Kunst in der Botschaft
In der österreichischen Residenz sind ausgwählte Kunstwerke ausgestellt. Einen Teil davon können Sie in unserer virtuellen Galerie betrachten.
Leo Schatzl
Fläche, 2002, Inkjetdruck auf Kunststoff-Folie, 3D-Brille
Leo Schatzl, geb. 1958 in Obernberg am Inn, Oberösterreich
1980 -1987 Studium an der Kunsthochschule in Linz, Visuelle Gestaltung und Metallgestaltung, bei Helmuth Gsöllpointner und Laurids Ortner. Zusammenarbeit mit diversen Kulturvereinigungen und Künstlergruppen wie Stadtwerkstatt, Unabhängige Filme Linz, Dead Dog Galerie, Kunstlabor. Seit 1992 Lehrauftrag an der Kunstuniversität Linz, Intermediäre Labors. Arbeitsschwerpunkte sind interdisziplinäre Rauminstallationen, Objekte, bildgebende Medien. Österreichischer Vertreter auf der Biennale São Paulo 2004. Für die Realisierung von räumlichen Simulationen experimentiert der Künstler seit 1999 mit dem Anaglyphenverfahren. Zwei Fotografien - aus seitlich leicht verschobenen Perspektiven aufgenommene - werden in Komplementärfarben übereinander gedruckt. Bei der Betrachtung durch eine Farbfilterbrille erhält der Gegenstand seine räumliche Dimension zurück.
Georg Chaimowicz
Fugue sur une masse, 1972, Öl auf Leinwand
Georg Chaimowicz, geb. 3.6.1929 Wien – gest. 5.6.2003 Wien
1939 Emigration der Familie nach Bogotà, Kolumbien. 1940/1941 Escuela de Bellas Artes de la Universitdad Nacional in Bogotà. 1949 Rückkehr nach Wien. 1949 - 1955 Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei S. Pauser und H. Boeckl. Danach freischaffend in Wien und Nizza tätig; 1957 - 1959 längere Parisaufenthalte. Seit 1961 in Vence, Südfrankreich. Ab 1975 mehrmalige Aufenthalte in Wien. Anlässlich seines 70. Geburtstages würdigte das Jüdische Museum in Wien in einer Retrospektive den bedeutenden Künstler. Chaimowicz’ künstlerische Entwicklung führte von einer anfänglich expressionistischen Malerei zu rein abstrakten Bildern in Weiß mit haptischen Strukturen, die er als Objekte der Meditation verstand.
Valie Export
Ohne Titel, 1993, Heliogravure auf Papier
Valie Export, geb. Waltraud Höllinger Geb. 17.5.1940 in Linz, ab 1967 als Valie Export bekannt.
Als 16-Jährige machte sie mit einem fotografischen Selbstporträt erstmals auf sich aufmerksam. 1960 - 1964 Höhere Bundeslehranstalt für Textilindustrie, Wien. Seit 1968 beschäftigt sie sich mit konzeptueller Fotografie am Schnittpunkt von öffentlichem Raum, Selbstdarstellung und bildkünstlerischer Montage. Weitere künstlerische Schwerpunkte sind Spielfilme, Experimentalfilme, Videoinstallationen, Computerarbeiten, Performances, Plastiken und Objekte. 1977 war sie mit Videos auf der documenta in Kassel vertreten und 1980 gemeinsam mit Maria Lassnig Österreich bei der Biennale in Venedig. 2000 erhält sie den Oskar Kokoschka Preis. Die ehemals sehr umstrittene Künstlerin, wurde mehrfach ausgezeichnet und lehrt an Hochschulen in Europa und in den USA. Das Verhältnis Raum-Körper-Architektur ist eines der zentralen Themen der Künstlerin. Der weibliche Rückenakt und die geometrische Architekturzeichnung verschmelzen zu einer räumlichen Skulptur. Die Technik der Heliogravure unterstreicht durch die zu erzielenden samtartigen Tiefen und weichen Übergänge der Farbe zudem die räumliche Dimension des Aktes.
Alois Riedl
Ohne Titel, 1978, Mischtechnik auf Packpapier
Alois Riedl, geb. 1935 in Sankt Marienkirchen bei Schärding, Oberösterreich
1967 Kulturpreis des Landes Oberösterreich, 1983 Staatsstipendium. Seine Malerei und Zeichnung entwickelte sich aus der früheren Auseinandersetzung mit Polstern, Sessel, Sitz- und Liegestücken. Charakteristisch für seine ästhetische Bildsprache sind konkrete, plastisch herausgearbeitete Gegenstände, die im Kontrast zur meist monochrom gehaltenen Hintergrundebene stehen.
