Wirtschaft
Indonesien ist mit rund 528 Milliarden US$ Bruttoinlandsprodukt die größte Volkswirtschaft Südostasiens.
Nach einigen sehr guten Jahren sanken in Folge der Wirtschaftskrise die österreichischen Exporte nach Indonesien 2009 um 31,7% auf 156 Millionen Euro ab, was besonders den traditionell wichtigen Sektor der Lieferung von Maschinen betraf. Die Importe zeigten 2009 ebenfalls einen rückläufigen Trend und sanken um 11% aufrd. 163 Millionen Euro ab. Wichtig bei den österreichischen Einfuhren aus Indonesien sind neben diversen Elektronikprodukten insbesondere Textilien und Schuhe. Zur bilateralen Außenhandelsstatistik zwischen Österreich und Indonesien ist allerdings anzumerken, dass ein großer Teil der österreichischen Exporte nach Indonesien über Drittländer (vor allem via Singapur) ins Land kommt und somit in der bilateralen Statistik zum Außenhandel nicht aufscheint.
Derzeit haben knapp 30 österr. Unternehmen in den Bereichen Produktion, Vertrieb bzw. Dienstleistung direkt oder über Drittlandsunternehmen Niederlassungen in Indonesien. Zu den größten österr. Unternehmen in Indonesien zählen South Pacific Viscose (Lenzing), Andritz-Hydro und Waagner-Biro.
Indonesien ist reich an mineralischen Rohstoffen wie Erdgas, Kohle, Öl, Zinn, Nickel, Kupfer, Bauxit und Gold. Seit 1995 ist die indonesische Rohölförderung gefallen und seit 2004 ist Indonesien Nettoölimporteur und hat zwischenzeitlich seine OPEC-Mitgliedschaft vorerst stillgelegt. Indonesien besitzt weiters reiche Holzvorkommen und exportiert landwirtschaftliche Produkte wie Kautschuk, Pflanzenöle, Reis, Zucker, Kakao, Tee, Kaffee und Tabak. Wichtig sind zudem die personalintensive Textil- sowie die Möbelindustrie.
Seit der asiatischen Wirtschaftskrise von 1997/8 waren viele Investitionen im Bereich Infrastruktur zurückgestellt worden, in Kombination mit der steigenden Bevölkerungszahl und den in den letzten Jahren positiven Wachstumsraten ergibt sich für Indonesien derzeit ein erhöhter Bedarf an Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Transport, Wasserversorgung und Straßen.
Durch die Implementierung eines Infrastrukturprogramms im Umfang von rd. US$ 140 Milliarden sollen die Bereiche Transport/Verkehr, Energie und Landwirtschaft bis 2014 deutlich verstärkt werden. Dieses Programm soll auch Anreize für Investoren und Unternehmen bieten, sich an dem Infrastrukturprogramm zu beteiligen
Die indonesische Wirtschaft zeigt sich dank eines starken Inlandskonsums in Verbindung mit dem staatlichen Konjunkturprogramm und aufgrund vergleichsweise geringer Verflechtung mit dem Ausland gegenüber den Auswirkungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise sehr robust. Auch wenn die Krise in Indonesien zu einer deutlichen Verringerung der In- und Exporte geführt hat, so wuchs die Wirtschaft auch 2009 deutlich mit rund 4,6%.
Haupthandelspartner sind Japan, Singapur, Europa, USA, China, Südkorea und Malaysia. Die Schwerpunkte des indonesischen Außenhandels haben sich in den letzten Jahren allerdings verlagert. Importe aus dem ASEAN-Raum sowie aus China haben mittlerweile einen höheren Anteil. Der Handel mit traditionellen Partnern insbesondere Europa, aber auch Japan und den USA hat sich anteilig verringert.
Für 2011 wird mit einem Wachstum der indonesischen Wirtschaft an die 6,5% gerechnet.
