Die humanitäre Zusammenarbeit
Die humanitäre Zusammenarbeit stellt eine wichtige Dimension der Zusammenarbeit zwischen Österreich und Belarus dar. Die Caritas Oberösterreich, das Hilfswerk Austria und das Rote Kreuz leisten auf diesem Gebiet Beachtliches, so insbesondere die Betreuung von kranken und behinderten Kindern, die Schulung von Betreuern für kranke und behinderte Kinder, Kindereinladungen nach Österreich und die Förderung von staatlichen Einrichtungen wie Altersheime, Studentenheime und Obdachlosenheime. Im Rahmen der OEZA wurden 2010 bilaterale Leistungen (Nettozahlungen) in der Höhe von rund 30.000 Euro erbracht.
Das Hilfswerk Austria hat in Zusammenarbeit mit belarussischen Stellen in der Nähe von Minsk die größte pädiatrisch-onkologische Klinik Europas errichtet und kooperiert im Bereich Heimhospiz mit dem Belarusian Children´s Hospice. Die Caritas Oberösterreich ist mit 45 Einzelprojekten einer der wichtigsten ausländischen Partner der Caritas von Belarus. Österreich gewährt Bewohnern von Belarus, die aufgrund des AKW-Unglücks von Tschernobyl gesundheitliche Schäden erlitten haben (etwa ein Zehntel der Bevölkerung von Belarus) bzw. in atomar verseuchten Gebieten leben, humanitäre Hilfe. Jedes Jahr werden Kindergruppen aus Belarus auf Urlaub nach Österreich eingeladen.
In diesem Zusammenhang sind auch die Leistungen Österreichs an ehemalige belarussische Zwangsarbeiter, die während der NS-Zeit auf dem Gebiet des heutigen Österreich eingesetzt waren, zu erwähnen. Über die belarussische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ wurden an 4.333 belarussische Staatsbürger, die während der NS-Zeit auf dem Gebiet des heutigen Österreich als Zwangsarbeiter eingesetzt waren, insgesamt 9,64 Mio. Euro ausbezahlt. 4.420 Begünstigte erhielten zusätzlich medizinische Leistungen im Wert von insgesamt 1,28 Mio. Euro.
(Stand: Jänner 2012)
