Interview mit Außenministerin Ursula Plassnik zum Fall Ebner/Kloiber
ORF-Report, 1.4.2008
Birgit Fenderl (ORF):
Mit Informationen über die Verhandlungen sind Sie, ist das Außenministerium verständlicherweise immer sehr zurückhaltend, trotzdem erwartet sich die Öffentlichkeit, die ja hofft, dass die Salzburger bald in Freiheit sind und gut wieder nach Hause kommen, Informationen. Gibt es irgendwas Neues, das Sie sagen können?
Ursula Plassnik:
Nein. Ich verstehe das Bedürfnis nach Information, ich bitte aber um Verständnis dafür, dass es um das Leben, um die Sicherheit von zwei Österreichern geht. Wir unternehmen alles, um hier eine unversehrte Rückkehr der beiden nach Österreich sicherzustellen. Es ist eine schwierige Situation. Ich werde daher auch hier weder dementieren noch bestätigen. Es ist im Interesse der Entführten, dass wir hier äußerste Zurückhaltung üben. Ich möchte aber, wenn ich die Möglichkeit habe, schon zwei Appelle auch an dieser Stelle anbringen: Der erste Appell ist an die Öffentlichkeit und an die Medien, hier Zurückhaltung zu üben. Denn alles, was über die Medien ausgetauscht, gesagt wird, wird auch von den Terroristen, von den Entführern gehört und verwertet, und wir sollten uns nicht zu ihren Handlangern und zu ihren Werkzeugen machen. Das ist das erste, und das zweite, und dieser Appell geht direkt an die Entführer, an die Terroristen: Lassen Sie Andrea Kloiber, lassen Sie Wolfgang Ebner frei, unverzüglich und unversehrt.
Fenderl:
Am Sonntag läuft ein neues Ultimatum, das die Entführer gestellt haben, aus. Es ist nicht das erste Ultimatum. Rechnen Sie damit, dass das ein heikler Tag wird oder rechnen Sie damit, dass das Ganze noch ein bisschen dauern wird. Kann man das einschätzen?
Plassnik:
Frau Fenderl, es wäre grundfalsch, würde ich jetzt diejenige sein, die sich hier an Gerüchten oder an Spekulationen beteiligt. Ich versuche so sachlich, als das irgendwie geht, mit meinen Mitarbeitern und mit meinen Kollegen in der Regierung in dieser Sache zu agieren, alles zu tun und nichts zu unterlassen was wir machen können, um Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner zu helfen.
