Architekt
George Basevi, 1794 – 1845
George Basevi entstammte einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie in London – seine Tante väterlicherseits war die Mutter von Benjamin Disraeli. Schon mit 16 Jahren wurde er Sir John Soane beigestellt, dem Architekten der Bank of England, zu dessen Meisterwerken unter anderem auch das Small House Museum in Lincoln’s Inn Fields zählt. Der hochbegabte junge Basevi war wohl Soanes berühmtester Schüler. Nach seinem Studium an der Royal Academy und danach im Somerset House führten ihn Studienreisen nach Griechenland und Rom, wo er klassische Architektur studierte.
Wieder zurück in England, gründete er im Alter von 26 Jahren sein eigenes Atelier. Sein größtes Londoner Werk ist der Belgrave Square, dessen Bau er ab 1825 leitete. Nur die Eckgebäude wurden nicht von ihm entworfen. Eines der beeindruckendsten Häuser des Platzes ist Nr. 18, wo Basevi mit seiner Familie lebte. Neben dem Belgrave Square hat Basevi in London auch noch Pelham, Egerten Crescents und Thurloe Square entworfen. In seinen Londoner Werken erkennt man insbesondere seine Fähigkeit, verschiedene Terrassengebäude in ein stimmiges Ganzes zu formen. Seine Detailtreue, das Emporsteigen und Fallen, der Vorsprung und Rückzug der Terrasseneinheiten sind ein gutes Beispiel für die Verbreitung von Stuck und Ziegelterrassen im Londoner Bezirk Kensington und Chelsea zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Neben einem bedeutsamen Repertoire an Landresidenzen ist doch Basevis bedeutendstes Werk das Fitzwilliam-Museum in Cambridge. Zeigte er zu Beginn seiner Schaffenszeit noch einen zurückhaltenden griechisch-römischen Stil (Belgrave Square), stellt das Fitzwilliam-Museum eine Weiterentwicklung dar. Dieses wundervolle Barockgebäude ist insgesamt viel durchdachter, rundum ein stimmiges Meisterwerk, dessen Vollendung Basevi leider nicht mehr erlebte. Nur die Fassade und die Hauptgallerie stammen von ihm. Im Alter von nur 51 Jahren stürzte er bei einer Inspektion der Arbeiten an der Kathedrale von Ely (nahe Cambridge) aus großer Höhe in den Tod. Das Fitzwilliam wurde von anderen Architekten fertig gestellt. Im 20. Jahrhundert kamen noch weitere Zubauten hinzu. Es zählt heute zu den besten Museenbauten Großbritanniens.
