Wirtschaft
Peru ist ein wirtschaftlich aufstrebendes Andenland, verfügt über solide und stabile Wirtschaftsdaten (Wachstum 2007 8,9%, 2008 9,8%), geringe Inflation, positive Handelsbilanz, satte Währungsüberschüsse, hat Krisenjahr 2009 im Plus überstanden und zeigt sich auch von der GR-Krise unbeeindruckt. Wirtschaftswachstum 2010 betrug 8,8%. Im Jahr 2011 wurde immerhin ein beachtliches Wachstum von 6,92% erzielt. Die peruanischen Exporte im Jahr 2011 legten im Vergleich zum Vorjahr um 13,15% zu auf einen Rekord von 46,27 Milliarden US$. Die peruanischen Importe beliefen sich auf 36,97 Mrd. USD. Die durchschnittliche Inflationsrate für 2011 betrug 4,7%.Der Regierungswechsel zum links-nationalistischen SP Humala sowie die Ankündigung kostenintensiver Sozialprogramme haben nur kurze (negative) Reaktionen ausgelöst.
Im Rating vom Februar 2009 der Österreichischen Kontrollbank wird PE unverändert in die Länderkategorie 3 eingestuft, d.h. es ist eine 100%ige Absicherung der Exportgeschäfte möglich. Auch im OECD Rating (Country Risk Classification) findet sich Peru in Gruppe 3 (von 7) wieder. Soft Loan-Finanzierungen mit Peru sind mit 7/2011 ausgelaufen.
Peru

- Flagge PeruBild: nationalflaggen
Die Regierung García setzte voll auf Freihandel und verspricht ein günstiges Umfeld für Auslandsinvestitionen (was durch konstante Anhebung der internationalen Ratings honoriert wurde). Damit wurde die neoliberalen Wirtschaftspolitik Fujimoris auch von seinen Nachfolgern Großteils fortgesetzt. US- und europäische Konzerne sowie chilenische und brasilianische Unternehmen haben marktbeherrschende Stellung (teilweise Monopole). Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft (teilw. künstliche Bewässerung) spielen ebenso wie Textil die wichtigste Rolle. Die Industrie konzentriert sich auf den Großraum Lima und die Küste (Infrastruktur), die Ausbeutung des enormen Regenwalds steht erst am Anfang. Vermutlich die Hälfte der Produktion ist Schattenwirtschaft (v.a. Koka), zwei Drittel der Jugendlichen beginnen ihre Arbeitsleben im informellen Sektor.
Nach der internationalen Wirtschaftskrise, konnte die peruanische Volkswirtschaft ihren außergewöhnlichen Wachstumskurs der letzten Jahre fortsetzen. Trotz der schwierigen Voraussetzungen stieg das BIP 2019 nach vorläufigen Berechnungen um 8,8% im Vergleich zum Vorjahr an.
Bedeutende Wirtschaftssektoren: Bergbau, Erdöl/-gas, Fischmehlindustrie, Metallbearbeitung, Landwirtschaft, Zementindustrie, Textilindustrie, Tourismus, chemische Industrie.
Wirtschaftsbeziehungen Österreich – Peru
Wegen globalen Krise Abschwung ö Exporte 2009 um 10,6 % eher moderat (im Vergleich zu Rekordzuwächsen 2008). Die österreichischen Importe 2010 stiegen um 48,9% (€ 32,76 Mio.). Die österreichischen Exporte kletterten auf € 55,74 Mio, was ein Plus von 5,62% ergibt. Im Jahr 2011 konnten österreichische Güter im Wert von €52,03 Mio.(-6,7%) nach Peru ausgeführt werden. Importiert wurden Waren im Wert von €23,78 Mio. (-26,9%).In absoluten Zahlen erhöhte sich der traditionelle Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Österreichs auf € 28,25 Mio. und stellt nach wie vor einen Wert auf hohem Niveau dar.
Österreichs Außenhandel mit Peru
Österreichs Außenhandel mit Peru
in Mio. €/% 2008 % 2009 % 2010 % 2011 %
Ausfuhren 59,05 +51,8 52,77 -10,6 55,74 +5,62 52,03 -6,7
Einfuhren 18,68 +12,4 22,01 +17,8 32,76 +48,9 23,78 -26,9
Handelsbilanz +40,37 +30,76 +22,97
Wichtigste österreichische Exportgüter
Wichtigste ö Exportgüter: Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechan. Geräte, Spielzeug, Spiele, Unterhaltungsartikel, Sportgeräte; Zubehör, Papier und Pappe; Waren daraus, Synthetische oder künstliche Stapelfasern.
