Kap Verde
Österreichisch-kapverdische Beziehungen
Die 1975 aufgenommenen bilateralen Beziehungen konzentrierten sich in der Vergangenheit auf den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Kap Verde erhielt während der Dürreperiode in den Achtzigerjahren humanitäre Hilfe und Nahrungsmittel und war seit 1986 ein Schwerpunktland der österreichischen EZA. Seit 1995 wurden beträchtliche Summen für die Regionalentwicklung und Dezentralisierung sowie nachhaltiges Management von Ressourcen, insbesondere von Wasser, zur Verfügung gestellt, seit 2006 auch Budgethilfe für den Bereich Umwelt.
Die Graduierung von Kap Verde zu einem Land mittleren Einkommens im Jahr 2008 kann als Musterbeispiel erfolgreicher EZA gesehen werden, zu der Österreich einen Beitrag leisten konnte. In Folge dieser positiven Entwicklung wurde die bilaterale EZA Österreichs beendet. Ein Aktionsplan sah jedoch die Fortsetzung der Budgethilfe für den Bereich Umwelt bis Ende 2011 und den Übergang zu neuen Finanzierungsinstrumenten vor. Im Juli 2010 wurde ein bilaterales Abkommen über die finanzielle Kooperation (soft loan) und im Oktober 2010 ein Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes abgeschlossen.
Nun geht es darum, die exzellenten bilateralen Beziehungen auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene unter neuen Rahmenbedingungen zu vertiefen. Die Übertragung der Zuständigkeit für Kap Verde in den Amtsbereich der Österreichischen Botschaft Lissabon per 1. Juli 2010 ist auch Ausdruck einer künftigen stärkeren EU-Orientierung der Zusammenarbeit.
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Kap Verde waren bislang mäßig ausgeprägt, verfügen jedoch über großes Potential. Initiativen zur Zusammenarbeit wurden in jüngster Zeit verstärkt.