Arnulf Neuwirth
Fata Morgana, um 1956, Collage, Aquarell, Tusche auf Papier
Arnulf Neuwirth, geb. 4.1.1912 Gablitz-Hochburg, Niederösterreich
1930 - 1937 Studium an der Wiener Akademie in der Meisterschule von K. Sterrer. 1937 Paris-Stipendium, 1937 - 1939 bereiste er Frankreich und Nordafrika, 1939 -1942 lebte er auf Gran Canaria. Als Soldat erlebte er die Zerstörung Dresdens. Nach dem Krieg nach Wien zurückgekehrt, wurde er Gründungsmitglied des Art Clubs. Teilnahme an den Jahresausstellungen der Künstlergruppe "Der Kreis", der er von 1950 - 1972 als Präsident vorstand. Neuwirth war außerdem als Journalist, Film- und Kunstkritiker der Wiener Tageszeitung "Weltpresse" und der Zeitschrift "Plan" unter dem Pseudonym "Abu Nif" tätig. In den 50er Jahren Reisen nach Nord- und Lateinamerika. 1958 erwarb er ein Bauernhaus in Radschin im Waldviertel, dessen landschaftliche Motive er seither bevorzugt. Ab 1938 bediente sich Neuwirth einer "magisch-realistischen" Malweise. 1945 schloß sich der Maler und Schriftsteller den Surrealisten an. In seinen Arbeiten setzt sich Neuwirth mit der betont naivisierenden Heimatkunst auseinander. Seine Entwürfe reichen von abstrakten Luftaufnahmen über Weltlandschaften bis zu dekorativen historischen Panoramen, die er in verschiedensten Techniken ausführt, wobei vor allem Collage und Aquarell dominieren.
Rudolf Raimund Ballabene
Galoppierende Pferde, Öl auf Leinwand
Rudolf Raimund Ballabene, geb. 19.2.1890 Zurndorf, Burgenland, gest. 22.8.1968 Wien
Neben dem Kunststudium bei F. Thiele an der Akademie in Prag Studium der Philosophie und Sprachwissenschaften an der Universität Prag. 1909 - 1911 Tätigkeit als Schauspieler am Deutschen Landestheater Prag. Nach dem Ersten Weltkrieg und einigen Jahren Gefangenschaft als Journalist und Maler in Prag tätig. Verlust eines Großteils der Bilder im Zweiten Weltkrieg. Lebt und arbeitet ab 1945 in Wien. Neben seinem malerischen Werk auch Tätigkeit als Keramiker und Schriftsteller. Ballabene hat vor allem Landschaften, Stillleben und zahlreiche Bilder mit Pferdemotiven geschaffen. Diese skizzenhaft angelegte Bewegungsstudie beeindruckt durch die meisterlich erzielte schwebende Leichtigkeit.
Franz von Zülow
Landschaft mit Pferden, 1957, Öl auf Denplatte
Franz von Zülow, geb. 15.3.1883 Wien, gest. 25.2.1963 Wien
1901 - 1902 Besuch der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, danach Studium an der Akademie der bildenden Künste bei C. Griepenkerl und 1903 - 1906 an der Kunstgewerbeschule bei E. v. Myrbach und C. O. Czeschka. 1912 erhielt er Reisestipendium nach Deutschland, Frankreich, England und Holland. Für die "Wiener Werkstätte" entwarf er Stoffmuster und Tapeten. 1920 - 1961 künstlerischer Berater der keramischen Lehrwerkstätte Schleiß in Gmunden. 1929 erwarb er ein Haus in der Gegend um Hirschbach in Mühlviertel, das sein bevorzugter Motivkreis wurde. 1939 malte er den Eisernen Vorhang des Wiener Akademietheaters. Ab 1908 Mitglied der Klimt-Gruppe, 1933 - 1939 und ab 1945 der Wiener Secession, weiters Mitglied des Linzer Künstlerbundes MÄRZ. Seine farbig-expessive, in ihrem erzählerischen Charakter bewusst einfache, fast naive Darstellungsweise ließ seiner Phantasie freien Raum, die bald ins Idyllische, bald ins Bizarr-Groteske führte.
