Eröffnung der "Österreich-Straße" in Yozgat
Rede von Botschafterın Heidemaria Gürer
Sehr geehrter Herr Gouverneur!
Sehr geehrte Bürgermeister!
Sehr geehrte Gäste aus Österreich und der Türkei!
Es ist für uns heute tatsächlich ein historischer Moment, da wir die erste „Österreich-Straße“ in der Türkei, hier in Yozgat, einweihen können. Gibt es in Österreich bereits – und ich übertreibe hier etwas – in fast jeder Gemeinde eine „Türkenstraße“ oder Park oder ähnliches, so gibt es bis dato in der Türkei noch keine „Österreich“ –oder „Wien“-Straße. Warum unsere Auswahl für die Namensgebung gerade auf Yozgat gefallen ist, hängt mit der Tatsache zusammen, dass Yozgat die Hauptstadt jener Provinz ist, aus dem in den letzten 40 Jahren die meisten MigrantInnen nach Österreich gekommen sind.
Zig Tausende YozgaterInnen haben nicht nur wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung Österreichs beigetragen, sondern auch entsprechende Beiträge zur Entwicklung der Wirtschaft ihres Heimatlandes bzw. Heimatbezirkes geleistet. Ich konnte mich heute von den wunderschönen Häusern, die mit in Österreich erwirtschaftetem Geld im Gebiet Yozgat errichtet wurden, überzeugen.
Die soeben eröffnete Foto-Ausstellung über manche Seiten des Lebens in der österreichischen Migration soll, so wie nun unsere Österreich-Straße, als Verbindungsglied zwischen unseren beiden Staaten gesehen werden. Ein weiteres Verbindungsglied sehe ich in der Tatsache, dass österreichische ArchäologInnen gerade Forschungen in dem zu Yozgat gehörenden Tavium betreiben. Es freut mich, dass diese ArchäologInnen auch heute hier bei uns sind.
Migration kann nicht nur als Einbahnstraße gesehen werden, sondern erfordert ein gegenseitiges aufeinander Zugehen, gegenseitiges Verständnis, aber auch die Bemühung zu tatsächlicher Integration in die neue Heimat. Die Ernsthaftigkeit Österreichs, mit dieser Frage tiefer auseinander zu setzen wird durch die jüngste Gründung eines eigenen Staatssekretariats für Integrationsfragen unterstrichen.
Es würde mich freuen, könnten wir außer unserer heutigen Ausstellung und der jetzigen Straßenbenennung noch weitere Schritte setzen, die dazu angetan sind, unsere bilateralen Beziehungen nicht nur zu vertiefen, sondern sie auch lebhaft zu gestalten.
Ich darf mich beim Bürgermeister der Stadt Yozgat sehr herzlich für seine Unterstützung im Zusammenhang mit der Straßenbenennung bedanken und hoffe, dass wir ihn bald wieder in Österreich begrüßen dürfen.