Absatzchancen für österreichische Exportprodukte
Zulieferungen an die Industrie, aber auch an den Bergbau und an die Bauwirtschaft, sowie auf dem Energiesektor, wobei sich auch für erneuerbare alternative Energiequellen in Zukunft verstärkte Möglichkeiten ergeben sollten. Auch für Technologien im Umweltschutzbereich wird in Zukunft sicherlich mit einem Nachholbedarf zu rechnen sein; österreichische Unternehmen sollten sich daher schon jetzt entsprechend positionieren. Infrastrukturprojekte (zum Teil auf Konzessionsbasis) bieten gute Chancen für österreichische Teillieferungen.
Im Dezember 2009 wurde in Lima zur Unterstützung der für Peru zuständigen AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires ein lokales AußenwirtschaftsBüro eröffnet.
Bolivien

- Flagge BolivienBild: nationalflaggen
Die bolivianische Volkswirtschaft ist durch eine zentralistische Wirtschaftspolitik, die sich am Vorbild Venezuelas orientiert, geprägt. Die starken politischen Spannungen der letzten Jahre haben sich im vergangen Jahr allerdings etwas reduziert.
Das Wachstum der bolivianischen Volkswirtschaft betrug im Jahr 2010 nach vorläufigen Zahlen 4,2%. Dies scheint im Vergleich mit den Nachbarländern etwas geringer, kann jedoch durchaus als Erfolg gewertet werden, da im Krisenjahr 2009 Boliviens Wirtschaft um 3,4% wuchs, womit eine andere Ausgangsbasis geschaffen war.
Boliviens Exporte konnten im Jahr 2010 um 28% zulegen. Das wichtigste Exportprodukt ist Erdgas, das hauptsächlich an Brasilien und Argentinien geliefert wird.
Auch die Importe stiegen im Jahr 2010 um 20,1%. Brasilien war größter Importpartner Boliviens. Vor allem werden Rohstoffe und Vormaterialien für die Industrie importiert.
Die deutlich höhere Inflation zum Vorjahr ist vor allem auf den Anstieg der Lebensmittelpreise in der 2. Jahreshälfte und auf die Streichung der Subventionen für Treibstoffe zurückzuführen.
Bedeutende Wirtschaftssektoren: in Entwicklung befindliches Agrar- und Bergbauland, Erdgas und Erdölproduktion, Landwirtschaft (Soja)
Wirtschaftswachstum: 4,2 %
Arbeitslosigkeit: 6,0 %
BIP-pro-Kopf: ca. USD 1.824
Auslandsverschuldung: USD 3,0 Mrd.
BIP real: ca. USD 19,0 Mrd.
Inflation: 7,18 %
Rating (OECD-Country Risk Classification): 6
Devisenreserven: 9,7 Mrd. USD
Währung: 1 Boliviano = 100 Centavos
Wirtschaftsbeziehungen Österreich – Bolivien
Das Ende der Wirtschafskrise wirkte sich natürlich auch auf den Außenhandel mit Österreich aus: Die Ausfuhren österreichischer Firmen nach Bolivien konnten nach dem beträchtlichen Rückgang im Jahr 2009 einen Zuwachs um 116,3% erzielen. Da sich gleichzeitig die österreichischen Einfuhren aus Bolivien um vergleichsweise geringe 19,4 % erhöhten, konnte ein Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Österreichs von knapp 4 Mio. USD erzielt werden.
Österreichs Außenhandel mit Bolivien
Österreichs Außenhandel mit Bolivien
in Mio. €/% 2009 % 2010 % 2011 %
Ausfuhren nach Bolivien 3,96 -32,3 8,56 +116,3 7,21 -15,8
Einfuhren aus Bolivien 3,91 -28,1 4,64 +19,4 6,28 +32,3
Handelsbilanz +0,5 +3,92 +0,928
Wichtigste österreichische Exportgüter
Maschinen (Druckmaschinen), Energydrinks, Spezialpapier, Mess- und Prüfgeräte, elektrische Maschinen und Apparate, feuerfeste Keramikteile, etc.
(Quelle: AWO Wirtschaftsreport Peru 2011 und AWO Wirtsschaftsreport Bolivien 2011)
