Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland bleibt für Österreich – trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sowie der stark rückläufigen Entwicklung in der Automobilindustrie - weiterhin der mit Abstand wichtigste Markt. Die österreichischen Exporte nach Deutschland wuchsen im Gesamtjahr 2008 aber nur noch um 1,6 % auf EUR 35,0 Mrd. (2007: +9,3 % auf EUR 34,4 Mrd.; Jänner bis September 2008: +4,5 % auf EUR 26,9 Mrd.), das entspricht einem Anteil von knapp 30 % der österreichischen Gesamtexporte. Österreich profitierte als Zulieferer vor allem vom starken deutschen Exportgeschäft und war daher vom Einbruch in den letzten Monaten 2008 bzw. den ersten Monaten 2009 besonders betroffen. Im 1. Quartal 2009 gingen die österreichischen Exporte nach Deutschland (im Vergleich zum Vorjahresquartal) um 22,1 % auf EUR 6,9 Mrd. zurück. Nach einem Einbruch von 23,7 % im Jänner bzw. 23,8 % im Februar 2009, hat sich das Exportklima im März 2009 - mit einem Rückgang von nur 14,6 % (gegenüber März 2008) - wieder etwas verbessert. Besonders stark vom Exportrückgang betroffen waren die Zulieferer in der Automobil- und Maschinenindustrie.
Wichtigster Absatzmarkt für die österreichischen Produkte in Deutschland ist mit Abstand nach wie vor Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auf die neuen Bundesländer entfällt lediglich ein Anteil von 7 % der österreichischen Direktexporte.
Umgekehrt gehört Österreich auch für Deutschland zu den wichtigsten Absatzmärkten. Im Gesamtjahr 2008 hat Österreich von Deutschland Waren im Wert von EUR 48,5 Mrd. (+2,1 % im Vergleich zum Vorjahr) bezogen; das entspricht knapp 41 % der gesamten österreichischen Importe. In den letzten Monaten 2008 haben jedoch auch die österreichischen Importe von Deutschland gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat in einigen Positionen abgenommen. Im 1. Quartal 2009 hat Österreich Waren um EUR 9,7 Mrd. aus Deutschland importiert, das entspricht einem Rückgang von fast 19,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (01/09: -14,8 %, 02/09: -21,7 %, 03/09: -15,4 %).
Bei den deutschen Exporten lag Österreich im Jahr 2008 mit einem Anteil von 5,4 % an der 6. Stelle, bei den deutschen Importen führt Österreich mit einem Anteil von 4,0 % auf dem 9. Platz.
Die intensive Verflechtung der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder spiegelt sich auch in der Entwicklung der deutschen Direktinvestitionen in Österreich wider. Deutschland ist der wichtigste Investor Deutschlands. Per Stichtag 31.12.2006 belief sich der Gesamtbestand der deutschen Direktinvestitionen in Österreich auf EUR 24,2 Mrd.; es folgten Zuflüsse in der Höhe von EUR 3,9 Mrd. im Jahr 2006 bzw. Abflüsse von EUR 9,2 Mrd. im Jahr 2007. Im Gesamtjahr 2008 investierten deutsche Unternehmen weitere EUR 2,8 Mrd. in ihre österreichischen Beteiligungen.
Bei den Direktinvestitionen Österreichs im Ausland war Deutschland im Jahr 2008 trotz der breiten regionalen Streuung mit Rekordinvestitionen von EUR 2,2 Mrd. wichtigstes Zielland (Bestand 2006: EUR 11,1 Mrd., Zufluss 2006: EUR 443 Mio., Abfluss 2007: EUR 1,2 Mrd.).
Besonders eng sind auch die Tourismusbeziehungen zwischen Österreich und Deutschland. Deutschland nimmt seit jeher eine zentrale Position im österreichischen Tourismus ein, es ist das wichtigste Herkunftsland ausländischer Touristen. Etwa jeder dritte Gast (Anzahl der Gästeankünfte) stammt aus Deutschland, der Anteil Deutschlands bei den ausländischen Gästeankünften in Österreich liegt bei knapp 50 %. Im Jahr 2008 wuchs die Zahl der Gästeankünfte aus Deutschland um 5,3 % auf 10,7 Mio. Bei den Übernachtungen rangiert Deutschland mit einem Anteil von 56,7 % an den gesamten Ausländernächtigungen auf dem 1. Rang vor der Niederlande mit 10,8 %. Die Zahl der Übernachtungen wuchs im Jahr 2008 (gegenüber 2007) um 4,1 % auf 50,1 Mio.. Für die Österreicher ist Deutschland ebenfalls ein beliebtes Reiseziel.
Stand: 30. März 2009
