Geschichte der diplomatischen Beziehungen
Österreich und Ungarn können auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblicken, die durch produktive Zusammenarbeit, kulturelle Vielfalt und fruchtvolle Symbiose geprägt ist. Vor allem die geographische Nähe, die engen wirtschaftlichen Verflechtungen und die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen vielen Menschen der beiden Staaten haben die bilateralen Beziehungen über Jahrhunderte geprägt. Während der 1. Weltkrieg das Ende der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und die Entstehung unabhängiger Nationalstaaten brachte, sind Österreich und Ungarn seit dem EU-Beitritt Ungarns im Jahr 2004 in der Europäischen Union wieder vereint.
Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm am 20.11.1918 der erste "Vertreter der Republik Deutschösterreich" in Ungarn seine Arbeit auf. Ab 1920 hatten die Vertretungsbehörden den Status einer Gesandtschaft. Die Entwicklungen des 2. Weltkriegs führten zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn. Nach Beendigung des Kriegs wurde im Februar 1946 der inoffizielle ständige Vertreter der Republik Österreich, Legationsrat Meinrad Falser, nach Budapest entsandt. Im Mai 1946 nahm der ungarische Legationsrat Dr. László Bartók seine Arbeit in Wien auf. Ein Jahr später, Anfang 1947, wurden die Büros in Wien und Budapest in "politische Vertretungen" umgewandelt. 1948 wurden die beiden Vertretungen zu Gesandtschaften erhoben. Anfang der 60er-Jahre führte die Verbesserung der zwischenstaatlichen Beziehungen zu einem im November 1962 auf lange Dauer abgeschlossenen Handelsabkommen zwischen Österreich und Ungarn und zur Anhebung der diplomatischen Beziehungen auf Botschafterebene im Jahr 1965.
Im ungarischen Revolutionsjahr 1956 zeigte Österreich seine Hilfsbereitschaft, indem es über 180.000 ungarische Flüchtlinge aufnahm. Mehrere zehntausend Ungarn fanden in Österreich eine neue Heimat und integrierten sich ohne Probleme. Der Abbau der ungarischen Grenzsperren zu Österreich im Jahr 1989 trug zum Niedergang des Kommunismus bei.
Diplomatische Vertreter Österreichs in Ungarn seit 1918
1918 – 1920 Sektionschef Dr. Hans Cnobloch "Vertreter der Republik Deutschösterreich" (ab 17.11.1918)
1920 – 1922 Gesandter Dr. Hans Cnobloch (Einrichtung einer Gesandtschaft am 25.2.1920; Titel des Missionschefs: "ao. Gesandter und bevollmächtigter Minister" bis 1938, im folgenden "Gesandter")
1922 – 1932 Gesandter Franz Calice
1932 – 1936 Gesandter (Bundesminister a.D.) Dr. Leopold Hennet
1936 – 1936 Gesandter (Bundesminister a.D.) Odo Neustädter-Stürmer (Marquis de Gozani)
1936 – 1938 Gesandter (Bundesminister a.D.) Eduard Baar-Baarenfels
1946 – 1947 "Politischer Vertreter" Legationsrat Dr. Meinrad Falser (ab 24.2.1946 (inoffizieller) Vertreter der österreichischen Interessen, nach Zustimmung der Alliierten ab 1947 "politischer Vertreter")
1947 – 1951 "Politischer Vertreter"/Geschäftsträger Legationsrat Dr. Paul Wilhelm-Heininger (mit Genehmigung des interalliierten Kontrollrats vom 28.1.1948 Umwandlung der beiden "politischen Vertretungen" am 3.März 1948 in Gesandtschaften mit Geschäftsträgern)
1951 – 1953 Geschäftsträger Legationsrat Dr. Stephan Verosta
1953 - 1955 Geschäftsträger Legationsrat Olivier Rességuier, Gesandter ab 23.8.1954 ("Austausch von Gesandten" per Notenwechsel vom 14.7.1954)
1955 - 1956 Gesandter Dr. Karl Braunias
1956 – 1962 Gesandter Dr. Walther Peinsipp
1963 – 1967 Gesandter / Botschafter Dr. Simon Koller (Anhebung der Vertretungen auf Botschafterebene im November 1965)
1967 – 1972 Botschafter Dr. Kurt Enderl
1972 – 1978 Botschafter Dr. Friedrich Fröhlichsthal
1978 – 1982 Botschafter Dr. Johann Josef Dengler
1982 – 1987 Botschafter Dr. Arthur Agstner
1988 – 1992 Botschafter Dr. Franz Schmid
1993 – 1996 Botschafter Dr. Erich Kussbach
1996 – 2001 Botschafter Dr. Hannes Porias
2001 – 2004 Botschafter Dr. Günter Birbaum
2005 – 2009 Botschafter Dr. Ferdinand Mayrhofer-Grünbühel
seit 19.1.2009 Botschafter Dr. Michael Zimmermann

