 45 Jahre Außenwirtschaftscenter Peking – die erste offizielle Repräsentanz der österreichischen Wirtschaft in Festland-China - und das einjährige Jubiläum der EXPO Shanghai, an der auch Österreich erfolgreich teilnahm.
Zu diesem Anlass reiste der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich Dr. Christoph Leitl zusammen mit einer rund 50 köpfigen Wirtschaftsdelegation vom 17.-21. Oktober nach Peking und Shanghai. Beim Sino-Austria Connect 2011 traf die österreichische Delegation mit über 150 potentiellen chinesischen Geschäftspartnern zusammen und knüpfte neue wichtige Kontakte in den Bereichen Umweltschutz, Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheitswesen und Dienstleistungen. Parallel wurden begleitend Fachseminare veranstaltet. Besonders das Wirtschaftsforum China: Vision 2020 war ein großer Erfolg.
2010:
- Präsenz auf der Expo 2010 in Shanghai Österreich nimmt mit einem eigenen Pavillon bei der EXPO 2010 in Shanghai teil und präsentiert besonders die Innovationskraft, Qualität, Kompetenz und Bandbreite der in der High-Tech, Energie- und Umwelttechnologie tätigen österreichischen Firmen.
- Einkaufmission. Im Zuge der Einkaufsmission war eine chinesische Delegation bestehend aus hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft in Österreich zu Gast und haben mit der Unterzeichnung von 16 Verträgen Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 900 Mio. USD auf den Weg geschickt.
- Chinabesuch von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit 4 Vertragsunterfertigungen zwischen österreichischen Institutionen/Unternehmen und deren chinesischen Partnern
2009: China als Exportzugpferd Österreichs. China ist das einzige der TOP 30 Exportdestinationen Österreichs, das im Krisenjahr 2009 eine positive Exportentwicklung aufzeigte. Die österr. Ausfuhren nach China durchbrechen erstmals die 2 Mrd. Euro Marke..
2008: Österreich Haus bei den Olympischen Spielen. Die 29. Olympischen Spiele boten nicht nur den österreichischen Athleten die einmalige Gelegenheit sich mit dem Rest der Welt zu messen, sondern auch der österreichischen Wirtschaftstreibenden, sich dem chinesischen Publikum im Rahmen diverser Veranstaltungen im „Österreich Haus“ zu präsentieren. Hochrangige Vertreter aus Landes- und Bundesebene der österreichischen Politik sowie aus der Wirtschaft statteten während Olympia, Peking einen offiziellen Besuch ab.
2006: Marketing Award für Österreichwerbung. Die Österreichwerbung gewinnt mit ihrem auf Mozart zugeschnittenen Marketingkonzept den European Chinese Tourist Welcoming Marketing Award auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, die unter der Schirmherrschaft der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen stattfindet. 2004 wurde die Stadt Wien, 2005 die Firma Swarovski mit diesem Preis ausgezeichnet.
2005: Handelsvolumen auf Höhenflug. Das Handelsvolumen mit der VR China (ohne Hongkong erreicht) 2005 4,2 Mrd. Euro und hat sich somit seit 2001 (Beitritt der VR China als eigenständiges Zollgebiet zur WTO) verdoppelt! Ende 2005 gibt es bereits 1000 Investitionsprojekte aus Österreich mit einem realisierten Investitionswert von über 600 Millionen Euro.
2005: Erstmalig Banklizenz für österreichische Bank. Anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Klestil wird die seit 1995 bestehende Vertretung der Raiffeisen-Zentralbank in Peking 2001 in eine Filiale umgewandelt. 2005 erhält sie als erste österreichische Bank die Lizenz zum Abschluss von Geschäften in chinesischer Währung.
2004: Tourismusabkommen fördert Besucherzahlen. Mai 2004: In-Kraft-Treten des EU-China ADS-Abkommens („Approved Destination Status“) zur Erleichterung des Tourismus. 2005 kamen etwa 180.000 Besucher (1984 waren es lediglich 1840) aus der VR China nach Österreich bei etwa 250.000 Nächtigungen. Etwa 45.000 Österreicher besuchten die VR China (1980 waren es lediglich 300).
