Wirtschaft
Als Folge der Abspaltung des Südsudans vom Gesamtsudan entstand im Süden eine neue Volkswirtschaft. In den kommenden Jahren sind aber noch große Anstrengungen im Aufbau des Landes notwendig.
Der Südsudan verfügt über umfassende Bodenschätze, insbesondere Erdöl, und wurde seit dem CPA (Comprehensive Peace Agreement ) auch an Gewinnen daraus beteiligt. Die Aufteilung der Erdöleinnahmen zwischen dem Sudan und dem Südsudan nach der Unabhängigkeit sowie die Höhe der Transitgebühr für das südsudanesische Erdöl durch die Pipelines des Sudans (weil kein eigener Zugang zum Meer) stellen mittlerweile eine der Kernfragen in dem laufenden Verhandlungsprozess zwischen den Parteien unter AU-Vermittlung dar. Im März 2012 begannen die Arbeiten für eine Pipeline und Verkehrsverbindungen vom Südsudan über Äthiopien zum kenianischen Hafen Lamu, über den das südsudanesische Öl künftig auch exportiert werden soll. Bislang wurde der südsudanesische Staatshaushalt bis zu 90% durch Einnahmen aus dem Ölgeschäft finanziert.
Trotz der Bodenschätze ist der Südsudan weiterhin sehr armutsgefährdet, die Infrastruktur ist spärlich, das Land stark von Importen abhängig, das Land hat kein nationales Stromnetz. Besorgniserregend ist auch die wachsende Nahrungsmittelkrise in Teilen des Landes. Durch den Krieg wurde die Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Bis auf die mäßig ausgebaute Hauptstadt Juba finden sich in der Republik Südsudan kaum Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen.
Seit der Unabhängigkeit des Südsudans hat ein regelrechter Run von Investoren und Entwicklungsorganisatoren auf den neuen Staat eingesetzt. Neben Entwicklungshilfe soll v.a. die Infrastruktur aufgebaut werden. Es gibt hier Pläne, ein Eisenbahnnetz aufzubauen und dieses mit den bestehenden Eisenbahnnetzen Kenias und Ugandas zu verbinden. Potential haben weiters die Sparten Viehzucht, Fischerei, Forstwirtschaft im Süden sowie in geringem Masse der Bergbau. Im Gliedstaat Unity werden Uranvorkommen vermutet. Der Finanzsektor ist im Aufbau begriffen, hier sind vor allem keniatische Firmen aktiv. Rückkehrer aus der Diaspora und afrikanische Unternehmer aus den Nachbarstaaten haben seit 2005 Investitionen in Ladenlokale, Gastbetriebe und andere Betriebe getätigt, weshalb Juba derzeit einen kleinen Bau- und Konsumboom erlebt. Großinvestoren, südsudanesische wie ausländische, verhalten sich jedoch derzeit noch größtenteils abwartend.