Edgar Honetschläger
Potato in half, 1991, Gips, Gaze, Pigment auf Holz
Edgar Honetschläger, geb. 1963 in Linz, Oberösterreich
1982-1989 Studium der Kunstgeschichte und Betriebswirtschaft an der Universität Graz. Aufenthalte in New York, Tokyo, Rom und Palermo, 2003 kehrte er nach Wien zurück. Seit 1988 Einzelausstellungen, Performances, Installationen und Gruppenausstellungen in Europa, den USA und Japan. Neben dem grafischen und malerischen Schaffen liegt der Arbeitsschwerpunkt heute im Film- und Performancebereich. 1997 nahm er an der documenta X in Kassel teil, 2005 präsentierte er und Wilhelm Mahringer im österreichischen Pavillon der Expo in Aichi, Japan die erste Kollektion der "chickensuits" für Hühner. Alltägliche Handlungen, Gebrauchsgegenstände oder auch Nahrungsmitteln stehen im Zentrum seiner künstlerischen Auseinandersetzung. "Potatoe in half", aus der Werkgruppe "REAL THING?", ist eine Äußerung zum Thema Genmanipulation, das er damit lange bevor die Diskussion darüber in Gang kam aufgegriffen hat. Ausgangspunkt war die Ästhetisierung der Lebensmittel-Produktion in Japan. In der Wahl des Sujets und auch in der differenzierten Ausführungstechnik verweist er auf europäische Traditionen und stellt sie in Diskussion mit japanischer Ästhetik.
Adolf Frohner
Waldweg, um 1959, Aquarell auf Papier
Adolf Frohner, geb. 12. 3. 1934 Groß-Inzersdorf, Niederösterreich
1954 Gasthörer an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Ab 1955 als Werbegraphiker tätig, ab 1959 Kunstkritiker, als Maler Autodidakt. Zunächst Vertreter der Objekt- und Aktionskunst, Mitbegründer des Wiener Aktionismus (3-tägige Einmauerung mit H. Nitsch und O. Muehl 1962, Herausgabe des Manifests "Blutorgel"). 1963 - 1964 Studienreise nach Paris und Südfrankreich; Mitglied der Wiener Secession. 1972 Österreichischer Staatspreis für Graphik. Seit 1972 Professur an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Frohner schuf neben seinem malerischen und graphischen Werk auch Fresken, Sgraffiti und Bühnenbilder. Die 1959 erworbene Naturstudie entstand zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn und ist ein Beispiel für die Sammlungsintention der Artothek des Bundes, die vor allem Werke aus frühen Schaffensperioden der Künstler besitzt. Durch seine Aktions- und Materialbilder erlangte Frohner internationale Bekanntheit und Anerkennung.
Robert Streit
Sonntag in Lofer, Öl auf Leinwand
Robert Streit, geb. 9.12.1885 Gränzendorf bei Reichenberg, Böhmen, gest. 16.2.1957 Wien Nach einer Ausbildung an der Kunstgewerblichen Staatsfachschule in Gablonz 1905 - 1912 Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei S. L’Allemand und A. Delug. 1912 erhielt er den Rom-Preis, der mit einer Reise nach Italien verbunden war. Weitere Studienreisen führten ihn nach Ungarn, Jugoslawien und Polen. Streit ist auf zahlreichen Ausstellungen des Künstlerhauses, dem er seit 1924 angehörte, hervorgetreten. Seine künstlerischen Leistungen wurden durch die Verleihung des österreichischen Staatspreises anerkannt. Seine zahlreichen Landschaftsbilder sind zumeist mit volkstümlichen Alltagsszenen verbunden. Als Porträtist schuf er eine Reihe von Schauspielerbildnissen sowie Bilder von Sängern, Instrumentalisten und Wissenschaftlern.
Gottfried Helnwein
Die liebe Torte, um 1972, Aquarell, Tempera auf Farbdruck auf Karton
Gottfried Helnwein, geb. 8. 10. 1948 Wien
Studium an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Ab 1969 Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei R. Hausner. Der Künstler gehört zur jüngsten Generation der Wiener Schule, der Interpreten einer ins Phantastische gesteigerten Wirklichkeit, die in seinem Werk von Schrecken und Gewalt beherrscht wird. Helnwein schuf auch zahlreiche Illustrationen und beschäftigt sich intensiv mit dem Medium der Photographie. Lebt in Los Angeles und Irland. Eines der zentralen Darstellungsthemen in seinen übersteigerten, realistisch gemalten Bildern ist das Kind. Der anfänglich gewonnene Eindruck wird durch irritierende Details in Frage gestellt und regt den Betrachter zur neuerlichen Auseinandersetzung an.
Georgia Creimer
Linse (Kugeln), 2002, Fotografie auf Holz kaschiert
Georgia Creimer, geb. 1964 in São Paulo, Brasilien
Georgia Creimer studierte von 1982 - 1985 an der Fundacao Armando Alvarez Penteado in Sao Paolo und übersiedelte 1986 nach Wien. 1987 Teilnahme an der 19. Biennale in Sao Paolo. Die Künstlerin arbeitete zunächst als Malerin und begann bald mit Hilfe einer dick aufgetragenen Pigmentierung den Raum mit einzubeziehen. Heute beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Fotografie und Installationen, um die skulpturale Form als solches zu untersuchen. In ihren Arbeiten der Werkgruppe "Linse", wird durch das Fotografieren des Motivs mit einem konkaven Spiegel, der Ort buchstäblich herausgestanzt und ergibt ein eigenes Oval im Bild.