2001: Das Handelsvolumen durchbricht die Grenze von 2 Mrd. Euro
1997: Österreichische Direktinvestitionen in China erreichen 1 Mrd. ATS
1995: Direktverbindung ab Wien-Schwechat wird eingerichtet. 27. März 1995: Austrian Airlines nimmt den Flugbetrieb nach Peking auf. Seit Sommer 2004 fliegt sie zusätzlich zu Peking (sechsmal wöchentlich) auch Shanghai mit Nonstop-Flügen an.
1994: Chinesischer Ministerpräsident in Österreich zu Gast. Juni - Juli 1994: Anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Li Peng in Österreich werden zahlreiche Verträge mit einem Gesamtvolumen in Höhe von mehreren Milliarden ATS unterzeichnet.
1993: Laufend neue Exportrekorde. Oktober 1993: Anlässlich des Chinabesuchs von Bundeskanzler Vranitzky wird ein weiteres Abkommen über einen zinsgestützten Kredit in Höhe von 1 Mrd. ATS unterzeichnet, der bis 1996 läuft. Ab 1996 werden die Kredite von Fall zu Fall gewährt. Österreichische Exporte überschreiten 1993 den Rekordwert von 1991 (3.300 Mrd. ATS) und erreichen 3.668 Mrd. ATS.
1989: Die VR China verzeichnet zum ersten Mal seit 1976 einen Handelsüberschuss mit Österreich (680 Mio. ATS).
1985: Chinabesuch durch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger. 12. September 1985: Während des Staatsbesuchs von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger werden ein Luftverkehrsabkommen und ein Investitionsschutzabkommen unterzeichnet.
1985: Der Beginn der Vergabe von Softloans an China. Januar 1985: Beim Besuch des Vizeaußenhandelsministers Wu Yiming in Österreich wird das erste Abkommen zur Gewährung eines österreichischen zinsgestützten Kredits zum Bau von Kraftwerken unterzeichnet. 1987 wird die Widmung auf den Bezug österreichischer Maschinen und Ausrüstungen erweitert. Insgesamt wird ein Kreditrahmen von 7 Mrd. ATS zur Verfügung gestellt, der bis Ende 1989 für die Abwicklung von ca. 60 Verträgen ausgeschöpft wird.
1979: Österreichische Exporte betragen zum ersten Mal über 1 Mrd. ATS.
1974: erste landesweite österreichische Leistungsschau in China. 74 heimische Unternehmen präsentieren ihre Expertise.
1972: 1. völkerrechtlicher Vertrag zw. China & Österreich. 2. November 1971: Ein Handelsabkommen, unterzeichnet von Handelsminister Josef Staribacher in Peking, wird der erste völkerrechtliche Vertrag zwischen der Republik Österreich und der VR China.
1971: Aufnahme der diplomatischen Beziehungen. 28. Mai 1971: Österreich nimmt die diplomatischen Beziehungen mit der VR China auf, noch vor deren Aufnahme in die Vereinten Nationen (25. Oktober 1971).
1966: Eröffnung der Österreichischen Außenhandelsstelle Peking 1. Februar 1966. Die chinesische Handelsvertretung in Wien besteht seit Herbst 1965.
1964: Abschluss von 3 Kammerabkommen. 7. Dezember 1964: In-Kraft-Treten des "Abkommens zwischen dem Chinesischen Rat zur Förderung des internationalen Handels und der österreichischen Bundeswirtschaftskammer über die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder"
1956: Erste nichtstaatliche Handelsvereinbarung: Juli und August 1956: Reise einer Delegation der Industriellenvereinigung in die VR China. Die Delegation wird von Ministerpräsident ZHOU Enlai empfangen und tätigt Abschlüsse in Höhe von insgesamt 600 Mio. ATS.
Zahlen und Fakten
Für Aktuelles betreffend Österreichs Wirtschaftsbeziehungen mit China siehe: Austria's Economy in China
Für die aktuelle Entwicklung des Handels zwischen Österreich und China siehe: Österreichische Außenhandelsstatistik
Statistiken (Achtung unterschiedliche statistische Erhebungsmethodologie) des Nationalen Statistikbüros der Volksrepublik China können in englischer Sprache unter http://www.stats.gov.cn/english/ abgerufen werden.
Die Europäische Union ist der wichtigste Handelspartner Chinas. Für mehr Informationen und statistische Material zum EU-China Handel siehe die Website der Generaldirektion Handel unter http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/bilateral-relations/countries/china/
