Österreichisch-Belarussische Beziehungen
Seitdem die Republik Belarus Ende 1991 die staatliche Unabhängigkeit erlangt hat, haben sich die österreichisch-belarussischen Beziehungen insbesondere in den Bereichen Handel und Wirtschaft sowie humanitäre Zusammenarbeit positiv entwickelt.
Die politischen Beziehungen zwischen Österreich und Belarus unterliegen gewissen Einschränkungen. Auf Grund der Beschlüsse des Rates der Europäischen Union vom 15. September 1997 gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten und Belarus keinen offiziellen Besuchsaustausch auf Ministerebene oder darüber. Der politische Dialog zwischen Österreich und Belarus unterhalb dieser Schwelle hat jedoch im Jahr 2008 eine Intensivierung erfahren. So wurde der belarussische Außenminister Sergej Martynow, der im Februar 2008 an einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in Wien teilgenommen hat, vom Staatssekretär im österreichischen Außenministerium Dr. Hans Winkler zu einem Arbeitsmittagessen empfangen. Ende Oktober 2008 fanden in Wien Konsultationen auf Vize-Außenministerebene über bilaterale und andere internationale Fragen statt. Bei dieser Gelegenheit dankte Vize-Außenminister Valerij Woronezkij für die konstruktive Haltung Österreichs im Zusammenhang mit der knapp davor erfolgten Lockerung der EU-Sanktionen gegen Belarus.
Wegen schwerer Unregelmäßigkeiten bei der im März 2006 erfolgten Wahl des belarussischen Präsidenten hatte damals die EU ein bereits bestehendes Einreiseverbot für bestimmte offizielle Vertreter von Belarus auf Präsident Lukaschenko und 30 weitere Mitglieder der politischen Führung des Landes ausgeweitet. Auch Bankkonten dieser Personengruppe wurden gesperrt. Diese Sanktionen wurden vom EU-Rat am 13. Oktober 2008 gelockert, nachdem in Belarus alle politischen Gefangenen freigelassen worden waren, der OSZE gestattet worden war Kurz- und Langzeitbeobachter zu den am 28. September 2008 stattgefundenen belarussischen Parlamentswahlen zu entsenden und oppositionelle Kandidaten am Wahlkampf hatten teilnehmen dürfen. Konkret hat der EU-Rat am 13. Oktober beschlossen, den Großteil der vorerwähnten Einreiseverbote für die Dauer von 6 Monaten nicht anzuwenden und nach Ablauf dieses Zeitraums neuerlich zu prüfen, inwieweit in Belarus Fortschritte auf dem Gebiet der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit sowie der Menschrechte und Grundfreiheiten zu verzeichnen sind.
Ebenfalls am 13. Oktober 2008 wurde Außenminister Martynow am Rande der Tagung des EU-Rates in Luxemburg erstmals nach langjähriger Unterbrechung wieder von der Außenminister-Troika der EU zu Konsultationen empfangen. Bei dieser Gelegenheit wurde einen deutliche Verbesserung der Beziehungen zwischen der EU und Belarus festgestellt.
