Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn
Die österreichisch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich nach der Wende 1989/90 sehr dynamisch entwickelt und beruhen im Wesentlichen auf einer sehr intensiven Investitionstätigkeit und einem regen Außenhandel.
Österreich ist weiterhin der drittgrößte Investor in Ungarn, wobei sich die Dynamik der Investitionstätigkeit in den letzten Jahren verlangsamt hat. Marktführend ist Österreich bei der Ziegel- und Zuckerproduktion, im Autohandel, in der Papierbranche und in der Bauindustrie sowie in der Immobilienentwicklung. Stark vertreten ist Österreich auch im Einzelhandel. Nicht so dominant wie in vielen anderen CEE-Ländern ist die österreichische Präsenz am Finanzsektor. Das gesamte österreichische Investitionsvolumen in Ungarn beträgt ca. EUR 7 Mrd.
Die schon sehr früh einsetzende Investitionstätigkeit österreichischer Unternehmen hat eine große Sogwirkung auf unternehmensnahe Dienstleistungen ausgeübt: Rechtsanwälte, Steuerberater, Personalberater, Ingenieur- und Planungsbüros, Werbeagenturen etc. haben sich sehr erfolgreich in Ungarn etabliert. Umgekehrt sieht man, dass in Sektoren in denen die Personalkosten entscheidend sind, die ungarischen Dienstleister stark nach Österreich expandieren, besonders im Bereich EDV und Transport.
Auch der Außenhandel entwickelte sich in beide Richtungen sehr dynamisch bis zum Einbruch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise im Oktober 2008. Das Außenhandelsvolumen betrug 2008 ca. EUR 7,3 Mrd.
Aus österreichischer Sicht ist Ungarn der siebentwichtigste Exportmarkt, während für die ungarische Wirtschaft auf Basis der ungarischen Statistik Österreich nach Deutschland, Rumänien und Italien das viertwichtigste Abnehmerland für seine Waren ist. Bei näherer Betrachtung der Warenstruktur des österreichisch-ungarischen Außenhandels fällt auf, dass diese sehr ähnlich ist, d.h. Österreich und Ungarn liefern sich in etwa die gleichen Produkte. Diese spiegelbildliche Entwicklung erklärt sich einerseits daraus, dass viele dieser Lieferungen zwischen verflochtenen Unternehmen erfolgen bzw. innerhalb von multinationalen Konzernen, andererseits ist sie ein Zeichen, dass es sich um Handelsbeziehungen von zwei hochentwickelten Volkswirtschaften handelt.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Außenhandelsstelle der WKO/AWO:

