Festival "jazzlines 2011"
Konzert mit dem Münchner Kammerorchester unter Leitung von Beat Furrer
Am 31. März 2011 um 20:30 Uhr findet in der Allerheiligen Hofkirche das Konzert mit dem Münchner Kammerorchester unter Leitung des österreichischen Komponisten und Dirigenten Beat Furrer statt.
Die Solisten:
Thora Augestad, sopran
Hélène Fauchère, sopran
Uli Fussenegger, Kontrabass
Konstantoin Ischenko, Akkordeon
Lukas Schiske, Schlagwerk
Frank Gratkowski, sax, cl
Franz Hautzinger, tp
Christian Lillinger, perc
Das Programm:
musique funèbre Witold Lutoslawski 1954-58
Wüstenbuch / 4 Szenen Beat Furrer 2010
Natura renovatur Giacinto Scelsi 1967
Konstellationen Roman Haubenstock-Ramati 1960
Einer der großen Utopisten der zeitgenössischen Musik und Meister der Zwischentöne und Klangräume ist ohne Zweifel der Komponist und Tonkünstler Beat Furrer, den wir bei diesem Konzert in einem ungewohnten Kontext zeigen.
In seinen Werken lenkt er die Aufmerksamkeit auf alles, was durch das Hören in unser Bewusstsein dringt und formt so einen eigenen musikalischen Kosmos der Poesie, ein Bewusstsein für die feinen Zwischentöne, die den Zauber der Stille erkennen lassen und so Perspektiven zugunsten der Annäherung an Unerhörtes oder Unerlebtes in Frage stellt.
Mit dieser Arbeit, die die Improvisation und Neue Musik in Verbindung bringt, setzt er sich der Diskussion aus und ermöglicht dem Publikum ein Verständnis der aktuellen Realität, das weit über musikalisches Erleben hinausgeht: seine Kunst unterstützt die Empathie nicht weniger als das Denken und fordert eine kritisch offene Haltung dem Neuen gegenüber.
Beat Furrer erarbeitet mit dem Münchener Kammerorchester und den improvisierenden Solisten, dem Klarinettisten Frank Gratkowski, Franz Hautzinger an der Vierteltrompete und Christian Lillinger an der Percussion die freien Passagen in den ‚Konstellationen‘ Roman Haubenstock-Ramatis, der „variable Musik“ bzw „Mobiles“, bei der die musikalische Struktur im Ermessen der Interpreten deutlich verändert werden kann, bewusst in seinem Werk vorsieht.
Aus Beat Furrers ¸Wüstenbuch‘, erst 2010 uraufgeführt, eine der „stimmigsten und schönsten Klangreisen“, dessen Libretto auf altägyptischen Papyri, Ingeborg Bachmanns „Todesarten“-Zyklus und Texten von Händl Klaus beruht und Gefühle von „Grenzerfahrung, Fremdheit, Verlorenheit“ evoziert, werden vier Szenen zu hören sein.
Beide Programmteile zeigen die Möglichkeiten der Improvisation im Kontext zur Neuen Musik, Innovationsbestrebungen und Wandlungen auch in Kontrast zu der Musik von vertrauten und dennoch außergewöhnlichen Protagonisten des zwanzigsten Jahrhunderts wie Witold Lutoslawski und Giacinto Scelsi, deren Formensprache nicht zuletzt den Nährboden und die Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Moderne ermöglicht und in der Reflektion die künstlerische und persönliche Freiheit, die wir uns für unsere Gegenwart wünschen.
Weitere Informationen über das Festival unter http://www.jazzlines.de/
