Österreichisch-niederländische Wirtschaftsbeziehungen
Der österreichisch-niederländische Außenhandel ist 2008 weiter stark angestiegen. Im Vorjahr sind die österreichischen Exporte in die Niederlande nach der österreichischen Statistik um 1,5% auf € 2,06 Mrd. angewachsen. Die Importe aus den Niederlanden sanken um 1,7% auf € 3,35 Mrd. Das Handelsbilanzdefizit ergibt € 1,3 Mrd. Zu diesem Defizit trägt traditionell zu einem wesentlichen Teil die Rolle des Hafens Rotterdam bei.
Für Österreich sind die Niederlande mit einem Exportanteil von 1,75% der 15t-wichtigste Exportmarkt und mit einem Anteil von 2,95% das 8-wichtigste Lieferland. Durch das Aufrücken von Österreichs Nachbarländern in den letzten Jahren hat sich der Rang etwas verschoben, die Niederlande bleiben aber einer der wichtigsten Handelspartner Österreichs.
Nach der niederländischen Statistik, die aufgrund unterschiedlicher Zuordnungen bezüglich Herkunfts- und Bestimmungsländern zum Teil erhebliche Unterschiede zur österreichischen Statistik aufweist (sog. Rotterdam-Effekt;), sieht das Bild etwas anders aus, der Trend ist jedoch derselbe. Für die Niederlande ist Österreich nur das 27-wichtigste Lieferland, aber der 12t-wichtigste Exportmarkt.
Die führende Position bei den österreichischen Exporten im Jahr 2008 waren Maschinen und Fahrzeuge mit einem Exportwert von € 720 Mio. (-3,3%), gefolgt von Arbeitsmaschinen mit einem Exportwert von € 258 Mio. (+15%), Papier und Pappe mit € 160 Mio. (-7,2%), Eisen und Stahl mit € 133 Mio. (+17%) und Straßenfahrzeuge mit € 124 Mio. (-31,3%). Gut entwickelten sich die Exporte von chemischen, pharmazeutischen und Kunststoff Erzeugnissen auf € 216 Mio. (+12,2%). Auch der Bereich der Nahrungsmittel konnte auf € 171 Mio. (+8,2%) zulegen, den größten Anstieg zeigten Getränke (Energy Drinks, alkoholhaltige) und Tabakwaren auf € 37,7 Mio. (+33,2%).
Bei den Importen aus den Niederlanden führen ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge mit einem Wert von € 993 Mio. (-9,1%), gefolgt von bearbeiteten Waren von € 498 Mio. (+3,2%). Dazu zählen Stahl (€ 144 Mio., +25,9%), Nichteisenmetalle (€ 141 Mio., -11,7%) und chemische Erzeugnisse (€ 717 Mio., -2,8%). PKWs und Sattelschlepper wurden um €270 Mio. (-13,3%) geliefert, Büro und EDV-Maschinen um €197 Mio. (-10,4%), elektrische und sonstige Maschinen um €304 Mio. (-5,1%). Nahrungsmittel konnten gegen den Trend um 10,4% auf € 414 Mio. zulegen, herausragend sind dabei Früchte und Gemüse aus Glashäusern. Traditionelle Erdölprodukte sanken auf € 263 Mio.
Österreichische Produkte verfügen in den Niederlanden nur über einen geringen Marktanteil (zwischen 0,75% und 1,0%) und – von einigen Ausnahmen wie Red Bull oder Swarovski abgesehen – kaum Bekanntheitswerte. Es gibt etwa 120 österreichische Vertriebs- und Produktionsniederlassungen in den Niederlanden und eine Reihe von Investitionen niederländischer Konzerne in Österreich.
Zu den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gehört natürlich auch der Tourismus und dies ganz besonders im Hinblick auf die Niederlande. Stellen die Niederländer doch nach den deutschen Touristen die zweitstärkste Gruppe ausländischer Touristen in Österreich dar. Mit einem Zuwachs von 5,6% bei den Ankünften auf rund 9,6 Mio. waren die mehr als 1,6 Mio. angereisten Niederländer, genau 10% der Gesamtbevölkerung, auch 2008 wieder im Spitzenfeld. Schon seit längerem ist der Wintertourismus stärker als der Sommertourismus; Österreich ist mit Abstand das beliebteste (Winter-)Urlaubsziel der Niederländer.
