Entwicklungszusammenarbeit
Bhutan ist ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Seit dem Jahr 1994 ist die Austrian Development Agency (ADA) durch ein österreichisches Koordinationsbüro für Entwicklungszusammenarbeit in der bhutanischen Hauptstadt Thimphu vertreten. Die bilaterale OEZA orientiert sich am jeweils gültigen bhutanischen Fünfjahres-Entwicklungsplan und beruht auf der gemeinsam mit Bhutan ausgearbeiteten Landesstrategie Bhutan 2010 – 2013.
Als fünftgrößtes Geberland unterstützt Österreich Bhutan in folgenden Bereichen:
- Energie
- Tourismus
- Governance
- Menschenrechte
- Gleichstellung der Frau
- Umwelt
- Kapazitätenbildung
Der Schwerpunkt der Kooperation im Energiebereich liegt im Ausbau der Nutzung natürlicher Ressourcen, und hier vor allem der Nutzung der Wasserkraft. Bislang konnten zwei Wasserkraftwerke errichtet werden: Seit dem Jahr 1996 versorgt das Kleinkraftwerk Rangjung vier Bezirke im Osten des Landes mit Strom. Am 13. Jänner 2002 erfolgte die feierliche Einweihung der Oberstufe des Wasserkraftwerkes Basochhu (Basochhu I) mit einer Leistung von 23 MW. Die zweite Ausbaustufe des Kraftwerkes (Basochhu II, Unterstufe) mit einer Kapazität von 42 MW wurde im Rahmen des österreichischen Exportförderungsverfahrens finanziert und im März 2005 unter Beisein von Frau Bundesministerin Ursula Plassnik feierlich eröffnet. Österreich beteiligt sich darüber hinaus an Programmen zur ländlichen Elektrifizierung, wodurch bereits hunderte Haushalte in schwer zugänglichen und ökologisch sensiblen Gebieten im Osten des Landes an das öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen werden konnten.
Im Tourismusbereich unterstützt Österreich Bhutan beim Aufbau eines nachhaltigen und sozial verantwortlichen Tourismus. Der Schutz der Umwelt und des kulturellen Erbes stehen dabei im Vordergrund. Der Aufbau fachlicher und institutioneller Kapazitäten erfolgt durch Bereitstellung österreichischer Expertise in der Förderung von beruflicher Aus- und Weiterbildung in Österreich wie auch in der Region. Regelmäßig erhalten bhutanische Experten Förderungen zur Aus- und Fortbildung in Österreich (z.B. Tourismusschule Klessheim). Darüber hinaus befindet sich eine Ausbildungsstätte für Tourismus mit angeschlossenem Internat und Schulungshotel in Thimphu in Bau.
Zum Thema Governance beteiligt sich die OEZA im Rahmen kofinanzierter Programme mit anderen Gebern an Multi-Donor-Initiativen in folgenden Bereichen: Stärkung demokratischer Institutionen mit Fokus auf den Justizbereich, Förderung institutioneller und personeller Kapazitäten der Lokalregierungen, Unterstützung lokaler Führungspersonen durch Training im Bereich Gender Mainstreaming.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Waldökologie der Universität für Bodenkultur in Wien besteht seit den 1990er Jahren ein Nadelwaldforschungs- und Ausbildungsprogramm. Jüngst kam es zu einer Schwerpunktverlagerung von der Forstwirtschaft zu wissenschaftlicher Kooperation in Fragen von Hochgebirgsökologie und -geologie.
Österreich beteiligt sich an der Erhaltung des kulturellen Erbes Bhutans. Im Jahr 2004 konnten die Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten an der Klosterburg Trongsa Dzong abgeschlossen werden. In einem Folgeprojekt wurde der zur Klosterburg gehörende Wachturm Daa Dzong in ein Museum umgestaltet.
Weitere Informationen zu Themen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finden Sie hier: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
