Geschichte
Es gibt wenige Länder, mit denen Österreich so lange diplomatische Beziehungen unterhält, wie mit der Türkei. Sie reichen weit in die Zeit des Osmanischen Reiches zurück. 1554 wurde Ogier Ghislain de Busbecq von Kaiser Ferdinand I. an den Hof des Sultans entsandt; dies kann als Datum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen gesehen werden. Eine ständige diplomatische Vertretung Österreichs bestand in Konstantinopel ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die erste osmanische Botschaft wurde 1791 in Wien als erstem europäischen Land eingerichtet.
Die Diplomatische Akademie in Wien wurde unter Kaiserin Maria Theresia als „Orientalische Akademie“ gegründet, die insbesondere dazu beitragen sollte, die Beziehungen zum Osmanischen Reich zu vertiefen; an ihr war Türkisch/Osmanisch als erste Fremdsprache Pflichtfach.
Als Datum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Türkischen Republik und der Republik Österreich kann der 28. Jänner 1924 gesehen werden, an dem ein Freundschaftsvertrag mit der neu gegründeten Türkischen Republik abgeschlossen wurde.
Die Österreichische Botschaft Ankara wurde 1935 fertig gestellt.
Bis heute gibt es viele Spuren des wechselseitigen Einflusses in unseren beiden Ländern. Zahlreiche Bauten Clemens Holzmeisters in Ankara, das St. Georgs Kolleg und – Spital in Istanbul und die über 100 jährige österreichische Ausgrabungstradition in Ephesos sind Symbole der Kontinuität der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern.
Noch nie aber waren die Beziehungen so dicht wie heute – ca. 180.000 Menschen türkischer Herkunft tragen zur kulturellen Vielfalt und zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs bei, ca. 500.000 Österreicherinnen und Österreicher verbringen ihren Urlaub jährlich in der Türkei, immer mehr ÖsterreicherInnen wählen Küstenorte im Süden und Westen Ihres Landes als Zweit- oder Alterswohnsitz.
