Interview mit Außenminister Spindelegger in "Österreich"
"Ich habe einen anderen Stil als Ursula Plassnik"
Der neue Außenminister Michael Spindelegger will mehr Bürgernähe als Plassnik.
Wien. Der Niederösterreicher und bisherige Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger (ÖVP) wird heute als neuer Außenminister angelobt. Er will einen sanfteren Kurs fahren als Vorgängerin Plassnik.
ÖSTERREICH: Was war Ihr erster Gedanke, als Sie den Telefonanruf erhielten, ob Sie Außenminister werden wollen?
Michael Spindelegger: Da geht einem durch den Kopf: Ob man das will, aber vor allem auch, ob man das kann. Denn dieses Amt stellt sehr hohe Anforderungen.
ÖSTERREICH: Ihre Vorgängerin Ursula Plassnik hat einen sehr harten, geraden Kurs gefahren. Ist das auch Ihre Art?
Spindelegger: Ursula Plassnik hat ihre Aufgabe mit außerordentlicher Gründlichkeit gemacht. Das bewundere ich auch. Aber ich habe sicher einen eigenen, anderen Stil. Denn ich sehe mich eher als Politiker im Außenamt als als Diplomaten. Hochachtung vor ihrer Person, aber jetzt beginnt eine neue Ministerschaft. Mir ist wichtig, dass ich als Außenminister viel Kontakt mit der Bevölkerung halten will. Rückmeldungen der Österreicher gerade zur Europapolitik sind mir besonders wichtig.
ÖSTERREICH: Können Sie mit dem EU-Kompromiss, wie er im Regierungsprogramm steht, leben, oder muss nachjustiert werden?
Spindelegger: Das Programm ist die Grundlage meiner Arbeit. Klar ist: Das war das Verhandlungsergebnis, das erreichbar war, da will ich nicht beginnen, daran herumzumeckern.
ÖSTERREICH: Gestern wurde Hillary Clinton als US-Außenministerin vorgestellt. Ist schon ein Treffen geplant?
Spindelegger: Ich hoffe, dass es bald zu einem Treffen kommt, denn es ist mir wichtig, österreichische Interessen den amerikanischen Partnern gegenüber zu artikulieren. Angst vor einem Treffen mit Hillary Clinton habe ich sicherlich nicht. (iri)
