Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Die österreichischen Exporte nach Deutschland haben sich im ersten Halbjahr 2011 (im Vorjahresvergleich) um 14,2 % auf EUR 18,9 Mrd. erhöht. Mit den durchaus erfolgreichen Exporten nach Deutschland in den Jahren 2010 und dem ersten Halbjahr 2011, wurden die Verluste aus dem Jahr 2009 kompensiert. Damit zeugt die Steigerung der letzten 1,5 Jahre von einer positiven Tendenz in unseren Wirtschaftsbeziehungen.
Zu den weitaus wichtigsten österreichischen Warenlieferungen nach Deutschland gehören traditionell Maschinenbauerzeugnisse und KFZ, das Exportvolumen dieser Warengruppe nahm im ersten Halbjahr 2011 (gegenüber dem Vorjahr) um 15,5 % auf EUR 5,6 Mrd. zu. Auf den nächsten Plätzen folgten Elektrische Maschinen, Apparate etc. (EUR 1,75 Mrd./+ 7 %), Eisen und Stahl (EUR 1,1 Mrd./ + 30 %), Kunststoffe und Waren daraus (EUR 896 Mio./ + 18,6 %), Aluminium und Waren daraus (EUR 788 Mio. / + 19,5 %), Waren aus Eisen und Stahl (EUR 715 Mio. / +22,8 %), Mineralische Brennstoffe (EUR 636 Mio. / + 4,1 %), Papier und Pappe (EUR 507 Mio. / + 9,3 %) sowie Holz und Waren daraus (EUR 459 Mio./ + 15,5 %).
Auf der anderen Seite erhöhten sich auch die Einfuhren Österreichs aus Deutschland im ersten Halbjahr 2011 um 15 % auf 24,4 Mrd. EUR.
Zu den wichtigsten österreichischen Warenbezügen zählten in erster Linie ebenfalls Maschinenbauerzeugnisse und KFZ (EUR 6,6 Mrd./ + 15,8 % gegenüber 2010), gefolgt von Mineralischen Brennstoffen (EUR 2,2 Mrd./ +13,5 %), Elektrischen Maschinen, Apparaten etc. (EUR 1,8 Mrd./ + 6,6 %), Kunststoffen und Waren daraus (EUR 1,4 Mrd./ + 17 %), Pharmazeutischen Erzeugnissen (EUR 845 Mio. / + 30,3 %), Waren aus Eisen und Stahl (EUR 814 Mio./ + 18,5 %), Eisen und Stahl (EUR 792 Mio. / + 39,6 %), Möbel und verwandte Bereiche (EUR 598 Mio. / + 6,1 %) sowie Optischen, photographischen und Messgeräten (EUR 583 Mio. / + 10,2 %).
Alle relevanten Warenpositionen verzeichneten im ersten Halbjahr 2011 sowohl beim Export als auch beim Import fast durchwegs zweistellige Steigerungsraten.
Die Entwicklung der letzten 1,5 Jahre steht im starken Gegenteil zur Entwicklung im Krisenjahr 2009, als fast alle Positionen rückgängig waren. Auch letztes Jahr 2010 hat schon ein Aufholen der Verluste aus der Krise eingesetzt. Mit 34,5 Mrd. EUR Exportvolumen (+ 18,3 %) und 44,9 Mrd. EUR Importvolumen (+ 12,6 %), ist man großen Schrittes Richtung Zeiten vor der Krise gegangen.
Bisherige Entwicklung und Prognose:
Export Import
- 2008 35,0 Mrd. 48,5 Mrd.
- 2009 29,2 Mrd. 39,8 Mrd.
- 2010 34,5 Mrd. 44,9 Mrd.
- Prognose 2011 39 Mrd. 51 Mrd.
Alle Daten gem. Statistik Austria ausgenommen Prognose 2011
Für das Jahr 2012 ist aufgrund der erwarteten Wirtschafsentwicklung mit weniger starken Zuwächsen sowohl bei den Exporten als auch den Importen Österreichs nach Deutschland zu rechnen.
Direktinvestitionen:
Die intensive Verflechtung der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder spiegelt sich auch in der Entwicklung der Direktinvestitionen wider. Deutschland ist der wichtigste Investor Österreichs. Per Stichtag 31.12.2010 belief sich der Gesamtbestand der deutschen Direktinvestitionen in Österreich auf EUR 30,12 Mrd. (rund 24 % der ausländischen Direktinvestitionen in Österreich gehören deutschen Unternehmen). Bei den Direktinvestitionen Österreichs im Ausland war Deutschland im Jahr 2010 nur sehr bescheiden mit 143 Mio. EUR vertreten, im ersten Quartal 2011 aber mit Rekordinvestitionen von EUR 3,5 Mrd. bei weitem wichtigstes Zielland (Bestand 2010: EUR 17,74 Mrd.).
Die Zahl der österreichischen Niederlassungen in Deutschland (inkl. der Kleinst-Unternehmen) wird auf rund 2.200 geschätzt; über 7.000 deutsche Firmen verfügen über einen Firmensitz in Österreich.
Tourismus:
Besonders eng sind auch die Tourismusbeziehungen zwischen Österreich und Deutschland. Deutschland nimmt seit jeher als wichtigstes Herkunftsland eine zentrale Position im österreichischen Tourismus ein. Etwa jeder zweite ausländische Gast (Anzahl der Gästeankünfte) stammt aus Deutschland.
Allerdings waren die Nächtigungen aus Deutschland im Jahr 2010 mit 1,4 % leicht rückläufig, obwohl die Ankünfte um 0,8 % stiegen. Die Nächtigungen aus Deutschland erreichten einen Wert von 38,6 % der Gesamtnächtigungen im Jahr 2010. Deutschland ist unangefochten auf Rang 1 vor den Niederlanden (7,3 %). Zwischen Mai und August 2011 verzeichnet der Sommerurlaub in Österreich ein deutliches Gästeplus von 4,4 % aus Deutschland. Auch der aktuelle September zeigt sich von seiner besten Seite. Für die bevorstehenden Herbstferien melden Österreichs Gastgeber eine sehr gute Nachfrage. Es ist daher zu erwarten, dass zum Ende der Sommersaison die Vorjahresmarke von 5,4 Millionen Gästen übertroffen wird. Ungefähr die Hälfte aller Gästenächtigungen aus Deutschland werden in der Sommersaison erzielt.
Quelle: Außenhandelsstelle Berlin, Wirtschaftskammer Österreich
Stand: Oktober 2011
