Die Geschichte des Österreichischen Generalkonsulates München - 50 Jahre
Während erste Forderungen nach Errichtung einer österreichisch-ungarischen Konsularvertretung in Bayern 1876 in Wien noch auf Ablehnung stießen, erachteten österreichische und ungarische Abgeordnete 1893 "die Errichtung einer solchen an einem passenden Orte dieses Königreiches im Interesse unseres Außenhandels als wünschenswert". Am 2. Mai 1894 genehmigte Kaiser Franz Josef die Errichtung eines k.u.k. Honorarkonsulates in München, zum Honorarkonsul wurde der Verleger Alphons Bruckmann bestellt. 1905 zum Honorargeneralkonsul ad personam ernannt, legte Bruckmann 1913 krankheitshalber die Leitung des Honorarkonsulates nieder. Das k.u.k. Honorarkonsulat befand sich von 1894 bis 1913 im Bruckmann-Verlag in der Galeriestraße 17. 1913 übernahm Generalkonsul Dr. Szarvasy vorübergehend die Leitung des Honorarkonsulats.
Durch "Allerhöchste Entschließung" vom 4. Januar 1914 wurde das Honorarkonsulat in ein Generalkonsulat umgewandelt und Egon Freiherr von Ramberg zum k.u.k. Generalkonsul bestellt. Das Amt befand sich von 1914 bis 1918 in der Schackstraße 3, jedoch musste im Verlaufe des Ersten Weltkriegs aufgrund des gestiegenen Arbeitsanfalls weiteres Personal aufgenommen und zusätzliche Büroräume in der Schackstraße 6 sowie Leopoldstraße 16 angemietet werden. Das österreichisch-ungarische Generalkonsulat in Liquidation wurde am 30. April 1919 aufgelassen; ab 1. Mai 1919 amtierte in München, Schakstraße 3 ein deutschösterreichisches Generalkonsulat unter Leitung von Generalkonsul Dr. Bernauer. Von 1923 bis 1933 war Otto Günther Generalkonsul Österreichs in München, ihm folgte bis 1935 Wilhelm Engerth, unter dessen Ägide das Amt in die Prinzregentenstraße 11a übersiedelte. Der 1935 zum Generalkonsul in München bestellte Dr. Ludwig Jordan wurde, wie sein Vizekonsul Dr. Erich Bielka-Karltreu - Außenminister Österreichs von 1974 bis 1976 - nach dem Anschluss im März 1938 kurzfristig im KZ Dachau interniert.
Im Februar 1949 wurde in Bogenhausen, Mühlbaurstraße 8 eine "Österreichische Verbindungsstelle in der Amerikanischen Besatzungszone in Deutschland" eingerichtet, die am 1. Juli 1952 in die Villa Donaustraße 5 in Bogenhausen übersiedelte, die als Residenz des Amtsleiters und Kanzlei diente. Nach der im November 1955 erfolgten Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland beschloss Österreichs Bundesregierung am 21. Februar 1956 "die Errichtung eines österreichischen Generalkonsulates in München". Am 14. Januar 1972 erwarb die Republik Österreich die Villa Donaustraße 5. Seit 1974 befindet sich die Amtsräume des Generalkonsulates in der Ismaninger Straße 136. 2009 wurden die Amtsträume erweitert und neue Räumlichkeiten für die Antragsteller geschaffen.
Die Generalkonsuln seit 1949:
- Simon Koller 1949-1950
- Georg Afhus - 1950-1955
- Wilhelm Nezbeda - 1955-1961
- Harald Klein - 1961-1969
- Georg Afuhs - 1969-1974
- Friedrich Müllauer - 1975-1983
- Hans Walser - 1983-1989
- Anton Ségur-Cabanac - 1989-1994
- Wernfried Köffler - 1994-1999
- Christian Lassmann - 1999-2005
- Senta Wessely-Steiner - 2005-2009
- Ingrid Pech - seit 2009