Herbert Albrecht
Zwei Köpfe, um 1976, Bronze
Herbert Albrecht, geb. 7.2.1927 in Au im Bregenzerwald, Vorarlberg 1941 Kunstgewerbeschule in Innsbruck bei H. Pontiller, 1949 - 1955 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei F. Wotruba und L. Santifaller und belegte bei Herbert Boeckel den Abendakt. Danach als freischaffender Künstler in Dornbirn, ab 1965 in Wolfurt bei Bregenz tätig. Er unternahm zahlreiche Studienreisen in Europa, unter anderem nach Polen und Russland. Mehrere öffentliche Aufträge als Bildhauer, vor allem in Vorarlberg. 2002 mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Wiener Künstlerhauses. Die 1976 erworbene Bronzeplastik zeigt das typische Formenvokabular des Künstlers. Die menschliche Anatomie dient lediglich als Gestaltungselement und wird in eine zeichenhafte, abstrahierende Form umgesetzt.
Roland Goeschl
Figur, um 1960, Bronze/Eisenplastik
Roland Goeschl, geb. 25.11.1932 in Salzburg Nach dem Besuch der Salzburger Sommerakademie 1954 bei G. Manzù 1956 - 1960 Studium der Bildhauerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei F. Wotruba. Ein Stipendium des British Council ermöglichte ihm die Arbeit am Royal College of Art in London. 1963 - 1966 war er Assistent F. Wotrubas an der Wiener Akademie. Seit 1962 Mitglied der Wiener Secession. 1972 übernahm er eine Professur am Institut für zeichnerische und malerische Darstellung an der Technischen Universität in Wien. Goeschl schuf anfänglich kleinere, aus der menschlichen Figur entwickelte Bronzeplastiken, die aus einzelnen Volumina zusammengesetzt sind. Er negierte jegliche geometrische Regelmäßigkeit zugunsten einer runden, an die organische Materie erinnernde Formensprache. Ab 1963 schuf er überwiegend großformatige Arbeiten und in der Folge abstrakte Gebilde, wobei Goeschl mit den verschiedensten Materialien experimentiert und die Farbe als wesentliches Gestaltungsmittel fungiert.
Anton Raidel
Torso, um 1981, Steinzeug, Zinn
Anton Raidel, geb. 7. März 1943 Wiener Neustadt, Niederösterreich
Besuch der Kunstgewerbeschule Graz bei Prof. Adametz, Akademie für angewandte Kunst Wien Prof. Leinfellner. Mitglied der Internatinalen Akademie für Keramik in Genf (UNESCO) 1972. Seit 1973 eigene Werkstatt. Preise: Goldmedaille Vallauris, Frankreich 1972; Diplom London 1972; Medaille Danzig Polen1973; Förderungspreis d. Salzburger Kunstverein 1980. Anton Raidel ist als Grafiker und Plastiker in Gmunden, OÖ. tätig. Seine Arbeitsgruppen umfassen Keramik und Zeichnung, die in der Gestaltung ständig im Dialog zueinander stehen und sich selten von einander abgrenzen lassen. Material, Form und Glasur, Struktur, Farbe und kalligrafischer Duktus stehen in engster Beziehung und verschmelzen zu einem Objekt vergeistigter Dimensionen von sinnlich erfassbarer Einheit.
Carmen Pfanner
Ohne Titel, 1999, Luftballons auf Stoff
Carmen Pfanner, geb.1957 Dornbirn, Vorarlberg
Die Materialbasis der drei Objekte wird durch unterschiedliche Art zerschnittene Luftballons gebildet, die auf - bzw. zwischen Baumwollestoff genäht wurden. Durch die gleichmäßige Aneinanderreihung entstanden verschiedene Strukturen und changierende Farbsituationen zwischen dunkelrot-glänzend und hellrot-matt. "Ein verfeinerter handwerklich-technischer Aspekt, Strukturen, die Stich für Stich entstehen, und ein ausgeprägtes haptisches Erleben kennzeichnen ihre Objekte, die erotisch-sinnliches Nadelwerk und raumgreifend zugleich sind", so die Kunstkritikerin Ariane Grabher zu den Objekten aus Luftballons.
















