Uganda
Geschichtlicher Abriss
Uganda wurde im Jahre 1962 vom Vereinigten Königreich unabhängig. In der Zeit von 1966 bis 1986 unter den Regierungen von Milton Obote und Idi Amin war das Land geprägt von einem totalitären Regierungsstil. Seit 1986 wird das Land von Yoweri Kaguta Museveni und seinem National Resistance Movement (NRM) regiert, unter seiner Regierung setzte in Uganda eine gewisse Beruhigung und wirtschaftliche Erholung ein; zudem kam es zur Ankurbelung der Tourismusindustrie (in Uganda gibt es neun Nationalparks und sechs Wildreservate).
In einem Referendum wurde im Jahr 2005 die Einführung des Mehrparteiensystems angenommen. Ebenfalls in 2005 wurde vom Parlament eine Verfassungsreform verabschiedet, die es Museveni ermöglichte, erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren.
Die letzten allgemeinen Wahlen zur Präsidentschaft und zum Parlament fanden am 18. Februar 2011 statt. Amtsinhaber Yoweri Kaguta Museveni wurde mit 68% der Stimmen zum Sieger der Präsidentschaftswahl ernannt. Der Kandidat der oppositionellen Inter-Party Coalition, Kizza Besigye, erreichte mit 26% den zweiten Platz. Alle anderen Kandidaten blieben unter 2%. Präsident Museveni und seine regierende NRM konnten mit diesem Wahlsieg jedenfalls die Macht im Land weiter ausbauen.
Die LRA (Lord’s Resistance Army) unter der Führung von Joseph Kony terrorisierte 20 Jahre lang die Bevölkerung in der Acholi Region im Norden des Landes. Der Konflikt in Norduganda hat ca. 100.000 Todesopfer gekostet, zum überwiegenden Teil Zivilisten. Über 1,8 Millionen Menschen wurden vertrieben. Am 30. November 2005 erließ der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag, der von Uganda im Jahr 2004 angerufen worden war, Haftbefehle gegen Kony, seinen Stellvertreter Otti und drei weitere führende LRA-Kämpfer.
Nach zahlreichen gescheiterten Vermittlungsversuchen wurden im Juli 2006 in Juba (Südsudan) unter der Vermittlung der südsudanesischen Regierung Verhandlungen zwischen der Regierung Ugandas und der LRA aufgenommen. Diese führten zum Abschluss von insgesamt sechs Abkommen. Zu der für den 14. April 2008 vorgesehenen Unterzeichnung eines Final Peace Agreement (FPA) kam es jedoch nicht, obwohl Kony seine Unterzeichnung in Aussicht gestellt hatte. Als Grund für seine Weigerung zur Unterzeichnung des Friedensabkommens gibt Kony den nach wie vor aufrechten Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn an.
Obwohl die LRA in Uganda selbst keine große Gefahr mehr darstellt, operiert sie jedoch weiterhin im Ostkongo und der Zentralafrikanischen Republik. Verschiedenste ethnische Gruppen sind zudem in der Region der Großen Seen zwischen Uganda, Kongo, Ruanda und Burundi aktiv, um Kontrolle über bevölkerungsreiche Gebiete und Bodenschätze zu erlangen.
Schwerpunkt der Außenpolitik Ugandas bilden die Nachbarländer und das Engagement in den regionalen Organisationen, insbesondere in der East African Community (EAC), der Intergovernmental Authority on Development (IGAD) sowie in der Afrikanischen Union (AU). Als Signal für die bedeutende Rolle des Landes in der Region hat Uganda ca. 7000 ugandische Truppen im Rahmen der AU-Mission (AMISOM) nach Somalia entsandt. Im Februar 2012 beschloss der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, AMISOM auf über 17.000 aufzustocken.
Die Beziehungen zur EU stehen in erster Linie im Zeichen der Entwicklungszusammenarbeit.
